Wagenburg statt Hexenjagd

AfD-Sprecher wehren sich gegen „Feindzeugen“ in eigenen Reihen

Wenige Tage nach Verkündung der AfD-Teilbeobachtung durch den Verfassungsschutz melden sich erste Stimmen innerhalb der Partei zu Wort, die der ehemalige Thüringer Verfassungsschutzpräsident Helmut Roewer schon vor Monaten als sogenannte „Feindzeugen“ beschrieben hatte. Also Funktionäre innerhalb der Partei, die die abseitigen Vorwürfe des Inlandsgeheimdienstes bereitwillig untermauern und damit die Verteidigungsstrategie der gesamten Partei gefährden.

Nachdem die AfD-Spitze gerade erst vehement die aktuellen Unterstellungen des Verfassungsschutzes als nicht tragfähig, politisch motiviert, ja sogar als „bizarr“ und als „Willkür“ zurückgewiesen hat, äußern sich einzelne AfD-Funktionäre dahingehend, dass die Vorwürfe des VS zumindest zum Teil berechtigt seien und sich der „Flügel“ und die Junge Alternative von weiterem Personal trennen müsse. Zudem müssten die Inhalte so gestaltet werden, dass der Etabliertenschutz Verfassungsschutz nichts mehr daran auszusetzen hätte.

Deutliche Worte dazu fanden die beiden AfD-Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen, Helmut Seifen und Thomas Röckemann, die in einem gemeinsamen Statement (siehe Video oben) eindringlich zur Besonnenheit und Geschlossenheit mahnen.

Röckemann wörtlich: „Wer derartig mit dem Finger auf andere zeigt, spielt dem Verfassungsschutz in die Hände. Solche Erfüllungsgehilfen brauchen wir nicht in der AfD! Wir brauchen auch keine Leute, die dachten, sie könnten sich in der AfD vielleicht eine Karriere als Berufspolitiker aufbauen. Wir brauchen Aktive, die der politischen Auseinandersetzung mit unseren Gegnern gewachsen sind – leider gehört dazu der missbräuchliche Einsatz des Verfassungsschutzes ebenso wie die staatlich alimentierten Schlägertrupps der Antifa.“

Laut Röckemann stehe die Alternative für Deutschland im Visier der Altparteien und ihrer Machtinstrumente, weil ihre Programmatik eine wahre Alternative darstelle. Im Visier stehe jeder – ganz gleich welcher Strömung er sich zugehörig fühlt: „Wir sitzen alle im selben Boot. Spalter sollen gehen. Lucke, Petry und Pretzell haben es vorgemacht.“