Buchtipp

Günter de Bruyn: Ein Schriftsteller sieht klar…

Der Schriftsteller Günter de Bruyn gehört zur alten Garde der deutschen Literatur. Er wurde in der DDR geehrt, obwohl er kein Kommunist war. Er wurde aber auch in der Bundesrepublik mit märkischen Heimatbüchern und Streifzügen durch die ostdeutsche Geschichte recht bekannt.

Nun hat er sich im Alter von 92 Jahren mit einem lauten Knall zurückgemeldet! Bruyns neuer Roman „Der neunzigste Geburtstag“ ist nicht bloße Literatur, sondern eine ziemlich deutliche Erzählung rund um den Wahnsinn unserer Zeit.

Die Geschichte spielt im „Wir-schaffen-das“-Jahr 2015 in der brandenburgischen Provinz. Ein Flüchtlingsheim soll hier entstehen.

Hauptfigur Leo Leyenfrost ist – so sieht es seine Tochter – „im Grunde seines Herzens ein Rechter“. Leos Schwester Hedwig hingegen ist eine eingefleischte Linke, eine echte 68erin. Nun steht Hedwigs 90. Geburtstag bevor. Sie möchte keine Geschenke – sondern startet eine Spendenaktion für Flüchtlingskinder. Hat es mit ihren früheren Abtreibungen zu tun, dass sie nun „verweinte Kinderaugen wieder strahlen“ sehen möchte?

Leo rechtfertigt es mit seinem hohen Alter, dass er die Welt („Flüchtlingskinder? Mit Bart?!“) nicht mehr versteht. Doch das ist eine Ausflucht. In Wahrheit nimmt de Bruyn/Leo alles hellwach aufs Korn: Von der „Willkommenskultur“ über das Gendersternchen und die entpolitisierte Jugend bis zum evangelischen Multikultigottesdienst.

Ein wagemutiges Buch von einem großen Autor – und eine gute Diskussionsgrundlage für Gespräche mit Leuten, denen man es schenken könnte!

Bestellinformationen:

» Günter de Bruyn: Der neunzigste Geburtstag (22 €) – hier bestellen