Russ - ssi – aaa!! Russ – ssi – aaa!!

Guckst Du, Jogi: Fünf zu Null – sooo schlägt man Arabien!

Von PETER BARTELS | Nein, die Russen haben nicht wie ein Weltmeister gespielt. Aber sie haben wie ein Weltmeister gewonnen. Und sie haben dem Weltmeister Deutschland gezeigt, wie man die Saudis schlägt – mit Toren. Fünf auf einen Streich: 5:O für Russ-ssi-aaa! Nicht nur das Stadion in Russland jubelte …

Wenn man an den kläglichen Kick von Jogi Löws “Buben” gegen Saudi-Arabien am 8. Juni in Leverkusen denkt, an das ärmlich bis erbärmliche Ergebnis: Saudis zwei Tore, die bunte Löw-“Mannschaft” ein Tor; trotzdem gewonnen, weil die Wüstensöhne sich selbst ein Ei ins Nest legten. Jedenfalls kann man sich vorstellen, dass es auch Jogis Weicheiern blümerant ums Popöchen wurde nach dem grandiosen russischen Sieg Abendland vs. Morgenland. Har! Har! Mann darf sich ja schon lange nix mehr gönnen, Merkels Moralapostel lauern hinter jedem Block…

Die Zuschauer wurden auch gleich dialektisch vom DDR-Fernsehen eingenordet. Ein Reporter namens Tom räsonierte zum wunderschönen, kurzen Auftakt im Stadion (der Ball wurde von der russischen Raumstation MIR ausgeklinkt, zur Erde, schließlich ins herrliche Stadion in Moskau gelenkt). Der DDR (ARD)-Reporter haute gleich mit voller Wucht in die Wolken: Die FIFA sorgt hier für „wohlige Atmosphäre.“ Neiiiin, politically correct-Menschi, natürlich n i c h t Russland, n i c h t die Zuschauer, ja nicht Putin, der Schröder-Freund. Aber DDR-Tom ging gönnerhaft auf Nummer sicher: “Wir freuen uns zwar auf die Spiele, werden uns aber nicht blenden lassen…”

Wovon? Von den russischen Mädchen, die sich da wunderschön durchs Stadion strahlten? … Von der noch schöneren russischen Sopranistin (Wiener Staatsoper) im Duett mit dem etwas in die Jahre gegrauten Briten Robbie Williams? … Dann aber beschwichtigte der gute Mensch von Sezuan doch: “Man will ja fair umgehen mit ihnen … im Fußball haben die Russen ja noch kein Doping, dafür haben sie einfach zu oft verloren … Unserem Hajo Seppelt haben sie trotzdem die Einreise verweigert”.

Nach Lüge die verkniffene Drohung: ”… aber dazu gibt’s ja Sonntag in der Sportschau neue Erkenntnisse!” Aaahaaa, jetzt weiß auch der letzte Seher von Merkels Staats-Fernsehen, warum das Kerlchen Seppelt, das so aussieht, wie es heißt, nicht doch auf Gebührenzahler Kosten zur WM nach Russland flog: Er will Sonntag in der SPORTSCHAU Putin eine neue Stinkbombe ins Stadion werfen. Wie seinerzeit bei den olympischen Spielen. Dabei hatte der lupenreine Homophobe dem Depperl Sepperl doch gerade die Einreise erlaubt, das Persona-non-grata-Verdikt aufheben lassen, weil Merkel so drängelte. Sogar Tagesschau und Heute meldeten danach triumphierend den Sieg über Putin…

Doch unmittelbar vor dem Flug ins Reich des Bösen, Seppelts Rückzieher: „Lieber nicht …“ Jetzt wissen wir, warum – Stinkbombe am Sonntag. Und da wäre der Seppelt IN Russland doch etwas nah am Staatsanwalt gewesen, gell tapferer Bomber?! Und so log der blonde Onkel Tom von DDR/ARD bei der Einweihungsfeier beiläufig: Er durfte nicht einreisen …

Der kleine Putin begrüßte trotzdem die große Fußball-Familie, den „grandiosen Fußball, der seit 1897“ durch Russland rollt. Und der Fifa-Präsident Infantino war sicher: Der Fußball wird wieder Russland und die ganze Welt erobern … Dann schmetterten die Wüstensöhne ihre Hymne “Lang lebe der König”, und der malerisch gewandete Kronzprinz lächelte huldvoll… Bei der Russen-Hymne sang nicht jeder mit, aber dafür bebte das ganze Stadion Weiss-Blau-Rot mit. Wahrscheinlich sogar etwas Wodka-blau …

Beim 3:0 hielt der schöne, große Wüstensohn dem kleinen Putin die offenen Handflächen hin: Inschallah!! Und der kleine Russen-Zare hielt ihm auch seine Handflächen hin: Kann se maken nix …

Dann gibt Onkel Tom denen, die schon lange „hier leben“, etwas Ramadan – Nachhilfe: Nichts essen von 7 Uhr in der Früh bis zum Sonnenuntergang, auch wenn der Magen knurrt; für Fußballspieler gibt’s natürlich Mampf-Ausnahmen… Schließlich die Nachspielzeit, das vierte Tor der Russen – mit Links, Aussenriss, Schlenzer. Weltklasse. Das letzte Tor, Sekunden später, ein Freistoß, den kein Beckham der Welt schöner gekonnt hätte. ARD-Tom verschlug es fast die Sprache: “5:0” hauchte er fast tonlos …

Die Bommes und der Opdenhövel haben hinterher gackernd natürlich alles vorher gewußt. Sogar der alte ZDF-Gockel mit steil zum Kamm gegeltem Resthaar preßte in den Heute-Nachrichten raus: Ein Auftakt nach Maß!! Schnitt: Jogi Löw, seine “Mannschaft” beim Training – Tony Kroos, Boateng. Von den Türken Özil und Gündowahn weit und breit nichts zu sehen …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!