Ehrengast beim Neujahrsempfang der AfD-NRW-Landtagsfraktion

Video: Stehende Ovationen für Alice Weidel im Düsseldorfer Landtag

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel hat am Freitag-Abend auf dem Neujahrsempfang der AfD-NRW-Landtagsfraktion mit einer außergewöhnlichen Rede für stehende Ovationen bei den 500 Gästen gesorgt.

Im Plenarsaal des Düsseleldorfer Landtags legte Weidel in ihrer knapp 45-minütigen Rede die Merkmale des von der Merkel-Regierung betriebenen Abbaus von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie offen. Die AfD wolle daher im Fall einer großen Koalition im Bundestag eine harte Oppositionsarbeit leisten. „Als stärkste Oppositionskraft werden wir stetig der Stachel im Fleisch der Koalition sein“, sagte Weidel.

Es sei erschreckend, dass das Land vier Monate nach der Bundestagswahl noch ohne eine Regierung da stehe. Keine Regierungsbildung in der deutschen Nachkriegsgeschichte habe bisher so lange gedauert. „Und ein Ende ist noch nicht abzusehen.“

Die drei Parteichefs von CDU, CSU und SPD seien durch ihre politischen Schicksale so aneinandergekettet, dass sie alles erdenkliche dafür tun würden, um eine erneute Koalition zu bilden. „Noch nie war die Kluft zwischen politischem Wunschdenken und der den Bürger betreffenden Realität so groß wie jetzt“, sagte die gebürtige Ostwestfälin.

Gleichzeitig erinnerte sie in ihrer Rede daran, dass der Europäische Stabilitätspakt (ESM) den Bundestagsabgeordneten im Jahr 2012 in Wirtschaftsenglisch vorgelegt wurde. Dann nannte sie mit einem Schmunzeln im Mund die Namen der Bundestagsvizepräsidentinnen Claudia Roth und Petra Pau und der gut gefüllte Plenarsaal im Landtagsgebäude bebte vor Lachen, denn besondere Kenntnisse in Wirtschaftsenglisch traute den beiden hier im Düsseldorfer Landtag an diesem Abend niemand zu. „Claudia Roth und Petra Pau haben dem ESM aber zugestimmt!“, so Weidel.

Weidel bewies in der Karnevalshochburg Düsseldorf, dass sie keinen Vergleich zu scheuen braucht, wenn es um politisches Kabarett oder Aschermittwochsreden geht. So hätte es Stunden weitergehen können, ein Genuss für Hirn und Herz, aber eben auch für die Lachmuskeln.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag, Markus Wagner, bezeichnete es dann auch im Anschluss süffisant als ein Novum, dass jemand von der AfD im Düsseldorfer Landtag stehende Ovationen bekommt. In seiner Eröffnungsrede hatte Wagner deutlich gemacht, wie geschlossen die AfD inzwischen im NRW-Landtag auftritt und wie undurchdringlich dennoch die Wand der Altparteien ist, die er mit dem Begriff von der „Heiligen Vierfaltigkeit“ zutreffend karikierte.

Hier die 24-minütige Eröffnungsrede von Markus Wagner beim AfD-Neujahrsempfang: