Das Volk wird erneut hinters Licht geführt

„Spurwechsel“ bedeutet Persilschein für abgelehnte Asylbewerber

Von JUPITER | Schleswig-Holsteins Jamaika-Häuptling Daniel Günther, der neue Beliebigkeits-Apostel der CDU nach Wulff, Generation Prinzipienlosigkeit, eifriger Brückenbauer zu Grünen und Linken und Muttis Liebling, ist der Erfinder einer neuen Schimäre in der Flüchtlingspolitik: dem „Spurwechsel“. Mit diesem Patentrezept würden aus abgelehnten Asylbewerbern, vulgo: illegalen „Flüchtlingen“, eben mal dringend benötigte „Fachkräfte“, die damit für alle Zeiten den Persilschein ins gelobte deutsche Sozialparadies geschenkt bekommen.

Günthers „Spurwechsel“ im Zuge des geplanten Einwanderungsgesetzes (Neusprech: Fachkräftezuwanderungsgesetz), dessen erste Eckdaten vorliegen, gaukelt aber auch teuflisch raffinierte Zutaten vor, um aus der verdorbenen Flüchtlingspolitik-Plempe ein scheinbares Delikatess-Süppchen zu zaubern. „Spurwechsel“ bastelt angeblich Fachkräfte im Handumdrehen, nütze so der penetrant personalleidenden Wirtschaft, befreie uns auf wundersame Weise aus der demografischen Falle und sei darüber hinaus auch noch ein vernunftbegleiteter, humanitär wertvoller Akt. Nützlicher Nebeneffekt: Die Sisyphos-Mühen der Abschiebungen lösten sich in Wohlgefallen auf, weil kaum einer noch abgeschoben werden muss. Der Spurwechsel machts möglich.

Was will man mehr? Günthers spontane Follower wie die Hannoversche Allgemeine als Flaggschiff des SPD-geführten Madsack-Konzerns trommeln bereits kräftig für die genial einfache und wirkungsvolle Methode, viele Probleme mit einem Schlag zu erledigen. „Wer die Ärmel hochkrempelt, die Sprache lernt und den Arbeitgeber überzeugt, verdient eine Chance“, heißt es dort in der Samstag-Ausgabe.

Das Günther-Patent ähnelt denn auch dem Prinzip des tapferen Schneiderleins. Denn dieser brave Handwerksbursche erledigte bekanntlich sogar „Sieben auf einen Streich“. Wohlbemerkt: Fliegen, und zwar im Märchen. Vom Märchenhaften der Gebrüder Grimm ist Günthers Fliegenfängerei nicht weit entfernt. Denn für seinen Spurwechsel-Vorschlag – Marke „aus illegal mach scheiß-egal“- fehlt jede statistische Grundlage. Um wieviele Personen mit welcher Qualifikation handelt es sich aktuell und künftig, die zu „Fachkräften“ umgeswitcht und denen Arbeitsperspektiven eröffnet werden sollen? Hier sind Regierung samt Unterstützer wie immer ausgesprochen maulfaul. Mangels verlässlicher Daten sei es erlaubt, zu spekulieren: Darf ein „Flüchtling“ mit schlechter Bleibeprognose, der gerade eine 14-jährige vergewaltigt hat und sich in der Haft zur „Fachkraft“ umschulen lässt, als „Spurwechsler“ bleiben? Schließlich hat er die Ärmel hochgekrempelt.

Zugegeben, ein relativ extremes Beispiel. Viel häufiger wird folgendes passieren: Hunderttausende von abgelehnten Asylbewerbern werden plötzlich auf wundersame Weise „Fachkräfte“, zumindest angehende „Fachkräfte“. Die Bäcker und Restaurantbetriebe reiben sich schon kräftig die Hände, billige Tellerwäscher und Ausfeger zu bekommen. Wenn sie morgen ihren Job schmeißen und ins Drogengeschäft wechseln – wen interessierts? All diese werden dann unter „Fachkräfte“ verbucht. Bedrohlich und systemverändernd wird die Sache aber, weil das Asylrecht damit ausgehöhlt und überflüssig wird, wenn abgelehnte Asylbewerber durch die Hintertür (sprich: künftiges Einwanderungsgesetz) künftig „ins Legale“ spurwechseln dürfen. Man kann sicher sein, dass ein solcher Systemwechsel nicht vorübergehend, sondern als dauerhaft eingerichtet wird. Die Asylindustrie wird schon dafür sorgen.

Man muss wissen: „Spurwechsel“ à la Günther ist das Gegenteil von gesteuertem Zugang qualifizierter Arbeitskräfte. Fachleute warnen davor, Asyl- und Fachkräftezuwanderung zu vermengen. CSU und Wirtschaftsverbände haben verärgert und ablehnend auf Günthers Vorschlag reagiert. Fließt seine Idee dennoch in das neue Gesetz ein, wäre es der Türöffner für die zweite Jahrhundertlüge im Zuge der Migranten-Invasion. Im Herbst 2015 wurde stereotyp behauptet, es kämen hauptsächlich Ärzte und Ingenieure nach Deutschland. Was ganz überwiegend kam, waren islamische Analphabeten ohne jegliche Deutschkenntnisse, nicht wenige davon entlaufene Mörder, Vergewaltiger, Messermänner und Terroristen.

Spurwechslern vom Schlage Günther schwebt aber noch eine weitere Absicht vor. Sie wollen die SPD thematisch links überholen, bis dieser gänzlich der inhaltliche Treibstoff ausgeht. Damit würde die CDU automatisch noch weiter an den linken Rand abdriften.