Mediales Trommelfeuer und interne Querelen dämpften Ergebnis

Warum die AfD in Niedersachsen nicht über 6,2 Prozent hinaus kam

Von CATO | Die AfD ist mit 6,2 Prozent in den niedersächsischen Landtag eingezogen (PI-NEWS berichtete hier und hier). Kein Traumergebnis, aber bei weitem auch kein knappes oder mühsames, sondern in Anbetracht der Umstände respektables und ehrliches Ergebnis.

Kein Grund, allzu enttäuscht zu sein, denn die Hauptziele wurden erreicht: die AfD hat den nächsten Landtag erobert und sie hat in hohem Maße Stimmen von SPD und CDU abgezogen. Das half mit, Rot-Grün in Niedersachsen zu beenden und den Absturz der CDU herbei zu führen. Die Abstrafung der Niedersachsen-CDU ist eine weitere Ohrfeige für die schreckliche Kanzlerin, an die sich Rauten-Nachahmer Bernd Althusman selbstzerstörerisch geklammert hatte.

Man könnte der AfD noch positiv anheften, dass sie als einzige Partei aus dem Stand die meisten Stimmenzuwächse zu verzeichnen hat. Aber auch dieser Balsam schützt letztlich nicht vor der Frage: Warum blieb das niedersächsische AfD-Ergebnis erheblich hinter den Ergebnissen der Vorwahlen zurück? Drei Gründe liegen auf der Hand:

1. CDU und SPD konnten die Stimmung in Niedersachsen polarisieren und sowohl ihr Wählerpotential als auch vormalige Nichtwähler mobilisieren. Die Wähler konzentrierten ihre Stimme auf die beiden großen Parteien, die kleineren blieben „auf der Strecke“.

2. Das negative mediale Trommelfeuer gegen die Alternativen zeigte Wirkung. Parteichef Paul Hampel angeklagt, in letzter Minute vor der Wahl Hausdurchsuchung, anschließend Anfangsverdacht fallen gelassen. Man kann die Liste verhetzender Berichterstattung beliebig erweitern.

3. Die AfD selbst tat einiges für ein schlechtes Image. Parteiinterne Querelen auf Landes- und Bundesebene wirkten sich schädlich im Wähleransehen aus. Hampel gegen Spitzenkandidatin Dana Guth, Fraktionszwist zwischen Guth und ihren Fraktionskollegen im Kreistag Göttingen, heftige Machtrangeleien im Vorfeld der Wahl. Frauke Petry und ihr Pretzell verlassen die AfD, kurz nachdem sie sich die Stimmen der AfD-Wähler gesichert haben. Weitere Austritte aus Bundestags- und Landtagsfraktionen folgen und zeigen kein gutes Bild insgesamt. Man darf es nicht schön reden.

Was muss die AfD jetzt tun?

Dem „gärigen Haufen“ AfD wird zwar von den Wählern viel verziehen, sogar erstaunlich viel, aber sie ist nicht aus Teflon. Kein Wähler gibt seine Stimme gerne an jemanden, der einen Tag nach der Wahl die Partei verrät. Ein Verrat gleitet nicht einfach von der Wählerseele ab, man merkt ihn sich auf ewig. Es muss der AfD nun gelingen, die Reihen zu schließen und parteiinternen Zwist öffentlich auf Null zu reduzieren. Für Egomanen, politische Spinner und Verrückte ist kein Platz in der AfD. Für Niedersachsen bedeutet das, dass sich Hampel und Guth arrangieren. Wenn dies nicht gelingt, kommt die Quittung garantiert.

Die AfD ist in Niedersachsen gegrounded. Sie weiß jetzt, wie groß der harte Kern von Wählern unter weitgehend schlechten Bedingungen sein kann. Sie hat aber alle Chancen, die Ergebnisse nach oben zu erweitern. Die Bundestags- und Landtagsfraktionen haben genügend Zeit, eine schlagkräftige Opposition zu präsentieren. Bis zur Landtagswahl in Bayern im Herbst 2018 muss es gelungen sein.