Werbeaktion von AfD-Anhängern in Berlin.

Über die Intoleranz zur Freiheit

Wir sind 13 Prozent!

Von RICHARD FEUERBACH | Es hat sich etwas verändert. Alle können es spüren. Nicht erst seit dem 24. September. Die gesellschaftsatmosphärische Spannung hat sich mit der zurückliegenden Bundestagswahl nur vorerst entladen. Es geht weiter. Die Atmosphäre beginnt bereits wieder sich aufzuladen. Ein neues, vielleicht noch heftigeres Gewitter könnte folgen.

Ein stiller, den Hauch des Verbotenen ausstrahlender Denkprozess ist in Gang gekommen und mündete nur vorläufig in ein starkes „Wir sind 13 Prozent“ bei der Bundestagswahl 2017. Die Menschen denken wieder. Aus heimlicher Nachdenklichkeit im stillen Kämmerlein ist endlich wieder ein in die Zukunft gerichtetes, gestaltendes Denken geworden. Das Volk lässt sich das Denken nicht mehr nehmen. Es befreit allmählich die Gedanken aus dem Gefängnis einer politisch korrekten Gesinnung, die ihnen jahrzehntelang durch pädagogisch agierende, nahezu agitierende Medien vorgegeben wurde. Die Altparteien und die ihr nachhängenden Altmedien haben die Deutungshoheit verloren. Dafür reichen 13 Prozent aus. Vollkommen.

Die demokratisch Geschlagenen befinden sich jetzt in der Trauerphase. Sie verleugnen noch trotzig die Realität, wollen sie nicht begreifen. Sie benehmen sich wie im Kindergarten, wenn sie nun alle schreien „neben dem will ich aber nicht sitzen.“ Sie müssen sich nun die Wunden lecken und Analyse betreiben. Eine Analyse erfordert Merkfähigkeit. Wir werden sehen, ob sie etwas gemerkt haben. Sie müssen Nachdenken. Geben wir ihnen die Zeit dafür.

Es gibt keine Denkverbote. Für Niemanden. Es darf keine Denkverbote mehr geben. Dafür sind die Menschen wählen gegangen. Dafür haben sie gewählt. Sie hatten keine andere Wahl. Denn es geht um Freiheit und Demokratie. Diese Werte und diese Rechte gilt es zu erhalten.

13 Prozent schwimmen gegen den Strom – aber es sind keine toten Fische

Es ist in diesem Sinne nicht die AfD, die „Rechts“ hoffähig macht. Eine Partei ist nur ein Angebot an die Menschen. Eine Plattform von und für Menschen. Es sind die Mitglieder und die Wähler, die 13 Prozent, die das rechte Denken in die Mitte der Gesellschaft zurückholen.

Es sind die 13 Prozent, die sich mit allem Mut den „Wir sind 87 Prozent“ vor sich hertragenden Mainstreamern entgegenstellen. Aufgeweckte und Aufgewachte. 13 Prozent schwimmen gegen den Strom. Aber es sind keine toten Fische. Sie sind quicklebendig. Sie wollen endlich mitgestalten.

Jetzt kommt es darauf an, wie es weitergeht. Ob der Denkprozess in einen Prozess des progressiven Handelns einmündet. Ob die Gedanken konstruktiv ausgetauscht werden. Ob es zu einem echten Diskurs auf Augenhöhe kommt. Ob die AfD, wie von vielen erhofft, sich selbst zerlegen wird oder gekommen ist, um zu bleiben.

Linke sind nicht gleicher als Rechte

Ob die Parteien, die schon länger hier leben, sich zu einem Dialog durchringen können oder ihren eigenen Denkblockaden erliegen. Aber auch, ob das Reden und Handeln der neuen Partei im Bundestag im Rahmen des Verfassungsgemäßen bleibt.

„Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht.“ (Erich Kästner). Stellen wir Fragen. Unangenehme Fragen. Aber suchen wir auch Antworten. Neue Antworten. Jetzt ist unsere Zeit. Nutzen wir sie. Zum Links gesellt sich nun ein Rechts. Als gesellschaftliche Normalität. Und das ist gut so. Es war längst überfällig. Denn Freiheit ist kein Totalitarismus, auch wenn sie absolut für alle gelten muss.

Recht ist kein Recht einiger oder derer, die sich für moralisch überlegen halten. Linke sind nicht gleicher als Rechte. Das Grundgesetzt gilt für alle. Und es muss durchgesetzt werden.
Wenn es gebrochen wird, wie durch die illegale Grenzöffnung zweifelsohne geschehen, so muss das Konsequenzen haben. Wenn eine Regierung ihren Eid bricht und dem Volke Schaden zufügt, so kann das nicht unwidersprochen bleiben. Dann muss sie in Einigkeit mit dem Grundgesetz dafür geradestehen.

„Wir holen uns unser Land zurück“, kann entsprechend auch so interpretiert werden, dass die Menschen sich ihr Denken und die Deutungshoheit über ihr eigenes Denken zurückerobern. Bedanken wir uns also bei den 13 Prozent und wünschen uns allen ein optimistisches „Guten Morgen Deutschland!“.