„I wer' narrisch“ - Einsatzhundertschaft vor Ort

Berliner Dom: Schüsse auf verwirrten Messer-Österreicher

Von DAVID DEIMER | Es muss an der Berliner Luft liegen. 32 Jahre nach dem letzten österreichischen Sieg über „The Mannschaft“ – dem aktuellen „Cordoba 3.0“ – randalierte ein „psychisch verwirrter Messer-Österreicher“ am Sonntag ausgerechnet im Berliner Dom auf der Museumsinsel.

Bei einer Konfrontation mit der Polizei wurde der Mann an den Beinen angeschossen. Ein Projektil traf aber auch einen Polizisten. Der 53-jährige Österreicher hatte zuvor (im Siegestaumel nach dem 2:1-Sieg?) um sich geschrien und fuchtelte dann mit seinem Messer in Altarnähe herum. In dem evangelischen Gotteshaus befanden sich zu diesem Zeitpunkt über 100 kontemplative Touristen.

Das Dompersonal rief gegen 16 Uhr wegen des verbal aggressiven („I wer‘ narrisch“?!) Kirchenasylgastes den Notruf. Bevor ein Streifenwagen mit zwei Beamten eintraf, hatte das Personal die Kirche bereits räumen lassen. Der Messer-Österreicher ließ sich auch nicht durch die beiden herbeigerufenen Berliner Beamten beruhigen – schätzungsweise scheiterte die Deeskalations-Ansprache an den Sprachbarrieren. Es kam folglich zu einer gewaltsamen Konfrontation zwischen dem Randalierer und den beiden Polizisten im Bereich eines Altars – denn in Berlin ist mittlerweile nichts mehr „heilig“ – nicht einmal einem „erzkatholischen (?!) Österreicher“. Im Zuge dessen schoss einer der Beamten dem Mann dienstgemäß auf die Beine und machte den Messer-Angreifer damit unschädlich.

Buntes Berlin: 2.737 „Messer-Einzelfälle“ in 2017

Kurz nach den Notwehr-Exzess-Schüssen trafen weitere Streifenwagen sowie eine Einsatzhundertschaft am Tatort ein. Die Kirche wurde abgeriegelt, der Gottesdienst am Abend musste ausfallen. Auf Twitter veröffentlichten Augenzeugen Bilder und Videos, die Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen zeigen. Via Twitter bat die Polizei darum, Spekulationen zu vermeiden: Der österreichische Randalierer ist nach Polizeiangaben auch in Österreich geboren worden und ist im Besitz eines österreichischen Passes, mindestens. Der psychisch kranke Krankl-Fan (… im deutschen Fußball kranklt’s …) wurde festgenommen und wird derzeit in einer Spezial-Klinik behandelt. Auch der verletzte Polizist wurde ins Krankenhaus gebracht. Zeugen des Geschehens wurden zur psychologischen Betreuung gebracht. Auch den Polizisten wurde Betreuung angeboten.

Das Messer gehört zu Österreich – und Berlin!

Am Abend reagierte die Evangelische Kirche auf den Vorfall. „Es ist schockierend zu sehen, dass es auch in einem Gotteshaus zu Gewalttaten kommen kann“, teilte der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Volker Faigle, mit. Hätte der aufrechte Gottesmann regelmäßig PI-NEWS gelesen, wäre sein Erstaunen nicht ganz so groß gewesen! „Wir schließen die Verletzten in unsere Gebete ein, danken den Rettungskräften und den Dommitarbeitenden für ihr umsichtiges Handeln.“

Der Berliner Dom befindet sich auf der Museumsinsel mitten im Zentrum von Berlin, unweit des prekären Alexanderplatzes und des Brandenburger Tors. Die Berliner Polizei schließt ausnahmsweise einen islamischen oder terroristischen Hintergrund aus.

Kranker „Gesundbrunnen“: Punk und Panik in der Pankstraße

Im bunten Berlin kam es im Jahr 2017 zu insgesamt 2.737 Messer-Einzelfällen – 99,99% davon wurden nicht von Österreichern verübt. In 560 Fällen waren die Tatverdächtigen jünger als 21 Jahre alt. Am Samstagmorgen hatte ein Ramadan-Randalierer kurz nach 7 Uhr in der Pankstraße in der Zufahrt des dortigen Polizeiabschnitts Sicherheitsmitarbeiter mit einer Schlagwaffe bedroht.

Ein dort eingesetzter Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma habe die Beamten des Polizeiabschnitts zu Hilfe gerufen. Danach ist der „20-Jährige“ auf die Beamten losgegangen und habe sie mit einem Schlagstock bedroht. Trotz „Ansprache sei der Angreifer bedrohlich auf die beiden Beamten zugegangen“, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe einer der Polizisten von seiner Schusswaffe Gebrauch gemacht und einen gezielten Schuss in das Bein des Angreifers abgegeben.

Rettungskräfte brachten den 20-Jährigen mit einer schweren Beinverletzung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestehe nicht. Wie bei Schüssen durch Polizisten üblich, übernimmt die Mordkommission die weiteren Ermittlungen in dem Fall.

Der Fall im Dom weckt Erinnerungen an einen tödlichen Vorfall am Berliner Neptunbrunnen vor fünf Jahren: Am 28. Juni 2013 hatte ein unter Drogeneinfluss stehender Mann nackt in dem Brunnen aufgehalten. Er hielt ein Messer in der Hand und verletzte sich dabei immer wieder. Beamte gingen mit gezogenen Waffen auf ihn zu – als der Verwirrte dann mit dem Messer auf einen der Beamten losging, drückte ein Kollege ab. Der Mann wurde tödlich getroffen. Die Ermittlungen danach bestätigten das rechtmäßige Handeln des Beamten – es habe eine Notwehrsituation vorgelegen. Der Mann war zudem psychisch krank. Ob das im aktuellen Fall vom Berliner Dom auch so war, blieb zunächst unbekannt.

An den Portalen des Berliner Gotteshauses prangt zumindest in großen Lettern: „Hass schadet der Seele“. Und den Beinen, kann man nun getrost hinzufügen.

Video der Szene im Dom: