Gehirnwäsche und gutes Essen

China wehrt sich gegen Messermänner

Immer wieder, seit etwa zehn Jahren, versuchten sie es in China so wie in anderen Teilen der Welt. Muslimische Terroristen, insbesondere in der von Uiguren bewohnten Unruheprovinz Xinjiang, griffen zu dem, was sich bot, Messern, und gingen damit auf „Ungläubige“ los, in dem Glauben, ein gutes Werk für ihre angebetete Monstranz „Allah“ zu tun.

Das mag woanders, insbesondere hierzulande, so hingenommen werden, in China nicht. Seit dem Frühjahr 2017 ist Verschleierung in der Öffentlichkeit verboten und auch das Tragen „abnormal langer Bärte“.

Seit dem Herbst müssen Koranausgaben abgegeben werden, da sie extremistische Inhalte aufweisen. Doch damit nicht genug. Laut dem britischen Independent soll es eine Kombination von Gefängnisstrafen und Internierungslagern geben, die darauf abzielen, in maoistischer Tradition die Menschen „umzuerziehen“.

Seit dem letzten Frühling sollen zehntausende, wenn nicht hunderttausende interniert worden sein, berichtet die Zeitung weiter:

[…]
Chinesische Offizielle haben weitgehend vermieden, sich zu den Camps zu äußern, aber manche werden in Staatsmedien erwähnt, die die Notwendigkeit betonen, ideologische Veränderungen herbeizuführen und den islamischen Separatismus zu bekämpfen.

Radikale muslimische Uiguren haben in den vergangenen Jahren Hunderte getötet und China sieht die Provinz als eine Bedrohung für den Frieden im Land an, dessen Bewohner in der Mehrheit Han-Chinesen sind.

Das Internierungsprogramm zielt darauf ab, das politische Denken der Insassen neu zu ordnen, ihren islamischen Glauben auszuradieren und ihrer ursprünglichen Identität eine neue Form zu geben.

[…] „Gehorchst du dem chinesischen Gesetz oder der Scharia?“, fragten die Instrukteure. „Verstehst du, warum Religion gefährlich ist?“ Einer nach dem anderen musste vor den 60 Klassenkameraden aufstehen und Selbstkritik an seiner religiösen Vergangenheit üben, sagte Omir Bekali [einer der Internierten]. Die Internierten mussten sich auch untereinander kritisieren.

Jene, die halbwegs gut die offizielle Linie vertraten oder Mitgefangene besonders gemein angingen, wurden nach einem Punktesystem belohnt und konnten in komfortablere Räumlichkeiten in anderen Gebäuden umziehen.

„Mir wurde von meinem Vater der heilige Koran beigebracht und ich lernte ihn, weil ich es nicht besser wusste“, hörte Bekali jemanden sagen.

[…] Während die Instrukteure zusahen, mussten diejenigen, die sich zu ihrem schlechten Verhalten bekannt hatten, immer wieder rufen: „Wir haben illegale Dinge getan, aber wir wissen es jetzt besser.“

Interessanterweise wird ein Punkt der Gehirnwäsche in der Überschrift angeführt, im Artikel selbst aber nicht: „Muslims forced to drink alcohol and eat pork in China’s ‚reeducation’ camps, former inmate claims“ – Muslime wurden gezwungen, Alkohol zu trinken und Schweinefleisch zu essen, behauptet ein früherer Insasse. Wie sah dieser Zwang aus? Wurde ihnen das Essen in den Mund gesteckt oder gab es nichts anderes?

Während die meisten der hier für China beschriebenen Maßnahmen sicher nicht übertragbar auf ein (dem Anspruch nach) demokratisches Staatswesen wie Deutschland sind, sollte man bei diesem Punkt der Ernährung vielleicht doch nachdenken, ob man nicht von den Chinesen lernen kann.

Könnte man nicht in unseren Gefängnissen überwiegend (billiges) Schweinefleisch anbieten und es den Insassen überlassen, ob sie sich auf Kartoffeln und Gemüse beschränken oder davon nehmen? Nicht alles, was aus China kommt, ist schlecht…