Religion und Politik - das ging schon immer in die Hose

Von Kreuzen und Stäben

Von SELBERDENKER | In Zeiten, wo in Deutschland Schulklassen mit islamischen Mehrheiten zunehmen, wo „christliche“ Parteien die „christliche Nächstenliebe“ dazu ins Feld führen, dem Islam alle Tore zu öffnen, wo hohe Kirchenvertreter sich als Jesus aufspielen, um die gefährliche Politik der Herrschenden zu untermauern, während sie für den Islam an genau dem Ort ihr Kreuz ablegen, an dem es Jesus einst aufgenommen hat – in diesen Zeiten muß das christliche Kreuz auch noch dafür herhalten, sehr weltliche Kreuze für die Herrschenden an der Wahlurne zu generieren.

Neue Dogmen und deren Huldigung

Nicht mehr deinen Nächsten, sondern den Fernsten sollst du heute lieben – egal, was er im Schilde führt. Du sollst ihn und seine Eigenheiten in alle Ewigkeit auf deine und die Kosten deiner Nächsten aushalten. Jede Vorsicht sollst du fallen lassen, im Vertrauen auf die Herrschenden und deren hohe Kirchenvertreter. Jeder, der auf deine Kosten besser leben will, ist „Flüchtling“ – ob er verfolgt wird, oder nicht. Als „Flüchtling“ ist jeder irgendwie der personifizierte Heiland. Jeder dieser Tausenden neuen Heilande darf bleiben – und wenn er nicht bleiben darf, dann bleibt er trotzdem. Dazu kommt noch der „Familiennachzug“ auch aus allen möglichen Ländern, in denen gar kein Krieg herrscht. Freut euch, ihr verbliebenen deutschen Christen, denn so nahe und so zahlreich kam der Herr nie! Ja, auch Opfer sollt ihr bringen, ihr verbliebenen guten Christenmenschen, denn einige eurer neuen Heilande richten großes Unheil an und töten sogar. Doch solange der Kelch an euch vorüber geht – seid ihr „tolerant“.

Plötzlicher Kickstart einer Empörungswelle gegen „neuen Antisemitismus“

Toleranz konnte nicht mehr gefordert werden, als das „Gürtelvideo“ im Internet viral wurde. Es gab vorher schon viele, noch schlimmere Übergriffe gegen Juden und Nichtjuden, doch in unserer zunehmend gesteuerten Medienwirklichkeit zählt nicht die Tat, sondern ihre mediale Verbreitung. Da sich das Video stark verbreitet hatte, wurde es deshalb zum Anlass für breite Empörung des Establishments, genau des Establishments, das den zugrunde liegenden islamischen Judenhass all die Jahre ignoriert und dessen Zunahme es durch die eigene Politik massiv gefördert hat.

Aber immerhin kommt das Thema mal auf den Tisch – ausgelöst nicht durch ARD, ZDF und Co., sondern durch ein privat, in eigener Regie frei veröffentlichtes Filmchen in den sozialen Netzwerken. Zum Ärger der Herrschenden. Kein Wunder, dass die Freiheit der sozialen Netzwerke bekämpft und noch weiter kontrolliert werden soll: Ohne wirklich freie Medien gibt es auch keine Diskussionen zu Themen, die den Herrschenden wirklich ein Dorn im Auge sind. Nun müssen sie berichten. Es würde jedoch nicht verwundern, wenn der mit dem Gürtel geschlagene junge Israeli bald bei Maischberger oder sonst wo sitzt, wo man ihm dann noch irgendeine Distanzierung von der AfD zu entlocken versucht. Man kennt es schon.

Grundsätzlich unterschiedliche Ansichten gibt es auch unter Juden

Während der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, dazu rät, auf das Tragen der Kippa in deutschen Großstädten zu verzichten, was kurzsichtig pragmatisch zunächst nachvollziehbar ist, kommt scharfe Kritik aus Israel:

Der israelische Oppositionspolitiker Yair Lapid warnt vor der Kapitulation der Juden in Deutschland:

Zu den deutschen Juden, die Angst davor haben, sich öffentlich zu ihrem Glauben zu bekennen, sage ich: Dann tragt eben die Kippa und einen Stock, um euch zur Not zu verteidigen. Schon Teddy Roosevelt wusste: Sprich sanft, aber trage einen Stock, damit du ernst genommen wirst.

Hier gibt es einen Disput zwischen einem kurzsichtigen Pragmatiker und einem Kämpfer, der direkt aus der Praxis kommt. Israel behauptet sich nämlich nicht, weil Juden sich verstecken, sondern allein, weil alle wissen, dass man Israel ernst nehmen muß.

Wer Juden, wer Israel die Möglichkeit zur Selbstverteidigung abspricht, spricht dem Land das Existenzrecht ab.

Bleibt noch die Frage, wer vor der Kapitulation der Nichtjuden in Deutschland warnt, zum Beispiel der verbliebenen Christen.

Dürfen sich Christen nicht verteidigen?

Das Leben Jesu ist in Evangelien überliefert. Das Wort „Evangelium“ bedeutet „frohe Botschaft“. Die Evangelien nach Markus, Matthäus, Lukas und Johannes sind in der Bibel verewigt, sie entstanden an unterschiedlichen Orten zwischen 70 und 100 Jahren nach Christus, wobei das Evangelium nach Markus das älteste ist.

Auch im Evangelium nach Markus ist die Rede von einem Stock. Als Jesus seine Jünger aussandte, wies er sie folgendermaßen an:

[..] und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, [..]  Mk 6,8

Ein Wanderstab diente in der damaligen Zeit einem Wanderer auch dazu, sich auf gefährlichen Wegen verteidigen zu können, gegen wilde Tiere – aber auch gegen Räuber. Der Stab ist keine Angriffswaffe, die Erlaubnis, einen solchen Stab mit sich zu führen, belegt aber einen gewissen Sinn für die realen Gefahren der Welt, ist die Erlaubnis zur Selbstverteidigung im Notfall. Die späteren Evangelisten Matthäus und Lukas erlauben den Wanderstab nicht, was sicherlich zu der Annahme beitrug, dass jemand ein besonders guter Christ sei, wenn er sich gegen Angriffe nicht wehrt, sich im Zweifel sogar körperlichen Schaden zufügen oder sich gar töten lässt.

Jede Vorsicht fallen zu lassen, sich oder seinen Leuten gar von einem Räuber schaden zu lassen, das muß nicht unbedingt im Sinne Jesu sein. Ich persönlich halte mich da jedenfalls lieber an den ersten Evangelisten Markus.