Pathologische Verzerrung der Wirklichkeit

Sozialisten: Die Sadisten sind immer die anderen

Von NADINE HOFFMANN | Der real existierende große Wurf der Sozialisten jeglicher Couleur ist der, dass sie ihre niederen Motive durch den Missbrauch der Geschichte als intellektuell und erhaben vermarkten und dadurch einen Platz in der Öffentlichkeit einnehmen konnten, den sie nun mit Hauen und Beißen verteidigen. Und das mitunter überzeugend, weil sie mit ihren Heilsversprechungen und Heiligenscheinen auf fruchtbaren, wenn auch verstandesfreien Boden treffen. Wer wäre schließlich nicht gern ein medial anerkannter Gutmensch im Zeitalter der Mediendemokratie und Bessermenschenherrschaft.

Nehmen Sie Wagenknecht. Die ist so etwas wie die letzte waschechte Ideologin ihrer Partei, aber das authentisch und für den Rest unterdurchschnittlicher Linkenschauspieler deswegen noch brauchbar.

Auch wenn das Gefälle Wagenknecht-Bartsch nur allzu steil ist. Die verbal inkompetente Kipping hätte sie schon längst eigenhändig eistortengebombt, würde die Sahra nicht derart edel daherkommen und der Ex-SED sowas wie einen nachträglichen Glanz verpassen, der Mauertote verblassen lässt. Oder Gysi, als man ihn noch in TV-Plapperstunden einlud. Rhetorisch nicht ungeschickt konnte er punkten. Man muss die wahren Beweggründe nur gekonnt verkaufen (sofern sie einem tatsächlich bewusst sind, und das ist ja die Krux bei den sozialistisch-kommunistischen Betonköpfen), und schon liegt einem die michelige Masse zu Füßen. Was das angeht, tickt die Republik hüben wie drüben gleich und nationale wie internationale Sozialisten auch.

Traut man sich jedoch in die finsteren Gefilde menschlicher Moralistenauswürfe, stellt der neutrale Abenteuersucher fest, dass hinter, oder besser gesagt unter dem, was sorgsam einstudierte Worte kameraaffin im Volk verbreiten, Instinkte stecken können, die nichts mit Intellekt oder Moral zu tun haben.

Was ist die Gleichmacherei der Geschlechter, der Wirtschaft, der Menschen (Planwirtschaft bis zum Endkampf eben) denn anderes als der zwanghafte Versuch, eigene Unzulänglichkeiten zu kaschieren und der Gesellschaft die Fähigkeit der Wahrnehmung von Unterschieden, sprich das natürliche Gespür, nehmen zu wollen? Sie, die Menschheit, einzustampfen, bis nur noch graue Kutten und übersättigte Funktionäre übrig bleiben, die über Schicksale entscheiden. Der sich selbst überhöhende Linke fordert ja nicht „soziale Gerechtigkeit“ (schöne Worte, die inzwischen leider verbraucht sind), weil ihn andere Seelen sorgen, sondern weil er weiß, dass er in einer tatsächlichen Leistungsgesellschaft und in einer Gesellschaft mit moralischem Kompass nichts werden würde. Höchstens Hausmeister einer Volkshochschule. Er/sie reagiert dann konsequent aus einem schier krankhaften Trieb heraus auf alles neurotisch, was ihn in seiner eingebildeten Vollkommenheit gefährdet. Und ein Sozialist muss überall Ungerechtigkeiten sehen, weil das sein Selbst- und Weltbild bestätigt.

Die pathologische Verzerrung der Wirklichkeit spiegelt nicht nur das Innenleben des Sozialisten wieder, sie ist gleichzeitig das Perpetuum mobile des linken Charakters und der nach außen propagierte Klassenkampf. Gegen einen Feind, den es nicht gibt bzw. da, wo ihn der aufrechte Kämpfer nicht verortet. Die Bösen sind immer die anderen.

Der Sozialismus ist damit die fleischgewordene Sublimation moralisch-intellektueller Schwächen. Die Charakterlosigkeit wird durch Übertragung und Unterdrückung kompensiert. Das Gewissen ist nicht vorhanden.

Der „Linke“ fühlt sich sogar so unfehlbar, dass er eher die Welt brennend niedergehen sehen wollte, als nur einmal zuzugeben, dass nicht die anderen das Problem sind, sondern er selber. All die Irrtümer, die millionenschweren Toten des Sozialismus sind nur ein Fliegenschiss im Vergleich zum sich göttlich fühlenden Ego eines kernkonzentrierten Kommunisten und Sozialisten. Das (das sich Erhöhen auf Kosten der Allgemeinheit) ist gar zur zivilisatorischen Krankheit geworden, die durch Aufklärung überwunden, kuriert werden muss. Der Sozialneid ist ein Symptom. Der Extremismus ein Geschwür.

Die Gesellschaft teilt sich wahrhaft in gut und böse. In Menschen, die sozial agieren und in Sozialisten, die von sich behaupten, dies zu tun.

In Menschen, deren Psyche es nicht nötig hat, zu negieren und zu zerstören und in Menschen, deren Verkommenheit das Herabsetzen wie die Luft zum Atmen braucht. Das ist es, was Sozialisten zu Sadisten macht und die darauf hereinfallende Masse zu Masochisten ohne Codewort.

Und wäre der „Westen“ nicht so träge und denkfaul, wäre der Sozialismus schon längst als das erkannt worden, was er ist: Sadismus, der sich als Altruismus ausgibt.


(Die Autorin ist Beisitzerin des AfD-Landesvorstands Thüringen)