Berlin „macht Schule“

„ABC-Schützen“ – Securitydienst an Berliner Grundschule!

Von JEFF WINSTON | Ein neuer Schlag der Berliner „Lach- und Schießgesellschaft“ – traurigerweise wieder ins Kontor des Steuerzahlers. Denn die Berliner „Spreewald-Grundschule“ in Schöneberg hat nun einen privaten Wachschutz engagiert, um mit den vielfachen Gewalt-Eskalationen vor Ort klar zu kommen. In einer Berliner Grundschule – für Kinder von 6-10 Jahren!

Allein im vergangenen Jahr meldete die Schule 30 größere Gewaltvorfälle an die Schulaufsicht, bestätigte jetzt die so genannte Berliner Bildungsverwaltung. Der private Wachschutz wird aus Mitteln des „Bonusprogramms“ bezahlt – also ebenfalls aus Steuermitteln. Bisher gab es nur in Neukölln an mehreren Schulen privaten Security-Service.

Doch innerhalb nur eines Jahres habe die Gewalt an der Grundschule so zugenommen, „dass wir jetzt diese Maßnahme ergreifen mussten“, betont Schulleiterin Doris Unzeitig, 48. Es wird von gewalttätigen Kindern unter neun Jahren berichtet, die mit Messern auf Mitschüler und Lehrer losgehen. Aber auch von Eltern, die einfach auf das Gelände kommen und die Familienehre wieder herstellen möchten – gerne ebenfalls mittels beigeführten „Schneidegeräten“. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

„Die Aggression ist sehr groß. Da wollen wir mit dem Sicherheitsdienst gegensteuern“, so Unzeitig. „Das soll den Ruf der Schule verbessern und dafür sorgen, dass die Kinder hier wieder in Frieden lernen können.“ Oftmals seien die lieben Kleinen schon so brutal, dass kaum ein Lehrer bei einem Konflikt noch dazwischengehen mag, wenn er an seinem Leben hängt. Auch die „Präventionsbeauftragten der Berliner Polizei“ wurden bereits hinzugezogen.

Gewalt macht Schule in Berlin

An der „Spreewald-Gurkenschule“ sollen die Wachschützer speziell auf die Schüler einwirken und „schulinterne Konflikte vermeiden helfen“, wie die Schulleiterin in einem Elternbrief mitteilte. In der Bildungsverwaltung stößt das auf Skepsis, weil die Wachschützer pädagogisch noch nicht qualifiziert seien, hier müssten sozialpädagogische Extra-Schulungen geleistet werden. „Es gibt auch keine Zielvereinbarung mit der Absicht, die Gewalt zu senken“, sagte eine Sprecherin der Bildungsverwaltung. Solche Zielvereinbarungen sind aber üblich, wenn Mittel aus dem Bonusprogramm der Bildungsverwaltung eingesetzt werden, das für Schulen mit einem „hohen Anteil von Schülern aus armen Familien“ vorgesehen ist – sprich für Schulen mit einem sehr hohen Migrationsanteil.

Ein Blick in die Klassenräume.

Die Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt im „Kiez an der Pallasstraße“, gleich hinter dem Schöneberger „Sozialpalast“. Sie war zuletzt dadurch aufgefallen, dass viele Kinder vom Schulessen ausgeschlossen wurden, weil die „fürsorglichen“ Eltern noch nicht einmal das fast kostenlose, Steuer-bezuschusste Essen bezahlen wollten.

Spreewald-Grundschule als „Brennpunktschule“ – 99% MihiGru-s

99 Prozent der kleinen „ABC-Schützen“ haben einen Migrationshintergrund, 93 Prozent erhalten Transferleistungen – der sprichwörtliche Geburten-Dschihad mitten in Deutschlands Hauptstadt. Seit Montag sind ab jetzt jeden Tag zwei Mitarbeiter der „Rheinischen Sicherheitsdienste“ vor Ort. Sie stehen um 7.30 Uhr am Schultor, wenn die Kinder kommen.

Bis 16 Uhr halten sich die Sicherheitsleute sowohl auf dem Schulhof als auch im Gebäude auf: „Sie können die Lehrer und Erzieher dann auch unterstützen, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. Sie sorgen auch für Respekt.“ Und sie wissen genau, was sie zu tun haben: Die Security-Experten haben auch schon an Neuköllner Schulen mehr oder weniger für Ordnung gesorgt.

