Renault-Fahrer bezeichnet sich als schizophren

Frankreich: Freitagsfahrer™ rast mit PKW in Menschenmenge

Von DAVID DEIMER | In der Banlieu von Toulouse ist am Freitagnachmittag kurz vor 16 Uhr ein 28-jähriger Autofahrer in eine Gruppe von chinesischen Passanten gerast. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der Täter hatte offenbar „psychische Probleme“. Es war Freitag.

Drei Chinesen auf dem Boulevard …

Ein Autofahrer hat in Blangnac, Midi-Pyrénées im Südwesten Frankreichs, seinen Wagen vor der privaten Wirtschaftshochschule IGS in eine Gruppe von Passanten gesteuert. Drei chinesische Studenten sind dabei teilweise schwer verletzt worden: Eine 23-jährige Studentin kämpft derzeit auf der Intensivstation Toulouse-Purpan ums Überleben. Laut Staatsanwaltschaft gab der Festgenommene an, dass seit etwa einem Monat der „Wille in ihm herangereift sei, in Menschen zu rasen“. Der flüchtende Fahrer wurde nach französischen Presseberichten nach der Tat von der Polizei gestoppt.

Renault-Fahrer diagnostiziert sich als schizophren

Der Renault Clio-Fahrer bezeichnete sich bei seiner Festnahme in einer ersten Eigendiagnose als schizophren und wies sich ebenfalls ins Krankenhaus ein. Der Toulouser Staatsanwalt Couilleau sagte dem Sender BFMTV, der Fahrer sei von den Behörden aber nicht in der Datenbank möglicher Gefährder – fiché S – für die Staatssicherheit geführt worden.

Darin werden etwa Menschen aufgelistet, denen terroristische Absichten zugetraut werden.

Fahrer wurde bereits zehnmal verurteilt – frei auf Bewährung

Der Festgenommene sei der Justiz aber bekannt, weil er bereits zehnmal verurteilt worden sei. Aktuell sei er im Rahmen einer Bewährungsstrafe verpflichtet, sich behandeln zu lassen. [..]

Die Hintergründe sind noch unklar, die Behörden sprachen aber von einem „psychiatrischen Profil“. [..]

Diese Angaben seien aber alle noch „im Konditionell“, so der Ermittler.

Innenminister Gérard Collomb bekundete den Verletzten seine Unterstützung und lobte eine schnelle Reaktion der Polizei.

Die Ermittlungen sollten nun den Hintergrund der Tat klären, twitterte er.

Möglicherweise habe der Toulouser „L’agresseur“ auch „das falsche Buch am falschen Tag“ gelesen. Im Laufe des Abends wurde die Wohnung des Täters im neu gebauten Sozialbrennpunkt „Andromède de Blagnac“ durchsucht, wo er mit seiner Mutter und zwei Cousinen lebte. Nachbarn beschrieben den Mann als still, aber eher „furchteinflößend“.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen, darunter auch „islamisch-inspirierten Attacken mittels Fahrzeugen“, die auch normalen Verrückten zunehmend als Tatvorbild dienen.