Widersprüchliche Argumentation bei privaten Seenot-NGOs

Warum wird die Aquarius aufgegeben?

Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee wollen ihr Schiff Aquarius wegen „politischer Angriffe“ aufgeben, gaben die beiden Organisationen jetzt bekannt. Widersprüchlich ist, dass sie mit einem neuen Schiff so bald wie möglich wieder Einsätze im Mittelmeer fahren wollen, „um Migranten zu retten“, wie die WELT schreibt.

Nachvollziehbare Gründe, etwa technischer Art, weshalb die Aquarius ausgemustert wurde, sind nicht bekannt.  Der Entscheidung sei „eine Reihe von gezielten politischen Angriffen auf die lebensrettende Arbeit der Hilfsorganisation“ vorausgegangen, teilte die Organisation in Berlin lediglich mit. Offenbar ist aber genügend Geld vorhanden, um ein neues Schiff an den Start zu bringen. The Show must go on.

Erstaunlich ist auch, dass neuerdings nicht mehr von „Flüchtlingen“ oder „Seenotrettungsfällen“ gesprochen und geschrieben wird, sondern von „Migranten“. Aus den Vergleichszahlen von UNHCR und IOM war bekannt geworden, dass sich die Zahl der ertrunkenen und vermissten Personen in 2018 deutlich verringert hatten, nachdem insbesondere Italien die Häfen des Landes für Seenotretter weitgehend dicht gemacht hatte. Dadurch wurde deutlich: Private Seenotrettung ist ein Pullfaktor für Flüchtende. Angebot schafft Nachfrage.

Die Aquarius-Betreiber sparen indes nicht mit starken Worten: „Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht.“ (RB)