1 Schulz = 2 Tage

Politische Halbwertzeiten werden ab sofort in „Schulz“ gemessen

Glosse von PLUTO | Die Gültigkeitsdauer politischer Entscheidungen wird ab sofort in „Schulz“ gemessen. 1 Schulz = 2 Tage. Solange ungefähr hielt seine Ansage, in einer Großen Koalition als Außenminister tätig sein zu wollen. Davon hat er mittlerweile Abschied genommen. Politische Beobachter betonen, dass sich Schulz mit diesem karnewahlsverdächtigen Rekord Schulz selbst unterboten hat.

Zuvor hatte Martin Schulz schon folgende beachtliche Halbwertzeiten aufgestellt bzw. unterboten:

Am 19.3.2017 übernahm Schulz den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur von Sigmar Gabriel und vereinbarte mit ihm unter der Hand, dass er ihm das Amt des Außenministers im Falle einer großen Koalition nicht streitig machen werde. Am 7.2.2018 erklärte Schulz, dass er selbst das Amt des Außenministers übernehmen werde. Halbwertzeit: 325 Tage.

Am 24. September 2017 sagte er: Ich werde mit der SPD in die Opposition gehen und nie ein Amt im Kabinett Merkel annehmen. Am 15.12.2017 machte Schulz die Rolle rückwärts und erklärte, dass die SPD jetzt doch Koalitionsverhandlungen mit der Union aufnehmen wird. Halbwertzeit: 82 Tage.

Nun fiebert das politische Berlin der Frage entgegen, ob Schulz in der Lage ist, seine Wortbruch-Rekorde nochmals zu unterbieten. Es bleibt nämlich unklar, ob Schulz nach seinem Minister-Verzicht jetzt doch weiter Parteivorsitzender bleibt oder das Amt, das er kommissarisch an Andrea Nahles übergeben hat, nun wieder von ihr zurückfordert.

Nicht vollends ausgeschlossen werden kann inzwischen, ob Schulz nicht auch noch die Koalition mit der Union aufkündigt und wieder in die Opposition geht.

Für diesen Fall kommt er vermutlich ins Guinnessbuch der Rekorde.


Kommentar von AfD-MdB Martin Renner zum Rückzug von Martin Schulz: