Peinliche Unterlassungserklärung wegen frei erfundener Bordellbesuche

Spiegel knickt vor AfD-Fraktion ein

Spiegel-Kolumnist Markus Feldenkirchen hatte am 12. Oktober in einem Artikel unter dem Titel „Erschütterndes über die AfD“ behauptet, dass sich ein prominentes Mitglied der AfD-Fraktion zweimal pro Woche von der Fahrbereitschaft des Bundestags in ein Bordell chauffieren ließ und die Rechnungen bei der Bundestagsverwaltung einreichte. Alles Lügenmärchen. Jetzt gab der Spiegel widerwillig eine Unterlassungserklärung gegenüber der AfD-Bundestagsfraktion ab.

Die Erklärung der Spiegel-Verantwortlichen klingt ebenso abenteuerlich wie irrwitzig: Die wüsten Nachrichten seien absichtlich falsch in der gedruckten Ausgabe 42/2018 erschienen. Der Beitrag sei die kritische Beschreibung eines Phänomens, wie es die AfD regelmäßig betreibe, erklärte Unternehmenssprecherin Hingst laut FAZ. Bei dem Spiegel-Text sei es um den „Wahrheitsgehalt von ‚Nachrichten‘, die von AfD-Mitgliedern und deren Sympathisanten im Netz geteilt werden, um Ressentiments zu schüren.“

Die „Entschuldigung“ der Spiegel-Verantwortlichen: Weiter unten im Text sei ja die Auflösung der Fake News erfolgt. Dort habe der Autor geschrieben „Und nun zur Wahrheit: Keine dieser Informationen stimmt. Hoffe ich zumindest. Ich habe sie mir ausgedacht“, so Feldenkirchen.

Die sogenannte „Auflösung“ erschien allerdings erst hinter einer Bezahlschranke, so dass sich vielen Lesern diese angebliche Absicht nicht erschloss.

Die AfD-Fraktion hatte daraufhin auf den Artikel mit einer Abmahnung reagiert: Vor allem in den sozialen Medien seien die frei erfundenen Anschuldigungen gegen die AfD-Abgeordneten unter Berufung auf den „Spiegel“ als Quelle weiterverbreitet worden.

Die Spiegel-Verantwortlichen bekamen weiche Knie und knickten vorsichtshalber ein, allerdings nicht ohne den Versuch, sich irgendwie aus der Sache herauszuwinden. Da man „kein Interesse an einer möglichen, aber sinnlosen gerichtlichen Auseinandersetzung“ habe, habe man „kulanzweise die Unterlassung abgegeben“, sagte eine Unternehmenssprecherin nach Angaben der FAZ.

Inzwischen musste der Spiegel die Bezahlschranke so versetzen, dass die „Auflösung“ auch ohne Geld zu lesen ist. Nachdem Spiegel-Erbe und Salon-Kommunist Jakob Augstein als Kolumnist kürzlich das Handtuch geworfen hat, glaubt man beim einstmaligen „Sturmgeschütz der Demokratie“ offenbar, das Publikum mit gefakten Märchen belustigen zu müssen. Was für ein Niedergang! (RB)