Eklat bei Poetry Slam

Speyer: Sippenhaft für Tochter von AfD-Abgeordneter Nicole Höchst

Von RICHARD FEUERBACH | Im Rahmen eines vom Jugendstadtrat Speyer und einer „Anti-Rassismus“-Initiative gemeinsam veranstalteten Poetry Slams kam es am Mittwoch (26.9.) zu einem Eklat.

Der Auftritt der 14 Jahre alten Ida-Marie Müller (Video oben), Tochter der AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst, verursachte bei den anwesenden Bessermenschen und der antirassistischen Jury eine gefährliche Schnappatmung.

Das örtliche Provinzblättchen Rheinpfalz berichtete, dass sich das Jugendstadtratsmitglied Müller in ihrem Gedicht über politische Korrektheit, selbsternannte Zivilcourage und Masseneinwanderung lustig gemacht hätte. „Der Neger ist kein Neger mehr, Zigeuner kann man auch nicht sagen. Rassistisch ist das beides sehr, so hört man’s an allen Tagen. Wer es trotzdem wagt, wird ausgebuht“, trug Ida-Marie in ihrem Auftritt vor.

Daraufhin schalten die Veranstalter Lautsprecher ab. Trotz Buhrufen aus den Reihen der meinungsgeschulten Zuschauer fuhr Müller fort: „Aus fernen Ländern kam der Mann an Menschenhändler ran, mit Handy und ohne Pass in unserem gelobten deutschen Land. Weil er kein Fräulein haben kann, hilft er schnell nach mit einem Messer. Und die Moral von der Geschicht’: Steckt das Messer dir im Bauch, wie’s im Orient der Brauch, kannst du lauthals nur noch schrei’n, mit Rückenwind von Linksparteien: ‘Nazis raus!’“

Da der Sieger des Wettbewerbs durch den Applaus bestimmt werden sollte und dieser zweifelsfrei nach Ida-Marie Müllers Vortrag stärker war als bei den anderen vier Teilnehmern, gewann sie den Wettbewerb.

Doch es kann nicht sein, was nicht sein soll und so beschloss man, dass die Siegerin nicht zur Preisverleihung durfte. Die Veranstalter, zu denen auch die Initiative „Speyer ohne Rassismus – Speyer mit Courage“ gehörte, schlossen das Mädchen kurzerhand aus und erklärten eine andere Teilnehmerin zur Gewinnerin.

Der darauf folgende laute Protest und die KritiK am Veranstalter und dessen Vorgehen stieß auf taube Ohren und kalte Schultern. Müllers Beitrag wurde vorgeworfen, er sei nicht unter dem Wettbewerbsthema „Zivilcourage“ zu verbuchen, sondern „geistige Brandstiftung“.

Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) warf Müller vor, die Plattform für eine AfD-Provokation genutzt zu haben. Der vom AfD-Kreisverbandsvorsitzenden Benjamin Haupt veröffentlichte Mitschnitt der Veranstaltung auf Facebook wurde vom Internetkonzern mit umgehender Löschung und einer 30-tägigen Sperre quittiert.