Heuchel-Frage des Tages und die Heuchel-Antwort:

„Warum verschenkt die UNO Kreditkarten an Flüchtlinge?“

Von PETER BARTELS | Es gibt Geschichten, die muss man zweimal lesen. Sogar bei BILD! Da lockt die Online-Schlagzeile „Warum verschenkt die UNO Kreditkarten an Flüchtlinge?“ Und verspricht einen „Faktencheck“. Raus kommt ein „Latten-Schreck“ namens Hans-Jörg Vehlewald …

Chefredakteure können nicht immer am Desk sitzen und Blatt machen, manchmal müssen sie raus in den Gau, den Kollegen Mut machen, weil’s nur noch abwärts geht mit dem Blatt. Dann schlägt daheim die Stunde der Mäuse. Während BILD-Chef Julian Reichelt, der seit Wochen mühsam versucht, vom Saulus zum Paulus zu werden, in Böblingen „Regionalkonferenz“ machte, ließ Hans-Jörg Vehlewald (54) flugs eine Story ins Blatt flutschen, die ihm sicher schon länger auf den roten Nägeln brannte. Seinem früheren Chef Sigmar Gabriel sicher auch. Schließlich war der Hans-Jörg mal sein Büroleiter …

Vehlewald studierte Politik (nur für Eingeweihte: FU Berlin!). Dann Henri Nannen-Schule (nochmal für Eingeweihte: STERN), NDR 2, „Spiegel“. Dann der „logische“ Schritt für die neuen Medien-Intellektuellen: BILD!! Elf Jahre Chefreporter EU-ropa-Politik. Ab März 2012 Presse- und Kommunikation im SPD-Bundesvorstand, 15 Monate später back to BILD; Wahlkampf an der BILD-Basis ist besser als aus dem fernen SPD-Kanal. Das Unternehmen ging krachend schief: Vor allem, weil Gabriel sich dann doch nicht traute, den Trotzki für die SPD zu machen, kein Kanzler-Kandidat wurde, wie versprochen. Wiki nennt das immer noch fälschlich eine Falschmeldung. Obwohl doch gleich zwei glühende SPD-Genossen – Vehlewald u n d Rolf Kleine (einst Berater von SPD-Steinbrück) – für BILD recherchiert und geschrieben hatten …

Der mollige Sigmar ließ sich halt lieber den Magen verkleinern. Er wusste, er würde ebensowenig an Merkels breiter Kiste vorbei kommen, wie vor ihm die Helmut Schmidt-Karikatur Steinbrück. Was schlau von Gabriel war – konnte doch EU-Millionär Martin Schulz endlich zum GröSoz aller Zeiten werden. Und Berufsschullehrer Gabriel Außenminister …Ääätsch! Und da kommt man rum, sogar bis zur UNO. Womit wir bei den „UNO-Kreditkarten“ sind. Genosse heute Früh-Rentner Gabriel, der kritische Deutsche instinktiv als Pack erkennt, träumte schon länger „morgen“ von einem Job bei der UNO. Und Vehlewald von einem Comeback. So oder so. Nun also war die UNO-Story fertig, der Kater aus dem Haus, die roten Mäuse hatten den Tisch für sich zum Tanzen:

„Es klingt (für manchen) wie eine Horrormeldung: Der ungarische Milliardär George Soros spendiert Flüchtlingen … eine Gratis-Kreditkarte zum Einkaufen. Und Mastercard, Europäische Union und das UN-Flüchtlingswerk UNHCR helfen ihm auch noch dabei“. Vehlewald weiter: „Seit Wochen kursiert die Nachricht in Blogs und Facebook-Netzwerken und schürt die Angst vor einer „ungezügelten Welle“ neuer Zuwanderer… Auch Ungarns Premier Victor Orban gab sich entsetzt … Die Verteilung von Karten „an Menschen, die wir nicht kennen, ist ein direkter Angriff auf das Leben der Europäer.“ Um dann den generösen, zum Glück aufgeklärten Genossen zu geben: “Na ja, ganz so ist es nicht …“

Dabei hat der „Chefreporter“ bis hierher längst dreimal sich selbst und seinen Beruf verraten: „schürt die Angst“ … „ungezügelte Welle“ … „Zuwanderer“ … An ihren Worten sollt ihr sie erkennen? Auch wenn der Bibel-Johannes „Taten“ sagte: Für Journalisten sind Worte „Taten“. Schwerter und Fanfaren …