Laut Medienberichten zahle bis Ende April die Spreewald-Grundschule den Sicherheitsdienst „aus eigener Tasche – immerhin 1.719 Euro pro Woche“. Jedoch nicht durch private Kollekte von geneigten Lehrern oder Raben-Eltern, die schon nicht bereit sind, einen Euro pro Tag zum Essengeld persönlich beizusteuern –  und auch nicht durch eine kleine „Taschengeldumlage“ der Schüler. Denn das benötigen die Zwerge für die Drogen. Vielmehr werden Steuermittel aus anderen Schulprogrammen zweckentfremdet, um den Schulbetrieb einigermaßen aufrecht zu halten. Falls der Security-Service funktioniere, „dann wenden wir uns noch einmal an den Stadtrat, um eine weitere Finanzierung zu gewährleisten.“

„Isch mach disch Messer“ – und der Steuerzahler blutet …

Die Berliner Niederlassung des Rheinischen Sicherheitsdienstes kennt sich bereits gut aus mit den Problemen an Berliner Brennpunktschulen. Jahrelang haben sie Neuköllner Schulen geschützt – im vergangenen Jahr waren es immerhin acht Schulen. „Es ist schon schockierend, wie gewaltbereit sogar schon Grundschüler sind“, sagt Gebietsleiter Masieh Jahn. „Aber allein unsere Anwesenheit bewirkt oft schon ganz viel bei den Kindern. Unsere Mitarbeiter können Deutsch, Türkisch und Arabisch, das sorgt für Vertrauen bei den Schülern und Eltern“.

Doris Unzeitig leitet die Spreewald-Grundschule seit vier Jahren. Sie sagt: „Die Aggressivität hat stark zugenommen. Da müssen wir gegensteuern. Der Sicherheitsdienst soll dafür sorgen, dass der Schulalltag für die Kinder ohne Störung und Gewalt verlaufen kann. Das ist unheimlich wichtig. Und ich bin davon überzeugt, dass die Situation sich an unserer Schule durch die Wachleute verbessern wird.“ In Neukölln zahlt der Bezirk für den Wachschutz. Dort hatte sich das berüchtigte „Albert-Schweitzer-Gymnasium“ derart mit seinen Sicherheitsleuten identifiziert, dass es große Beschwerden gab, als die Kräfte aus Geldmangel abgezogen werden sollten. Berlin – arm aber pleite!

Fetter Respect!

Seit Montag müssen nun Eltern, die ihre Kinder von der Spreewald-Grundschule abholen, am Wachschutz vorbei. „Man müsste das Konzept verändern. Ich finde es nicht gut, dass ich extra den Sicherheitsdienst fragen muss, ob ich zu meiner Tochter darf. Es fühlt sich an wie im Gefängnis“, betont ein 40-jähriger Vater. Augenzwinkernd weiß er, wovon er spricht.

„Ich habe meinem Kind gesagt, dass es laut schreien soll, wenn es bedroht wird, damit die Lehrer dann helfen können“, berichtet eine Mutter. Doch nach vielen „einschlägigen“ Vorfällen, wie beispielsweise vor fünf Wochen in Dortmund-Lünen – als ein gewalttätiger Kasache den 15-jährigen Leon unvermittelt erstach – werden die pensionsberechtigten Lehrer einen Teufel tun, wenn sie ihre baldige Frühpensionierung noch genießen möchten.

B.E.R. is ev’rywhere!

Als „handgeschmiedeter Rolls Royce“ wurde die aufwendige Sportanlage der Berliner Spreewald-Grundschule wegen der teuren Herstellungs- und Unterhaltungskosten bezeichnet. Das ist schon etwas her, gilt aber immer noch: Jetzt fehlt das Geld für die Sanierung des aufwendig gestalteten Außenbereichs: Er ist so marode und heruntergewirtschaftet, dass er seit längerem abgesperrt ist.

Die Geschichte des Sporthallenbaus gilt als Skandalchronik, mit Firmenpleiten, Baustopps und wechselnden Bauleitungen. Ursprünglich waren für den Neubau der Kita, der Sporthalle sowie für den Umbau der Spreewald-Grundschule 38,4 Millionen Mark eingeplant. 61 Millionen Mark kostete das Ensemble dann tatsächlich „offiziell“.

Beim alljährlichen Spreewald-Marathon heißt es beim Start: „Auf die Gurke, fertig, los“.

An der Spreewald-Grundschule: „Würg die Gürk!“