Mallorcas Geheimtipp: Terroristen gegen Touristen

Auswandern? Libyer sticht am Ballermann auf Deutsche Touristen ein

Von BEN NICKELS | Deutsche Touristen sollen sich auch in Mallorca „wie zuhause“ fühlen: Ein 31-jähriger Nordafrikaner hatte in der Nacht zum Montag bei einem „Streit“ an der Playa de Palma zwei deutsche Urlauber mit Messerstichen schwer verletzt. Die beiden Verletzten sind 27 und 46 Jahre alt. Spanische Polizisten nahmen daraufhin „Ballermann“ wörtlich – und streckten den libyschen Messerangreifer mit einem beherzten „Warnschuss“ nieder.

Der Vorfall ereignete sich an der berühmten Strandpromenade von S’Arenal, wo auch der „Ballermann 6“ liegt – in der Missió de San Diego zwischen der bei Deutschen beliebten „Schinkenstraße“ und dem Tanzclub Mega-Park. Der Geflüchtete floh zunächst, wurde jedoch von der Polizei gestellt und bedrohte dann die Beamten mit einem Messer. Einer der Polizisten schoss dem Nordafrikaner in erweiterterer Notwehr daraufhin in den Knöchel. Alle Verletzten wurden in Kliniken gebracht. Die Ermittlungen der Mordkommission der spanischen Nationalpolizei dauern an.

Die Tat passierte nach 1.00 Uhr nachts. Eine Augenzeugin: „Ich wollte gerade nach Hause gehen, da sah ich eine Menschentraube vor zwei Männern, die blutend am Boden lagen. Ein Mann rannte weg, Polizisten hinter ihm her. Er flüchtete in eine Seitenstraße Richtung Strand. Die Polizisten verfolgten ihn, forderten ihn auf, die Waffe niederzulegen. Als er daraufhin auf die Polizei losging, wurden zwei Schüsse abgefeuert. Einer in die Luft, einer traf den Mann am Bein. Daraufhin überwältigte die Polizei den Mann.“

Drei Polizisten warfen sich auf den libyschen Messerstecher und hielten ihn so in Schach. Notärzte versorgten den Täter. „Danach wurde er erst richtig durchsucht“, sagte ein weiterer Zeuge. Einen terroristischen Anschlag schloss die Polizei zunächst aus. Der Erstmeldung, es handle sich bei den Opfern um „Hells Angels“, widersprach die spanische Polizei – es seien handelsübliche Touristen gewesen.

Lieber „Geflüchtete“ als Touristen

Der neue Linksregierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez ist der Nafri-Messertäter allerdings herzlichst willkommen. Für ihn sind die „Schutzsuchenden“ die moralisch besseren Touristen. Sie haben nur einen kleinen Fehler: Sie zahlen nicht und fahren auch nicht wieder nach Hause. Über die ausbleibenden Euros für Spaniens lebenswichtige Tourismusindustrie muss sich Sánchez jedoch keine Sorgen machen – Spanien ist in der EU und wird auch via Target2 vom deutschen Steuerzahler mit Milliardenbeträgen in dreistelliger Höhe gesponsert, analog dem siechen Griechenland, nur mit weitaus höheren Risikosummen.

Nachdem Spanien unter Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy so gut wie keine Flüchtlinge aufgenommen hat, schlägt sein Nachfolger nun einen deutlich wahnwitzigeren Asyl-Kurs ein und hat zugesagt, die mehr als 600 „Asylsuchende“ vom Flüchtlingsrettungsschiff „Aquarius“ in Spanien aufzunehmen.

Mindestens 25 der „geretteten Menschen“ wurden allein in Palma untergebracht. Dafür sei eigens ein Nonnenkonvent im Stadtteil Son Rapinya renoviert worden. Die Umbauarbeiten seien nun abgeschlossen, die Unterkunft bezugsfertig. Acht Mitarbeiter des Roten Kreuzes sollen sich dort um die Neuankömmlinge kümmern, PI-NEWS berichtete.

Die ersten 25 Flüchtlinge des „Rettungsschiffs Aquarius“ fühlen sich Nonnen-Konvent in Palmas pudelwohl. Bei der „Personengruppe“ handelt es sich ausschließlich um junge Männer, darunter zwölf Sudanesen, drei Nigerianer, verschiedene Nordafrikaner und ein Kameruner. Nach der Reise von Valencia nach Mallorca wurden die Flüchtlinge sofort über ihre Rechte für einen Asylantrag informiert und erhielten unverzüglich eine Gesundheitskarte – ähnlich wie in Deutschland.