Der Ex-SPD-Schreiber von Gabriel wird nach langem „Faktencheck“ zum Latten-Schreck, vulgo: Er hat nicht alle auf derselben, schreibt wörtlich: „Tatsächlich verteilt das UN-Flüchtlingswerk UNHCR seit Jahren Cash-Cards an Flüchtlinge …“ Specherin Juliane Schmitz-Engels: „Mastercard arbeitet aktiv mit Nicht-Regierungs-, Wohltätigkeits-, Hilfsorganisationen sowie Regierungen zusammen, um die Bargeldausgabe auf ein digitales Format umzustellen, da dies sicherer ist …“

Für uns Pack, das nix Elite-Schwurbel kann: „Nicht-Regierungs-Organisation“? N-G0! „Wohltätigkeits-, Hilfsorganisationen“? Caritas! … Brot für die Welt! … Johanniter! … Malteser! … Arbeiter-Samariter! … Ärzte ohne Grenzen! … Aquarius und die für Soros schwimmenden Kopfgeldjäger im Mittelmeer! … Und natürlich all die anderen Gutmenschen, für die nicht mal PI-NEWS genug Platz hat …

Und die „Bargeldausgabe“ auf Digital umstellen? Macht das nicht für uns Pack die Bank, wenn wir ein Konto bei ihr haben, auf das wir vorher das sauer verdiente Restgehalt eingezahlt haben? Jedenfalls das, was nach Steuer, Versicherung, Rente noch übrig bleibt?… Und seit wann gibt es in der Wüste, im Urwald, im Flüchtlingslager Banken? Geldautomaten? Und wenn, wozu? Sind doch alles „Flüchtlinge“, also „Schutzsuchende!… Supermarkt? Apple Stores? H&M? Nike? Ist mit Mastercard die Fata Morgana etwa keine Luftspiegelung mehr? … Vehlewald, jetzt ganz auf Faktenschreck, zitiert die hochbezahlte Mastercard-Sprecherin Schmitz-Engels nochmal: „Bis heute konnte durch unsere Kooperation mit den N-GOs 2,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt geholfen werden.“

Wetten, dass wieder jede zweite Witwe tränenumflort ihren Online-Banker zur Spende anweist, vorausgesetzt, die IBAN-Nummer ist parat?! Doch Fakten-Schreck Vehlewald weiß n o c h mehr: „Die Beiträge auf den Kreditkarten sind begrenzt auf dass Nötigste an Nahrung, Getränken, Kleidung (maximal 550 Euro für eine Familie)… Für die Ausgabe von Bargeld sind die Karten nicht vorgesehen. Und: Sie sind … grundsätzlich mit dem Namen des Hilfeempfängers versehen …“ Uuund: Zwar unterstütze der Milliardär Soros die Flüchtlings-Nothilfe … Er persönlich habe auch dem MasterCard Aid Network 50 Millionen Dollar zugesagt …

50 Millionen Dollar!! Warum trotzdem manche „Flüchtlinge“ 50.000 Euro mit sich rumschleppen (was Vehlewald Fake News nennt aber leider Fakt ist)? Und nur 550 Euro? Flaschenpfand-Rentner, Hungertafel-Omma, Ihr braucht einen Fluchthelfer, dann klappts auch wieder mit dem „Nötigsten“… Der BILD-Chefreporter wird jetzt zum virtuellen Plüschbärchen-Werfer, löckt wider den Stachel: „Kaum hier, schon ’ne Kreditkarte? Konsum und Kredit??“ Und dann bindet er uns den ganz großen Bären auf: 550 Euro sind „Lebensmittel für Kinder!“ … KINDER? Welche Kinder? … Welche Flüchtlinge? … Die Millionen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Marokko, Eritrea, Senegal, Ghana, Nigeria? Die jungen, strammen Männer, die Merkel mit selbstgefälligen Selfies über die Grenze lockte, die sie vorher platt gewatschelt hatte? Selbst ihre Staats-Glotze hat es schwer, Mütter mit Kindern in den Soros-Schlauchbooten zu finden…

Aber Vehlewalds „MasterCard“ findet sogar die Pässe (Namen), die Merkels Gäste vor der deutschen Grenze weggeworfen haben. Weil das aber auf Dauer lautloser, schneller, also digitaler gehen soll, hat Merkel die UNO zum „Flüchtlinkspakt“ überredet. Dann klappts auch wieder mit dem Nachschub für N-GOs, Caritas und Aquarius, die Architekten und Anwälte, Und der nächsten Gehaltserhöhung für all die „Menschenretter“, die Umsätze der Migranten-Mafia. Schade, dass die meisten von Vehlewalds „Schutzsuchenden“ nicht lesen können. Sonst würde es vielleicht sogar mit der BILD-Auflage wieder klappen…


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!