Flüchtlingspropaganda von Gartenbauamt, Jobcenter und Lokalzeitung

Super-Syrer in Bremerhaven

Bremerhaven, hoch verschuldete Seestadt im Norden, ist immer noch rot und schwarz und gut genug, um das Human-Kapital der Kanzlerin als Riesen-Gewinn für die Wirtschaft zu feiern. Erst letztes Jahr wurde dort ein Syrer als die „Entdeckung des Jahres“ vorgestellt, weil er als Küchenhilfe „immer pünktlich“, „sehr höflich“ und „hilfsbereit“ war. Der im November 2017 wie ein redaktioneller Artikel aufgemachte Lobgesang bei Nord24 war eine vom Jobcenter gesponserte und bezahlte Werbung, wie man unschwer am Kleingedruckten erkennen konnte. PI-NEWS berichtete über den Wunderwerker und seinen ebenfalls arbeitsamen Kumpel.

Das „Sonntagsjournal“ vom 25. Februar (Seite 1 und Seite 7) stellte nun den längst überfälligen Syrer für dieses Jahr vor, der Bremerhaven mit seiner Wirtschaftskraft bereichern würde. Tahr Alo, so heißt er, erledigt zusammen mit Mohammad Garten- und Wegebauarbeiten. Dadurch zeige er den Bremerhavenern, dass die Flüchtlinge etwas zurückgeben, so die unterschwellige Botschaft des Blattes:

Fleißig schaufelt Tahr Alo das Erdgemisch in die Schubkarre. Ist der Wagen voll, fährt sein Kollege Mohammad Zeidan damit einige Meter weiter. Ziel ist ein Weg im Speckenbütteler Park.  Der Belag ist schon längst nicht mehr gut und wird jetzt wieder in Schuss gebracht. Den Job erledigt ein Team aus rund zehn Leuten – überwiegend Flüchtlinge.

Die Arbeit macht ihm Spaß, sagt Tahr Alo. Ursprünglich kommt er aus Syrien. Dort war der 40-Jährige Schneider. Auch Mohammad Zeidan kommt aus Syrien. Der 33-Jährige hat seinen Lebensunterhalt als Verkäufer verdient. Er vermisst seine alte Arbeit und seine Heimat. Doch wie alle anderen in der Gruppe ist er froh über die Tätigkeit im Park. Egal, wen von ihnen man fragt, die Antwort lautet stets: „Ich bin zufrieden.“

In dem Trupp arbeiten Eritreer, Afghanen, Syrer, Iraner und Somalier Hand in Hand. Sie alle sind irgendwann geflüchtet. Die meisten leben schon so lange in Deutschland, dass sie Arbeitslosengeld II bekommen. Doch eine Arbeit zu finden ist für alle schwierig. Deshalb werden sie über den Verein Faden in Maßnahmen vermittelt. „Oft sind die Sprachkenntnisse einfach zu gering“, sagt Hauke Blumhoff von Faden.

„Faden“, das ist ein Verein, der das Wirtschaftswunder von Bremerhaven möglich macht. Für jede einzelne Fachkraft, die sich im „Speckenbütteler Park“ um Deutschlands Infrastruktur verdient macht, braucht es eine Betreuung, die natürlich (gut) bezahlt sein will. PI-NEWS hat an anderer Stelle aufgezeigt, wie Geldsauger aus der Asylindustrie bei solchen Maßnahmen auf vortreffliche Weise ihren eigenen Nutzen mehren können. Blumhoff vom „Faden“ weiter:

„Einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen, ist da schwierig.“ […] Der Verein arbeitet bereits seit rund 15 Jahren mit dem Gartenbauamt  zusammen. Langzeitarbeitslose erhalten auf diese Weise eine Aufgabe. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise entstand die Idee, verstärkt Asylbewerber einzusetzen. „Die Bevölkerung bekommt dadurch auch mit, dass die Flüchtlinge etwas für die Allgemeinheit tun und sich einbringen“, meint Leroy Czichy, Kaufmännischer Amtsleiter.

Eine vermutlich teuer erkaufte Propaganda. PI-NEWS wollte es genauer wissen und hat dem Gartenbauamt (als Arbeitgeber) vor einer Woche einen Fragenkatalog geschickt. Folgende Fragen waren es, zu denen wir vom Amt gerne Auskunft erhalten hätten:

  1. Wie lange arbeiten die Flüchtlinge bereits in der beschriebenen Maßnahme, die vom Verein „Faden“ koordiniert wird? Sind es die im Bericht erwähnten zwei Jahre?
  2. Wie viele Stunden arbeiten (arbeiteten) sie in dieser Zeit am Tag, wie viele pro Woche?
  3. Auf welche Dauer ist das Beschäftigungsverhältnis jeweils angelegt (z.B. ein Jahr, zwei Jahre, unbefristet)? Unter welchen Umständen wird es verlängert oder beendet?
  4. Gab und gibt es Abbrecher der Maßnahme? Wie viele der Abbrecher sind Deutsche, wie
    viele Flüchtlinge?
  5. Wenn ja bei Frage 4, wie lange halten die Abbrecher im Schnitt durch (grobe Schätzung)?
  6. Wie viel Geld erhalten die Arbeiter (pro Stunde oder pauschal)?
  7. Wird ihnen der Lohn von der Hartz 4 – Unterstützung abgezogen, die sie beziehen, wenn ja, zu welchen Anteilen?
  8. Wie viel Geld bezahlt die Stadt Bremerhaven an den Verein „Faden“ für die Betreuung der Flüchtlinge, insgesamt und umgerechnet auf den einzelnen Flüchtling? Wie viel bezahlt sie für entsprechend unterstützte Deutsche?
  9. Gibt es einen Schlüssel, wie viele Flüchtlinge und wie viele Deutsche an der Maßnahme teilnehmen dürfen?

Wie gesagt, insbesondere die „Nebenkosten“ für die Tätigkeit von Merkels Gästen (unter anderem an „Faden“) dürften ein Hauptgrund sein, warum wir hier keine Antwort von der Stadt Bremerhaven erhielten. Das idyllische Bild von den fleißigen Handwerkern aus Syrien, die bei uns vom Verkäufer zum Wegebauer aufsteigen, und selbstlos „etwas für die Allgemeinheit tun und sich einbringen“, soll nicht getrübt werden.

Würde man alle Begleitumstände, insbesondere die notwendigen Betreuungs-Kosten für jede geleistete Arbeitsstunde durch Beantwortung unserer kritischen Fragen offen legen, würde das hübsche Bild getrübt werden und die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Groko wahrscheinlich auch in Bremerhaven weiter zunehmen. Und das kann nicht der Sinn von Regierungspropaganda sein.

Kontakt:

Gartenbauamt
Leroy Czichy (Leitung)
Eckernfeldstraße 5
27580 Bremerhaven
Tel.: 0471 590-2523
gartenbauamt@magistrat.bremerhaven.de