Braucht "unsere Bewegung" Musik?

Wolfgang Prabel: Der Schlaf der revolutionären Wachsamkeit

Die musikalische Umrahmung von Revolutionen war immer schon ein aufreibendes Unterfangen. Wolf Biermann hat sich nicht ohne Erfolg dran versucht, Cäsar, Gerulf Pannach, Klaus Renft und viele andere haben es ihm gleichgetan.

Es war ein einziges Katze- und Maus-Spiel mit Verboten, Zuchthaus, Ausbürgerungen, Spitzelei, Alkoholismus, Ausreiseanträgen, Jugendwerkhof, ganz viel Romantik und skurrilen Situationen.

Ich erinnere mich, wie die Stasi bei einem Diestelmann-Konzert, wo auch der sturzbesoffene Cäsar immer wieder auf die Bühne schwankte, vor Begeisterung mit den Füßen getrampelt hat.

Neben den Stasi-Soldaten saß auch die Vorsitzende des beim Ministerrat angesiedelten Komitees für Unterhaltungskunst Gisela Steineckert bei den Zuschauern, sie war damals als Oberzensorin für Texte verschrien.

Die Kahane der 80er. Denn trotz allem volkstümlichen Getue haben die Mächtigen natürlich immer versucht, die Musik zum Verstummen zu bringen. Wie sie das heute auch tun.

(Fortsetzung bei prabelsblog.de)