Fußball-Bundesliga im "Kampf gegen Rechts"

Leipzig: Propaganda für die Partei

Beim Fußball-Bundesligaspiel RB Leipzig gegen FC Bayern München am Sonntag wurde auch wieder etwas für die Partei veranstaltet. „Strich durch Vorurteile“ hieß die aktuelle Losung, die den Fußball-Zuschauern (Video bei 0:15 min) als aktueller Lernstoff vor die Nase gehalten wurde. Vorurteile also, welche sollten das denn sein?

Dass Bayern München unschlagbar ist für Leipzig? Geschenkt, die Leipziger gewannen 2:1. Dass Weiße nicht schnell genug laufen können? Dass Schwarze nicht schnell genug laufen können? Dass sie keine Spielübersicht haben, nicht passen, flanken, schießen können? Sicher nicht, das behauptet keiner. Um welche Vorurteile geht es also?

Dass die Zugereisten aus anderen Nationen illegal in unser Land gekommen sind und sich gesetzlos bei uns aufführen, insbesondere Jugendliche? Um die scheint es beim Projekt „Lucky Punch Jugendhilfe“ des RB Leipzig zu gehen. Wie alle Clubs muss er im Rahmen der Kampagne sein Plansoll für Toleranz erfüllen.

Bei „Lucky Punch“ werden „Jugendliche aus verschiedenen Nationen“ beschult, betreut, betüddelt – von Sozialarbeitern aus verschiedenen Nationen. Und zwar im Schlüssel 1:1. Den Jugendlichen sollen „Grenzen aufgezeigt“ werden und sie sollen ihr „Aggressionspotential verringern“:

Die Lucky Punch Jugendhilfe gGmbH ist ein freier anerkannter Träger der Jugendhilfe. Unsere Einrichtung befindet sich in ruhiger Lage in Sehlis bei Taucha vor den Toren Leipzigs. Momentan betreut ein multikulturelles Team, aus 12 Erziehern und Sozialpädagogen, 13 Jugendliche verschiedener Nationen.

Die Ziele unserer Arbeit ist die Hilfe, Unterstützung und Integration von Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen sowie die Vorbereitung auf ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben nach Erreichen der Volljährigkeit. Hierbei spielt die Vermittlung klarer Regeln und sozialer Normen und Werte, sowie das Aufzeigen  von Grenzen […].

Die, in der Konzeption verankerte, sportliche Ausrichtung dient als effektives Mittel den eigenen Körper wahrzunehmen, Grenzen anzuerkennen und das Aggressionspotential zu verringern, und unterstützt die Jugendlichen bei der Erreichung ihrer selbstgesetzten Ziele. Der Sport dient der Integration und der Interaktion mit anderen Jugendlichen.

Der Kampf gegen Vorurteile verleitet bei diesem Beispiel nun aber zu weiteren Fragen: Sind die Jugendlichen „verschiedener Nationen“ hier entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten? Oder – und so könnte man denken – sind sie überrepräsentiert bei „Lucky Punch“?

Liegt das dann daran, dass sie krimineller sind als deutsche Jugendliche? Oder wird ihnen besondere Aufmerksamkeit zuteil, weil sie eine andere Hautfarbe haben?

Hier könnten durchaus neue Vorurteile entstehen. Damit es nicht so weit kommt, empfehlen wir unseren Lesern, diese Fragen dem Club bei Interesse selbst vorzulegen. Antworten werden wir wie immer gerne hier veröffentlichen. Übrigens auch vom Club selbst, wenn er sich traut. Wie immer ungekürzt und in voller Länge.

» Kontakt: service.rbleipzig@redbulls.com