Sexuelle Missbrauchsfälle in NRW und Berlin haben Parallelen zu Telford und Rotherham

Geplante Gruppenvergewaltigungen und Erpressung von Mädchen

Was kommt da noch hoch? Die Polizei ermittelt gegen fünf junge Männer aus Gelsenkirchen im Alter von 16 bis 23 Jahren. Sie stehen im Verdacht, drei 16-jährige Mädchen gruppenvergewaltigt zu haben. Nach einem Aufruf der Polizei haben sich jetzt weitere Frauen getraut, Anzeige zu erstatten. Vier der Täter sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei schweigt sich wie häufig zum ethnischen Hintergrund aus. Dieser wird manchmal nur genannt, wenn es sich um deutsche Täter ohne Migrationshintergrund handelt.

Bereits am 14. Februar, als Polizei und Staatsanwaltschaft die „besonders abscheulichen und brutalen Straftaten“ erstmals öffentlich machten, berichteten die Ermittler, dass die mutmaßlichen Täter mehr junge Frauen getäuscht, entführt und zum Sex gezwungen haben könnten als die drei namentlich bekannten 16-Jährigen, die bis dahin Anzeige bei der Polizei erstattet hatten.

Während offenbar immer mehr Opfer den Mut haben mit den Behörden zu reden, schweigen die 18 bis 23 Jahre alten Männer beharrlich zu den Vorwürfen und lassen sich von Anwälten vertreten. Das Quartett sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Gegen einen erst 16-jährigen fünften Verdächtigen, der den Ermittlern bekannt ist, wurde aufgrund seines jugendlichen Alters kein Haftbefehl erlassen.

Die Tatverdächtigen sollen über soziale Netzwerke oder Bekannte Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben. Nachdem den Opfern ihr Handy abgenommen worden war, wurden sie an einem entlegenen Ort zu sexuellen Handlungen gezwungen. Bislang bekannt gewordene Tatorte sind der Essener Süden und Gelsenkirchen. Die mutmaßlichen Vergewaltiger haben nach Überzeugung der Ermittler ihre Taten genau geplant und sie gingen dabei besonders perfide vor: Über soziale Netzwerke oder Bekannte sollen sie Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben, um sich mit ihnen zu treffen. Spürten sie ein anfängliches Vertrauen ihrer Opfer, seien die anderen Männer dazugekommen. Mit einem Auto sei man dann gemeinsam durch die Stadt gefahren, bevor es an einem entlegenen Ort wie einem Waldstück im Essener Süden zu den Sexualstraftaten gekommen sei. Um die jungen Frauen gefügig zu machen, habe man ihnen die Handys abgenommen und damit gedroht, sie an Ort und Stelle auszusetzen.

Die Essener Gruppenvergewaltigungen haben frappierende Parallelen zu den sexuellen Kindesmissbräuchen von moslemischen Gangs im englischen Telford. Dort gingen die Täter nach dem Muster vor, indem sie junge Burschen losschickten, um die Schulmädchen zu umgarnen. Sie beeindrucken mit einer Fahrt in einem schnellen Auto, mit einem neuen Handy, mit kostenlosen Drogen, gelegentlich auch mit dem Versprechen echter Liebe.

Erst allmählich werden die Mädchen dann älteren Männern zugeführt, später auch Freiern in Sheffield und anderen Städten in der Region. Wer aussteigen wollte, wurde bedroht. Eines der Mädchen wurde mit Benzin übergossen. Anderen wurde die Macht ihrer Sklavenhalter vor Augen geführt, indem die kleine Schwester entführt oder der große Bruder krankenhausreif geschlagen wurde.

Hierzu passt ein weiterer aktueller Fall aus Berlin. Sechs junge Männer im Alter von 17 bis 26 Jahren, die eine 14-Jährige zum Sex gezwungen haben, müssen sich jetzt vor dem Landgericht verantworten. Zudem sollen zwei der Männer mit arabischem Migrationshintergrund eine 16-Jährige betrunken gemacht und brutal vergewaltigt haben. Auch das Muster der Berliner Gang gleicht dem Vorgehen in England. Einer der Männer soll die zur Tatzeit 14-Jährige verführt und dann von ihr Bilder und Videos von einvernehmlichem Sex aufgenommen haben, um sie damit zu erpressen. Aus Angst vor der angedrohten Veröffentlichung soll das Mädchen im Spätsommer 2015 an drei verschiedenen Tagen mit fünf Bekannten des Erpressers ungeschützten Sex gehabt haben. Neun Verhandlungstage sind angesetzt. (hg)