Krise in Nahost

Ging schnell: Trump kündigt Iran und schon bombardiert Israel

Von KEWIL |  Das ging aber verdächtig schnell – zu schnell! Vorgestern kündigte US-Präsident Trump das Atomabkommen mit dem Iran. Sofort griff Israel ein paar Ziele in Syrien an. Dann sollen angeblich 20 iranische Raketen von den Kuds-Brigaden in Syrien auf die von Israel besetzten syrischen Golanhöhen abgefeuert worden sein, von denen offensichtlich keine etwas traf, und schon startete Israel heute nacht den „schlimmsten Angriff auf Syrien seit 1974“ (Süddeutsche).

Für jeden mitdenkenden Zeitgenossen handelt es sich um ein abgekartetes Spiel mit instrumentalisierten Fake News. Man kann ja israelfreundlich sein wie beispielsweise die WELT, aber man sollte seine Leser nicht plump für dumm verkaufen. Natürlich sind die islamischen Mullahs nicht unsere Freunde, aber so dämlich sind wir trotzdem nicht, dass wir jeden Humbug glauben.

Tatsache ist, man kündigt mit voller Absicht ein Abkommen und gleich wird wieder völkerrechtswidrig drauflos geballert. Auch Israel hat kein Sonderrecht, jederzeit nach Belieben in Syrien hinein zu schießen. Und wer soll schon glauben, man habe ausschließlich „iranische Ziele“ in Syrien getroffen. Israel nimmt sich das Recht heraus, prophylaktisch auf alles zu ballern, was irgendwann mal – vielleicht – gefährlich werden könnte.

Es ist aber nicht nur Israel, es sind auch die USA. Kurz vor dem Erfolg von Putins Strategie in Syrien soll der Sieg Assads noch einmal verhindert werden, auch die USA wollen in Syrien wieder mitreden, das heißt mitbomben. Und sie wollen noch mehr, nämlich einen Regimewechsel im Iran, notfalls mit einem weiteren Krieg. Afghanistan, der Irak und Syrien reichen nicht.

Wer sind die USA? Trump wollte sich doch seit seinem Wahlkampf und dem ersten Jahr seiner Präsidentschaft immer wieder klugerweise militärisch aus dem Nahen Osten etwas zurückziehen, aber er hatte die Rechnung ohne den militärisch-industriellen Komplex gemacht. Trump ist inzwischen von Kalten Kriegern und Hardlinern eingerahmt, die sich einen Dreck um die Rechte anderer Länder scheren.

Sein Sicherheitsberater ist John Bolton, der heute noch den Irak-Krieg lobt, sein neuer Außenminister der ehemalige CIA-Chef Mike Pompeo, und noch nie gab es soviel (Ex-)Militär um einen Präsidenten. Dazu kommt Trumps Eitelkeit, die sich vorschnell mit Erfolgen wie den drei freigelassenen Amerikanern in Nordkorea brüstet, und seine Unbeständigkeit. Was soll beispielsweise die übertriebene Freundschaft mit den Saudis, die den sunnitischen Islam in der ganzen Welt mit Dollars und mit Bomben unterstützen? Trump wird eingeseift von allen Seiten und glaubt, er zieht die Fäden.

Aber egal, was für Intrigen und üble Tricks von Washington bis Teheran ablaufen, für uns in der EU und vor allem in Deutschland wären andere Ziele wichtig: Wir haben erstens die Schnauze voll von allen Aktionen in Nahost und weltweit, die uns hier noch mehr Flüchtlinge aller Art bescheren, und wir beenden sofort alle Sanktionen gegen Russland, die uns nur schaden und absolut nichts Sinnvolles gebracht haben und jemals bringen werden. Und die NATO bleibt zu Hause. Leider hat unser Außenminister, der wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist, eine Hühnerbrust und die Kanzlerin keinen Charakter.