Gelbwesten nur die Vorhut des Aufstands der Geschröpften

Der Neue Klassenkampf ist längst Realität

Von WOLFGANG HÜBNER | Wenn sich nun auch in Deutschland, dem Vorbild französischer Nachbarn folgend, immer mehr Menschen aus den verschiedensten Anlässen mit Gelbwesten zeigen, dann signalisiert das Unzufriedenheit und Unruhe, die einen tieferen Grund hat. Dieser Grund ist den allermeisten Gelbwesten so wenig bewusst, wie er von den politischen und medialen Agenturen des Machtkomplexes tunlichst verschwiegen und verschleiert wird: Der Neue Klassenkampf in den westlichen Staaten zwischen den Geschröpften (Mehrheit) einerseits und den Profiteuren (Minderheit) des wirtschaftlichen und ideologischen Globalismus andererseits.

Wie dieser Neue Klassenkampf auch in Deutschland bereits stattfindet, kann mit konkreten Beispielen leicht gezeigt werden:

Die Diesel-Enteignung und ihre Folgen treffen fast ausschließlich Fahrzeugbesitzer sowie Arbeiter und Angestellte in der Autoindustrie mit Normal- oder Niedrigeinkommen.

Die Kosten der „Energiewende“ belasten die sozial schwächeren Schichten besonders stark, schädigen aber auch die Mittelschicht.

Die ungebremste Einwanderung führt nicht nur zur völligen Überforderung der Sozialsysteme, sondern ruiniert in vielerlei Formen die Lebensweise und Lebensperspektive der einheimischen Deutschen.

An der anhaltenden Flucht in private Kindergärten, Schulen und Universitäten können sich Normal- und Geringverdiener wegen fehlender Finanzen nicht beteiligen.

Das vieldiskutierte Wohnungsproblem, ausschließlich ein Problem mangelnden bezahlbaren Wohnraums für Normal- und Geringverdiener, ist Folge eines Bevölkerungsrekords von mindestens 83 Millionen Menschen in den deutschen Grenzen sowie einer politisch verantwortungslosen Regional- und Verkehrspolitik.

Dies sind nur einige Belege aus der gesellschaftlichen Realität für die These vom Neuen Klassenkampf. Sie müssen ergänzt werden von dem Hinweis darauf, dass es bei jedem der geschilderten Entwicklungen auch tatsächliche oder vermeintliche Profiteure bzw. nicht negativ Betroffene gibt.

Wer genügend Finanzkraft hat, kauft sich eben ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug; dem kommt es auf die Strom- und Heizungsrechnung nicht besonders an; der hat nur in Ausnahmefällen an den negativen Folgen der Masseneinwanderung zu leiden; der kann die eigenen Nachkommen ins private Bildungswesen schicken; für den steht weiterhin genügend Wohnraum auch in bevorzugter Lage zur Verfügung usw.

Nun sind Unterschiede zwischen Reichen und Armen, zwischen wohlhabenden und weniger wohlhabenden, zwischen Ober-, Mittel- und Unterschichten nichts Neues, ebenso die daraus resultierenden Spannungen und Kämpfe. Neu ist allerdings, wie die gesellschaftlichen Profiteure diese durch den wirtschaftlichen Globalismus sich dramatisch verschärfende Entwicklung zu legitimieren versuchen: Nämlich mit angeblichen ökologischen Zwängen und vorgeblichen menschenrechtlichen Notwendigkeiten.

Im Gegensatz zur Mehrheit der Geschröpften hat die Minderheit der Profiteure längst erkannt, wer ihre Interessen vertritt. Deshalb haben die Grünen hervorragende Wahlergebnisse in den Vierteln und Regionen mit wohlhabender Bevölkerung sowie einer linksgrün indoktrinierten Jugend. Und deshalb werden die Politkriminellen der sogenannten Antifa keineswegs als linke Gefahr angesehen, sondern als Schutztruppe gegen systemopponente Bewegungen mit patriotisch-sozialen Motivationen.

Hingegen ist bei der steuer- und sozialabgabenzahlenden Mehrheit der Geschröpften noch große Unwissenheit, Uneinigkeit und Illusionismus über ihre wahre Lage vorherrschend. Das hat eine reale materielle Grundlage: Denn im Gegensatz zu den Verhältnissen in Frankreich oder Italien hat die europäische Wirtschaftslokomotive Deutschland noch Kraft genug, um die innenpolitische Lage sozial unter Kontrolle zu halten.

Tatsache ist allerdings, dass jede Schwächung dieser Kraft auch in Deutschland zu Erschütterungen der gesellschaftlichen Stabilität führen kann und wird. Die politischen Repräsentanten der Profiteure wissen das sehr gut, weil zumindest einige unter ihnen aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts begriffen haben: Das Volk ist dann zu fürchten, wenn die materiellen Grundlagen unsicher werden. Das hat das Kaiserreich im und am Ende des 1. Weltkriegs erfahren, das hat die Weimarer Republik zu Fall gebracht, das hat die Hitler-Diktatur mit Raubzügen fast bis zum katastrophalen Ende 1945 zu verhindern versucht, das hat auch die wirtschaftlich marode DDR dem Untergang geweiht.

Die multimedial massiv unterstützte Wut auf den demokratisch legitimierten Brexit und den demokratisch gewählten Trump, hingegen die kollektive Leisetreterei bei Behandlung der wichtigen Exportpartner China und Saudi-Arabien, beides stramme Diktaturen, entspringt nicht zuletzt der Angst, bei wirtschaftlichen Verlusten die innere Stabilität zu riskieren, ja zu verlieren. Diese innere Stabilität ist in dem kulturell und ethnisch so uneinheitlich gewordenen Deutschland im Falle wirtschaftlicher Erschütterungen höchst gefährdet.

Die im Vergleich zur Gesamtbevölkerung noch ganz wenigen Gelbwesten zwischen Flensburg und Konstanz sind nicht mehr, aber auch nicht weniger als die Vorhut jenes Aufstands der Geschröpften, den das ungerechte System des wirtschaftlich-ideologischen Globalismus selbst provoziert. Was in Frankeich bereits eine Massenbewegung und in Italien gar schon an der Regierung ist, das bildet sich in Deutschland gerade erst aus. Welche Kraft sich daraus entwickelt, bleibt der Zukunft überlassen. Unruhiger wird es auf jeden Fall werden.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.