„Das Wichtigste ist, dass die Wahrung der Menschenrechte gewährleistet und die Bedingungen für die Flüchtlinge würdevoll sind“, so ein Sprecher der deutschsprachigen Bürgerplattform „Die Balearen nehmen auf“.

Die Initiative hilft bei der Versorgung der 25 geretteten Flüchtlinge. Der Anfrage der spanischen Regierung, Flüchtlinge aufzunehmen, kamen die Lieblingsinseln der Deutschen umfassend nach, wie Fina Santiago, die Sozialministerin der Balearen stolz erklärt: „Wir haben nicht einen Platz abgelehnt, um den man uns in Madrid gebeten hat“. Palmas Bürgermeister Antoni Noguera signalisierte, auch weitere Asylsuchende mit offenen Armen zu empfangen: Man sei auch in Zukunft gewillt, Unterkünfte und Steuergelder zur Verfügung zu stellen, so Noguera.

Die balearische Landesregierung sucht aber nun weiter nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für die illegalen Migranten, die sich an Bord des Schiffes „Aquarius“ auf dem Weg nach Spanien befanden. Aus diesem Grund will die Landesregierung anderswo geeignete Immobilien für die Neuankömmlinge bereitstellen, auch bald leerstehende Touristenunterkünfte. Die balerische Ministerpräsidentin Francina Armengol wurde mit den Worten zitiert: „Spanien ist jetzt eines der Länder, die sich am meisten um jene Menschen kümmern, die auf dem Mittelmeer vom Tod bedroht sind.“

Hilfsorganisationen auf den Balearen begrüßten die Entscheidung der spanischen Regierung, Bootsflüchtlinge aufnehmen zu wollen. Auf Mallorca appellierten Caritas und die NGO „Mallorca ohne Hunger“ an die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Menschen. Eine „Flüchtlingsunterkunft“ liegt direkt an der Playa de Palma – kein Witz ! Auf ihren 50 Plätzen sind 208 Menschen zeitweise untergekommen. Derzeit werden dort vom Roten Kreuz Menschen aus Venezuela, Kolumbien, Chile (!), El Salvador und Nigeria betreut, sowie Geflüchtete aus den Maghreb-Staaten Libyen, Algerien und Marokko.

Da in Palma mittlerweile das Platzangebot knapp wird, dürfen Privatwohnungen ab 1. Juli nicht mehr an Touristen vermietet werden. Die Hauptstadt der Balearen wird damit weltweit zum Vorreiter. Die Touristenmassen ließen die Kassen im Sommer 2017 lauter den je klingeln. Aber vielen ökologisch orientierten Mallorquinern war das angesichts überfüllter Straßen und Strände, der Umweltprobleme und des schlechten Benehmens gewisser Feriengäste egal. Sie forderten Beschränkungen. Geführt wird die Stadtregierung von Palma von der Ökopartei MÉS, den Sozialisten und der linksradikalen Gruppierung Podemos. Auch in anderen spanischen Städten, etwa in Madrid und Barcelona, erwägt man demnächst Maßnahmen gegen die unkontrollierte Vermietung von Ferienwohnungen. Ob das Anti-Airbnb-Gesetz auch mit EU-Recht vereinbar sei, ist den Baller-Ökos eher egal. So wie der Import von „Illegalen“ mitten in die Touristenzentren.

Gezielte Absicht der Maßnahmen gegen Touristen war, „Nachteile für die Umwelt“ sowie auch steigende Mieten oder schlechtes Benehmen der meist deutschen Gäste zu verringern. Allah-sei-Dank wird nun mittels Messern Abhilfe gegen „Schlechtes Benehmen“ geschaffen!

Die „Sächsische Zeitung“ frohlockt über die mallorquinischen Neubürger:

„Bald werden hier zwei Dutzend der „Aquarius“-Flüchtlinge einziehen, die eine tagelange Irrfahrt durch das Mittelmeer erlebt haben. Die meisten kommen aus dem von sozialen und ethnischen Konflikten gebeutelten Sudan. In dem früheren Nonnenkonvent sollen sie einen sicheren Hafen finden und ihr Trauma verarbeiten. Schon am Eingang ist zu lesen, was die Zukunft – so hoffen die Betreuer – für die Menschen bereithält: „Heute ist ein guter Tag zum Lächeln“, steht auf Spanisch in großen roten Lettern an der Wand des Empfangsraums.

