AfD-MdB will sich auf Arbeit in Berlin konzentrieren

Petr Bystron: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lehren …

Von PETER BARTELS | Es sieht aus wie das Ende … Es ist der Anfang: Der “Rücktritt” von Petr Bystron ist ein Schritt auf dem Weg nach vorn. Von München nach Berlin. Aus der Landesliga in die Bundesliga. Der Landeschef der AfD in Bayern wechselt von der Isar an die Spree, weil er der AfD im Reichstag helfen soll, noch mehr Siegen zu lernen. Ende der Semantik, Wortklauberei…

Es gab und gibt in Wessi-Deutschland keinen AfD-Landeschef, der die Erfolge von Petr Bystron auch nur annähernd vorweisen kann – nirgendwo. Bystron übernahm einen Landesverband in Trümmern. Ein Drittel der Kreisverbände waren handlungsunfähig, weil die Funktionäre dem “Weckruf” von Bernd Lucke folgten und zusammen mit dem Professor die Partei verließen.

In zwei Jahren verdoppelte Bystron die Mitgliederzahl von 2170 auf 4000 und machte aus Bayern den zweitstärksten Landesverband bundesweit. Aber vor allem: Er katapultierte die Partei von zwei/drei Prozent in 2015 auf 12,5 Prozent bei der letzten Bundestagswahl und damit zum besten Wahlergebnis der AfD im Westen.

Obwohl er durch eine parteiinterne Intrige auf Platz 1 auf der Landesliste verhindert wurde, war er vom Listenplatz 4 DAS Gesicht und DER Sympathieträger der Partei im Wahlkampf. Bei seinen Fernseh-Duellen mit Hermann, Dobrindt, Föst und den Komparsen von der SPD, den Grünen und den Linken klatschten Hunderttausende in die Hände, weil endlich jemand den Etablierten richtig eingeschenkt hatte. Seine Wahlplakate sahen dank der Berichterstattung der Medien und der klugen Provokationen wie “Wir halten, was die CSU nur verspricht” Millionen von Zuschauern.

Nicht mal das Kainsmal “im Visier des Staatsschutzes”, das ihm der Bayerische Verfassungsschutz, wie einst die Nazis den Judenstern, ans Revers heftete, minderten Bystrons Popularität. Auch nicht, als CSU-Parteigänger und “Verfassungsschutzpräsident” Körner ihm im Morgengrauen zwei nette Schlapphüte ins Haus schickten. Sie fanden dann zwar eine Lenin-Büste statt einen Hitler-Altar, ein Kindervideo statt Putin-Anweisungen. Irgendwas wird schon hängen bleiben, werden sich CSU-Faschings-Sheriff Herrmann und seine Amigo-Deputys gedacht haben. Der Innenminister und oberste Herr von Polizei und Staatsschutz hatte die Rechnung ohne die Wähler gemacht, die auch in Bayern nur Menschen sind. Auch wenn die Polit- und Meinungs-Elite sie längst auf Pack und Nazis reduziert haben. Jedenfalls quittierten diese Wähler die Machenschaften der CSU-Amigos mit dem schlechtesten Wahlergebnis aller Zeiten.

Schlimmer noch: Bystrons AfD-Bayern sind dabei, zu schaffen, was den letzten CSU-Gerechten um Gauweiler nicht gelingen wollte – sie stellten den zahnlosen “Löwen” Drehhofer zum Fangschuss frei. Nachdem Domptöse Merkel längst nur noch die Peitsche zeigen, nicht mal mehr knallen mußte, fingen die CSU-Bayern an, sich zu schämen: “Der Bayern-Löwe ist nicht länger Preußens Bettvorleger!” Der Bayern-AfD dürfte damit gelingen, was bis jetzt nur den AfD-Mucki-Sachsen gelang: Sie stürzt einen Ministerpräsidenten! Während Bystron mit TrariTrara in den Bundestag gewählt worden ist, muss sein Widersacher Hermann von der CSU in München bleiben.

Und Petr Bystron? Da es sich auch in der AfD rumgesprochen hat, dass der Unternehmer und studierte Politologe Bystron einer ist, der mit dem, was er macht, Erfolg hat, wird es nicht ausbleiben, dass er “irgendwann” neben den AfD-Häuptlingen Meuthen, Gauland und Weidel am Tisch sitzt. Nicht nur im Reichstag. Womöglich schon bald in Hannover beim Bundesparteitag. Fachgebiete – außer Bayern und Siegen – hat er qua Vita: Außenpolitik und Flüchtling. Schließlich ist er mal vor dem Stalin-Terror der Tschechoslowakei nach Deutschland geflohen. Bystron weiß aus eigenem Erleben, wie Sozialismus sich anfühlt u n d Demokratie. Als er nach Bayern kam, war Bayern wirklich noch Deutschland. Deutschland übrigens auch. Mit Bystron hat die AfD jetzt auch in Berlin einen, der auszog, Merkels “Elite” und ihren Schranzen das Fürchten zu lehren. Heute im Bundestag, bald vielleicht im Bundesvorstand. Denn da gehört er eigentlich schon lange hin.


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!