Matthias Matussek im „Deutschland Kurier“

Dürfen Katholen wählen? Im Prinzip ja …aber nicht die AfD!

Von PETER BARTELS | Eine Frage der Ehre, oder der Misere? Der deutsche (!) Kardinal Marx (!!) antwortete im Sommer auf „Radio“ ZEIT in etwa so: Man kann nicht katholisch sein u n d AfD wählen. Er berief sich auf die Bischofskonferenz vor der letzten Bundestagswahl…

Es hätte nichts gebracht, lieber Gott, hätte der fette Kardinal vorher gelesen, was Dein Stellvertreter auf Erden, Papst Franziskus, schon drei Jahre vorher den katholischen Großverdienern in seinem  Brevier um die Ohren gehauen hat: „Die deutsche Kirche ist in einem erbärmlichen Zustand … Totalversagen bei der Neuevangelisation … Verlust des Glaubenswissens … Verlust der Beichte, Verlust des Glaubens bei den katholischen Institutionen …  Totalversagen beim Lebensschutz …“

Matthias Matussek, (64) Bestsellerautor, bester SPIEGEL-Kulturchef ever,  bester Kathole seit Chesterton, hat für die katholische Kirche im „Deutschland Kurier“ eine Lesung gehalten, wie keiner seit Savonarola. Läßt man mal Luther von Gottes anderer Feldpostnummer außen vor:

  • „Die kirchensteuerreiche katholische Kirche in Deutschland liegt am Boden. Und diesmal stinkt der Fisch vom Kopf her.“
  • „Es ist eine Kirche, die sich längst nicht mehr um den Glauben kümmert, sondern sich als Alliierte einer linksgrünen Politik versteht; eine Kirche, welcher der Glauben herzlich egal ist, die ganz auf die Erziehung zum »Neuen Menschen« vertraut.“
  • Eine Kirche, die „versucht auf den Zug eines Zeitgeistes aufzuspringen, der in seiner anmaßenden Raserei hin zu einer Weltregierung alle Traditionsbestände eines christlichen Europas abwirft wie unnützen Ballast, ja, der die Wurzeln herausreißt – und ohne die (Papst Franziskus) »kann man nicht leben: Ein Volk ohne Wurzeln … ist ein krankes Volk.«

Matusseks 1. These:

„Von allen Parteien, die im Bundestag vertreten sind, ist die AfD die einzige, die den Erhalt dieser Wurzeln beschwört. Ja, sie beschwört die Nation gegen eine »veloziferisch« (Goethe: »teuflisch erleuchtete) Beschleunigung der Globalisierung.“ Dann zitiert der intellektuelle Erz-Kathole das AfD-Programm, zusammengestellt durch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: »Die AfD folgt einem konservativ und national geprägtem Familienbild … Der ›Schrumpfung unserer angestammten Bevölkerung‹ muss laut AfD mit einer ›nationalen Bevölkerungspolitik‹ entgegengewirkt werden … Der Erhalt des eigenen Staatsvolks ist für die AfD vorrangige Aufgabe der Politik und jeder Regierung … Sie möchte die Gesellschaft familien- und kinderfreundlicher gestalten … Familien sollen weniger Abgaben zahlen und durch verschiedene Maßnahmen finanziell unterstützt werden.«

Matusseks 2. These

In den Augen der linksgrünen katholischen Amtskirche macht sie das zu »Nationalisten« und präpariert sie für einen KAMPFBEGRIFF in der politischen Arena, der sie jederzeit aus jeder Debatte ausschließt.

Matusseks 3. These

AfD und katholisch schließen sich aus? Merkwürdig: Die AfD ist die einzige Partei, die das katholische und grundgesetzlich geschützte Familienbild in Ehren hält, statt es der »Ehe für alle« unter dem bunten Konfettiregen der Moderne im Bundestag zu opfern.

Matusseks 4. These

Für gläubige Katholiken sind Familie und Nation, die manche auch »Vaterland« nennen, eng verwoben. In seinem Rundschreiben »Dilecti amici« zum »Internationalen Jahr der Jugend« 1985 philosophierte der heilige Johannes Paul II. über den Zusammenhang der beiden schon im 4.?Gebot, das den Gehorsam den Eltern gegenüber vorschreibt: »Wenn die Familie die erste Erzieherin eines jeden von euch ist, so ist es durch die Familie … auch das Volk, die Nation, mit der wir durch die Einheit der Kultur, der Sprache und der Geschichte verbunden sind.«

Das neue Buch von Matthias Matussek: „White Rabbit“.

Matusseks 5. These
 
In den Augen der deutschen Bischöfe kann man diese Worte als »nationalistisch« bezeichnen. Und ebenso sicher müsste der deutsche Katholikentag dem heiligen polnischen Papst die Teilnahme verweigern. Denn wer das Programm der AfD liest, wird erkennen, dass sich in dieser Partei auch christliche, besonders auch katholische Widerständler gegen den Zeitgeist sammeln können.