Im hübschen Innenhof steht ein schattenspendender Zürgelbaum. Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet, aber hell und freundlich. Die Fenster der oberen Stockwerke, mit ihren typisch mallorquinischen grünen Läden, geben den Blick auf die Hügel der Bergkette Na Burguesa frei. „Ich denke, dass die 23 Flüchtlinge Ende der Woche hier sein werden“, sagt Tomeu Miralles. Der 41-Jährige ist der Koordinator des neuen Flüchtlingszentrums, das vom Roten Kreuz verwaltet wird. Das Kloster sei erst vor zehn Jahren renoviert worden, erzählt er. „Wir mussten im Grunde nur die Möbel rein stellen.“

Ein Rückblick: Die von der Hilfsorganisation SOS Méditerranée gecharterte „Aquarius“ hatte im Juni 629 Menschen vor der libyschen Küste gerettet und an Bord genommen. Fast alle stammen aus afrikanischen Staaten, in denen Bürgerkriege, Milizen oder Despoten wüten und Menschen hungern. Sudan, Südsudan, Eritrea, Nigeria. Dann aber verweigerten sowohl Italiens fremdenfeindlicher Innenminister Matteo Salvini als auch Malta die Aufnahme der Migranten.

Mehrere Tage lang harrte das Schiff auf See aus, während die Lage für die Menschen an Bord immer prekärer wurde. Schließlich gab die neue sozialistische Regierung Spaniens ihre Zustimmung zur Anlandung – jedoch musste die „Aquarius“ 1500 Kilometer zurücklegen und gegen teils meterhohe Wellen ankämpfen, bis sie schließlich in Valencia ankam. 106 Migranten waren an Bord, zwei italienische Schiffe hatten die restlichen Migranten von der „Aquarius“ aufgenommen.

Die Zahl der Menschen, die die westliche Mittelmeer-Route wählen, hat sich bis Mitte Juli 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht und übertrifft nun die Ankünfte in Italien und Griechenland. Allein am vergangenen Wochenende wurden im Alborán-Meer und in der Straße von Gibraltar mehr als 1100 Menschen von der spanischen Seenotrettung aufgegriffen.

In Spanien, wo anders als in Italien oder Deutschland keine rechtspopulistische Partei im Parlament sitzt, treffen Asylsuchende größtenteils auf offene Arme. Nicht nur die Regierenden, sondern auch die Spanier selbst sehen sich in der Pflicht“.

„Aquarius-Migranten“: Yoga- und Theaterkurse !!!

„In den ersten sechs Monaten versuchen wir ihre Grundbedürfnisse abzudecken und sie langsam auf das Leben auf der Insel vorzubereiten“, sagt der gelernte Sozialpädagoge Miralles. Dazu gehören neben medizinischer und psychologischer Betreuung auch Sprachkurse und Workshops, die Behördengänge sowie Job- oder Wohnungssuche erleichtern sollen. Zudem werden Ausflüge und Aktivitäten wie Yoga oder Theaterkurse angeboten. Pro Monat erhält jeder Flüchtling ein Taschengeld von 50 Euro. In einer weiteren sechsmonatigen Phase sollen die Flüchtlinge eine eigene Wohnung suchen und spätestens nach 18 Monaten einen Job gefunden haben – so zumindest ist der Plan. Natürlich seien Konflikte zu bewältigen, sagt Miralles. „Keiner dieser Menschen möchte wirklich hier sein. Wenn sie in ihrer Heimat eine Chance hätten, würden sie da bleiben. Das führt zu Frustration.“ Zudem sei der Standort Mallorca wenig attraktiv. „Die meisten Migranten bevorzugen es, auf dem Festland zu bleiben, da haben sie mehr Mobilität.“

Tatsächlich ist das Nonnenkonvent erst die zweite Flüchtlingsunterkunft auf Mallorca. Eine weitere an der Playa de Palma eröffnete vor zwei Jahren mit einer Kapazität für 50 Menschen. Viele Touristen zeigen derweil Mitgefühl, so wie eine Urlauberin aus Norddeutschland, die sagt: „So viele Leute aus verschiedenen Ländern suchen auf Mallorca ihr Glück. Dann sollten diese Menschen, die nun wirklich gar nichts haben, auch eine Chance bekommen.“

Die bemühten Mallorquiner wollen nur das Beste für ihre neuen Gäste. Und zugleich, dass sich die hart gesottenen deutschen Touristen wie zu Hause fühlen können. Mit einer Flut von messernden und dealenden Menschengeschenken erhält jeder anständige Deutsche sofort das heimelige Gefühl, er wäre zuhause im Glück – in Berlin, Bochum, Köln, Düsseldorf, Bremen, Hannover, Hamburg, Kandel, Nürnberg, Duisburg, Dresden, Cottbus oder Chemnitz – einfach mit mehr Sonne und noch „heißerem“ Klima.