"Leute, erhebt eure Stimme und zeigt Gesicht!"

Freund der Familie von Susanna spricht auf Kundgebung in Mainz

Mainz, am Sonntag auf der Kundgebung von „BEWEG WAS!“. Er kam mit der Deutschlandflagge und der Flagge Rumäniens. Trug seine Kippa auf dem Kopf und wirkte entschlossen.

Er, ein Jude wie Susanna und wütend, sehr wütend. Er ist ein Freund der Familie, der durch einen irakischen Invasoren ermordeten und verscharrten 14jährigen Susanna F. aus Wiesbaden. Er berichtete, wie er früher mit dem Mädchen spielte, wie lebhaft es war und deutet mit seiner Hand die Größe des Kindes an.

Er berichtet davon, wie er kurz nach der Tat mit der Familie telefonierte. Er bebt innerlich, es bricht aus ihm heraus: „Es ist wieder soweit in diesem Land, dass auch Juden nicht mehr sicher sind!“. Als Grund des Übels macht er die Regierung aus und nennt sie „Lügenpack“.

„Fakt ist, so wie es jetzt in diesem Land läuft, kann es nicht mehr weiter gehen. Es reicht!“, ruft er ins Mikrofon während Gegendemonstranten erfolglos versuchen seine Rede zu übertönen. Er fordert alle auf: „Leute, erhebt eure Stimme und zeigt Gesicht!“.

Hier der Mann mit einer „mobilen Gedenktafel“, die vom Veranstalter an jeden der ca. 200 Teilnehmer der Trauerkundgebung ausgegeben wurde mit der Bitte diese zu vervielfältigen und zu verteilen:

Hielt eine bewegende Rede – der jüdische Freund der Familie von Susanna F.

Obwohl Pressevertreter des SWR über n-tv, RTL, Deutschlandfunk und ZDF vor Ort waren, ist außer in der Freien Presse nirgends von den Inhalten und den Forderungen, die auf dieser Kundgebung vorgetragen wurden, zu lesen oder zu hören.

Presse war reichlich vor Ort – berichtet wurde aber inhaltlich nichts.

Es wurde während der Kundgebung unter der „Leine des Grauens“ an Susanna und der vielen in der jüngsten Vergangenheit umgekommenen und vergewaltigten Mädchen und Frauen gedacht.

Die „Leine des Grauens“.

Die „Leine des Grauens“ ist keine einmalige und in sich abgeschlossene Aktion.

Die „Leine des Grauens“ stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmern.

Sie wächst mit jedem geschändeten und ermordeten Menschen, der aufgrund der unverantwortlichen „Flüchtlingspolitik“ sein Leben lassen musste.

Es waren insgesamt fünf Gegendemonstrationen angemeldet worden, von denen lediglich zwei tatsächlich stattfanden. Die ca. 150 Teilnehmer dieser Störkundgebungen skandierten neben den üblichen Schmähgesängen natürlich auch wieder trotzig: „Flüchtlinge willkommen“. Zudem mussten sieben Platzverweise ausgesprochen werden.

Ein weiterer Redner war Robert, der aus seiner Heimatstadt berichtete und selbst Vater einer 14-jährigen Tochter ist. Hier seine sehr emotionale Rede:

Zum Ende der Veranstaltung wurde Geld für die Familie von Susanna gesammelt, um die anfallenden Kosten der Beerdigung decken zu können.

Hier noch einige Impressionen aus Mainz: