Polizei mauert bei Täterangaben

Versuchter Messermord in Bremerhaven

In Bremerhaven kam es vor drei Wochen zu einer Messerattacke, die fast tödlich geendet hätte. Die Ärzte retteten dem mit lebensbedrohlichen Verletzungen Eingelieferten das Leben. Über den Ablauf der Tat liegen recht vollständige Erkenntnisse vor, über das Opfer auch und ebenso über den Täter. Aus dem Polizeibericht:

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 3. November, zwischen 00.25 Uhr und 00.45 Uhr, erlitt ein 18-Jähriger schwere Stichverletzungen bei Streitigkeiten vor einem Lokal in der Lessingstraße.

Zusammen mit Freunden besuchte der 18-Jährige im Rahmen einer Geburtstagsfeier mehrere Lokale im Bereich der Lessingstraße. In und vor einer Bar kam es dann zu verbalen Streitigkeiten mit zwei unbekannten Männern, die dann in eine körperliche Auseinandersetzung mündeten.

Dabei wurde auf den 18-Jährigen mehrmals mit einem Messer eingestochen. Die beiden Täter flüchteten dann durch die Lessingstraße in Richtung Rickmersstraße. Der 18-Jährige bemerkte die Einstiche zunächst nicht, brach dann aber in Höhe einer Spielothek zusammen. Dort wurden seine schweren Verletzungen zunächst von seinen Freunden, dann durch eine Streifenwagenbesatzung und abschließend durch die angeforderten Rettungskräfte versorgt.

Er kam mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus.

Nach den Angaben der behandelnden Ärzte ist er zwischenzeitlich außer Lebensgefahr.

Die Polizei hat eine Mordkommission gebildet und nahm ihre Ermittlungen auf. Über die sozialen Medien wurde eine umfangreiche Öffentlichkeitsfahndung nach den unbekannten Tätern gestartet.

Zeugenaussagen, intensive Ermittlungen der eingesetzten Mordkommission der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Bremerhaven führten dann auf die Spur von zwei Tatverdächtigen.

Aufgrund der Beweislage wurde Haftbefehl gegen einen 29-Jährigen erlassen, der unter dem dringenden Tatverdacht steht, zugestochen zu haben.

Der 29-Jährige konnte am Mittwoch, 21. November, festgenommen werden und sitzt in Untersuchungshaft.

Zwei Aspekte fallen auf: Erstens wurde ein Messer nach einem verbalen Streit eingesetzt, was bis heute bei Deutschen eher seltener geschieht. Die Polizei kennt zweitens das genaue Alter des dringend Tatverdächtigen, will aber offensichtlich nicht Namen oder Herkunft nennen.

Nach dem Anti-Rechts-Hype auch in Bremerhaven müsste es sich bei dem Täter um einen Rechtsradikalen handeln. Denn bei Rechts verorten sie in der Seestadt die größte Gefahr und „gegen Rechts“ machten SPD, evangelische Kirche und die Linke deshalb auch vor gut zwei Wochen auf einer Demonstration („Wir sind mehr“) mobil.

Nach dieser politischen Lesart müssten also mal wieder marodierende Nazis auf Hetzjagd gewesen sein, deren Repräsentant dort zustach, nicht einer von den Weltoffenen, die von den Demonstranten herzlich nach Bremerhaven eingeladen und zum Bleiben aufgefordert wurden.

Näheres weiß die Ortspolizeibehörde Bremerhaven, aber sie will es nicht sagen. Wer mag, kann versuchen, dort nachzufragen und wir werden auch gerne die Antworten auf diese Fragen veröffentlichen, wenn sie an uns weitergeleitet werden.

Kontakt:

Ortspolizeibehörde Bremerhaven
Direktor Harry Götze
Hinrich-Schmalfeldt-Straße 31
27576 Bremerhaven
Telefonzentrale: 0471 953 – 0
h.goetze@polizei.bremerhaven.de