Asklepios-Eigentümer gr. Broermann und die Kunstfreiheit

Milliardär feuert Sängerin wegen Musikvideo

Königstein / Offenburg. „The Workers Song – Medifuck“ heißt das neueste Musikvideo der jungen bosnischen Sängerin Sonja James (31), die seit 2013 in Deutschland lebt. In diesem skizziert die Musikerin „Nieten in Nadelstreifen“ im deutschen Management satirisch.

Aber der swingende Groove kam bei Krankenhaus-Milliardär Bernard gr. Broermann (74) – nach der Forbes-Liste 2016 mit Asklepios der zehntreichste Deutsche mit 4,7 Milliarden Euro – nicht gut an. Die Sängerin wurde nicht nur mit Kündigung bedroht, wie PI-NEWS am Donnerstag berichtete, sondern die Kündigung wurde jetzt auch umgesetzt.

Insider wissen: Nach dem Kündigungsversuch wegen des PI-NEWS-Interviews wurden jetzt andere Gründe gesucht. Nun müssen deshalb auch Meinungs- und Kunstfreiheit dran glauben. Dies ist insbesondere deshalb ein Skandal, weil private Betreiber wie Asklepios davon leben, öffentlich-rechtliche Kliniken zum Schnäppchenpreis zu kaufen und dann Mehrwerte durch Personalabbau zu erzielen – wie beim LBK in Hamburg.

Broermann kündigte die junge Sängerin, die im Hauptberuf Angestellte war – fristlos. Der für den Bereich so gar nicht zuständige Finanzvorstand der Tochtergesellschaft MediClin AG (… ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe…), Jens Breuer (44), setzte die junge Dame nach hier vorliegenden Informationen schon am Morgen nach der Premierenacht ohne Angabe von Gründen – wohl auf Anweisung – persönlich vor die Tür. Später ging das Entlassungsschreiben ein. Offizieller Kündigungsgrund: „Schmähkritik“! Zwischenzeitlich erhob die Sängerin Kündigungsschutzklage.

Seite 5 des Kölner Express vom 10.3.18.

Delikates Detail: Der angeschlagene Breuer verlässt die MediClin wegen einer „überraschenden“ außerordentlich hohen Rückstellung wegen Mietnachforderungen in Höhe von 19,5 Mio. Euro, die fast das gesamte Jahresergebnis auffraß, „auf eigenen Wunsch“, um sich „um seine Familie zu kümmern“.
 
Sonja James versteht nicht, dass sich ihr Arbeitgeber „gemedifuckt“ fühlt. Zu ihrem Song und Video sagt sie: „Medifuck ist das, was Euch ärgert, kaputtmacht, verletzt … Institutionen, gegen die Ihr Euch als geistige Partisanen wehrt. Die tun als ob sie Eure Freunde sind und Euch ausbeuten – alles das ist Medifuck! Meinen Arbeitgeber habe ich damit ausdrücklich nicht gemeint. Stand so in meiner Pressemitteilung schon vor der Premiere. Aber mit mir hat bis heute keiner gesprochen.“