Wahres Problem mal wieder nicht benannt

Hatz auf Essener Tafel auch bei WDR-Talk „Hart aber fair“

Von WALTER EHRET | Auch im bekannten Talkshowformat „Hart aber Fair“ sah man sich am Montag-Abend medial aufgerufen über einen privaten Hilfsverein zu richten, der versucht Menschen am Rande der Gesellschaft ihr Los zu erleichtern. Doch das wahre Problem dabei benennt auch dort niemand: Die Tafelvereine in ganz Deutschland kämpfen überall mit den gleichen Schwierigkeiten.

Die städtischen Verwaltungen und die Sozialberatungsstellen schicken sowohl Asylbewerber, die eine Vollversorgung erhalten, als auch die, die Leistungen nach dem Asylbewerber Leistungsgesetz beziehen und auch das große Heer der Osteuropäer, die in Deutschland stranden und nirgendwo leistungsberechtigt sind, zur Versorgung zu den Tafeln. Das aber ist nicht nur rechtswidrig, sondern auch ethisch nicht zu vertreten.

Denn wenn ein Staat schon an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei Zuwanderer zu Millionen ins Land lockt, hat er auch die Pflicht, diese Menschen zu versorgen und unterzubringen. Er kann sich dann nicht aus der Verantwortung stehlen, indem er diese Personenkreise an private Hilfsorganisationen weiterreicht, wie das gegenwärtig in den Kommunalen Verwaltungen usus ist.

Wenn der deutsche Staat die Aufnahme von Menschen wie die aus Osteuropa ablehnt, muss er auch den Mut haben, diese Menschen des Landes zu verweisen oder sie im Notfall eben auch abschieben. Und wenn die Regierung sich außer Stande sieht, Asylbewerber ausreichend zu versorgen, darf sie eben keine neuen aufnehmen und muss abgelehnte Asylbewerber dann auch konsequent in ihre Heimatländer zurückführen. Doch eben das geschieht nicht, wie wir alle wissen.

Insoweit ist es mehr als zynisch, wenn man dann einem privaten Verein, der sich der Verbesserung des Loses der Armen in Deutschland auf die Fahnen geschrieben hat, Armut, die es bei uns eigentlich gar nicht geben dürfte, maßregelt, weil er die Aufgaben nicht übernehmen will, für die der Staat selbst zuständig ist.

Wenn Regierung, Städte und Gemeinden aufhören, die Tafeln für ihre Fehler in der Zuwanderungspolitik zu missbrauchen, können die Tafeln sich auch wieder ihrer eigentlichen Aufgabe widmen und Probleme, wie sie zuletzt in Essen auftraten, lösen sich in Luft auf. Hierum geht es und um sonst nichts anderes. Das empörte Gutmenschengehabe einer Kanzlerin, die ursächlich für die Schwierigkeiten im Land verantwortlich ist, ist deshalb nicht nur überflüssig, sondern kaum zu ertragen.