Matusseks 6. These

Selbstverständlich kann man Mitglied der AfD und katholisch sein! Man kann es viel eher, als wenn man Mitglied der übrigen Parteien ist. Die AfD ist ihrem Programm nach sehr viel dichter an den katholischen Wurzeln der CDU, als diese noch Volkspartei und die katholische Kirche noch Volkskirche war.

Matusseks 7. These

Sicher, es waren die Jahre, als der Messbesuch noch eine Selbstverständlichkeit war… Als man Golgata noch nicht mit einer Zahnpasta verwechselte … Als Abtreibung eine Todsünde und  verboten war … Heute gilt der zur Splitterpartei verkommenen SPD das Verbot der Werbung für Abtreibung dagegen als „unzumutbar“. Wenn die geschätzten zehn Millionen abgetriebenen Kinder seit den 60er-Jahren durch die Beachtung des christlichen Tötungsverbotes gerettet worden wären, hätten wir heute zehn Millionen wunderbare Mitbürger mehr und  ganz sicher keine demografische Katastrophe.

Matusseks 8. These

Die AfD stellt sich als einzige Partei dezidiert gegen Abtreibung: »Die Partei spricht sich gegen Abtreibung aus, insbesondere soll der ›lebensrettende Ausweg der Adoption erleichtert und gefördert‹ werden. Die Partei lehnt eine Ausweitung des Begriffs Familie über die ›klassische Familie‹ aus Mann, Frau und Kind ab. Außerdem sollen ›naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern‹ nicht durch die ›Gender-Ideologie‹ thematisiert werden. Diese Ideologie sei verfassungsfeindlich.«

Matusseks 9. These

Die AfD bekennt sich – ebenso wie Papst Franziskus und seine Vorgänger – un­miss­ver­ständlich zum Lebensrecht: AfD-Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch geht mit anderen auf die Straße für das Lebensrecht der ungeborenen Babys (die ein 17-jähriger Schnösel von der SPD sogar bis zum 9. Monat abtreiben/töten will). Nun überbieten sich die Parteien mit Geringschätzigkeiten gegenüber der AfD. Trotz des Wissens um die Tatsache, dass die AfD vielen vom Linksschwenk der CDU enttäuschten Mitgliedern zur neuen Heimat geworden ist. Es scheint, dass die CDU den Schuss immer noch nicht gehört hat … Allen voran der eher karrieristische als katholische, bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden gescheiterte Friedrich Merz, der die AfD vor Kurzem als »nationalsozialistisch« beschimpft hatte. Eine Entgleisung, die sogar die linksliberale ›Zeit‹ als »Ungeheuerlichkeit« bezeichnete.

Matusseks 10. These

Dabei haben wir es nicht nur mit sittlicher »Ungeheuerlichkeit« zu tun, sondern mit ungeheuerlicher Dummheit. Kaum ein zur AfD abgewanderter Christlich-Konservativer will von Merz als Nazi beschimpft werden. Ausgerechnet Merz, der vorhat, der CDU verlorene Wähler zurückzuholen,  verprellt gerade (instinktlos!) diese Flüchtlinge. Merz wollte »die AfD halbieren«.  Sein tragischer Irrtum: Die AfD wird unter diesen Angriffen zulegen, und die CDU wird auf ihrem linken Irrweg weiter in den Abgrund stolpern …

Matussek 11. These

Die deutsche Amtskirche … hat spätestens mit ihrem neuen Missbrauchs-Skandal jede moralische Autorität verspielt … Und: Wer nimmt schon Kirchenführer ernst, die ihr Kreuz auf dem Tempelberg verstecken, um die islamischen Gastgeber nicht zu kränken – während hundert Kilometer weiter Christen durch eben jenen Islam gemordet werden, weil sie sich zum Kreuz bekennen?

Diese deutsche Amtskirche, deren Vorsitzender Kardinal Marx soeben den Flüchtlingsschleppern des Boots »Lifeline« 50.000 Euro aus Kirchensteuermitteln gespendet hat, ist zum linken Narrenverein verkommen. Sein Elferrat, das sogenannte »Zentralkomitee deutscher Katholiken« (»ZdK«), mag die Katholiken in der AfD auf ihren Kirchentagen ausgrenzen; sie von ihrem Glauben zu trennen und aus der Una Sancta zu entfernen, das wird auch er nicht schaffen.

So wahr Gott ein Christ ist, Matthias!! Wovon wir alle überzeugt sind. Egal, ob wir die Pfaffen noch zahlen oder nicht …

Matthias Matussek ist preisgekrönter Bestsellerautor, 26 Jahre „Spiegel“, dann 17 Monate Springers „Welt“. Ein Smiley, den die Deppen um einen Schnappatmer von Chefredakteur (längst entsorgt!!) missverstehen wollten, war das Ende. Gottseidank. Seither arbeitet er als freier Autor u.a. für die Schweizer „Weltwoche“, „Tichys Einblick“ und … den „Deutschland Kurier“. Zuletzt erschien von ihm das Buch „White Rabbit oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand“.


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!