Töten in Lebenstedt

Salzgitter: Muslimischer Syrer erschießt christlichen Iraker

Von DAVID DEIMER | Ein Gläubiger der Religion des Friedens hat wieder zugeschlagen: Nach den tödlichen Schüssen auf einen 25 Jahre alten Iraker am Samstagabend in Salzgitter (Niedersachsen) hat die Polizei jetzt einen 33-jährigen Syrer unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der Merkel-Gast soll sein Opfer mit mehreren Schüssen ermordet haben, weil er mit der Beziehung des Irakers zu seiner Schwester nicht einverstanden war, wie die Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Montag Nachmittag mitteilte. Der schwer verletzte Mann lag am Samstagabend auf einem Parkplatz in Salzgitter-Lebenstedt. Sanitäter versuchten, ihn zu reanimieren und brachten ihn ins Krankenhaus, wo er verstarb.

Konfessions-Konfusion

Hintergrund der Tat war nach den Ermittlungen, dass beide Asylsuchende unterschiedlichen Religionen angehören. Während der Iraker Christ war, seien der Syrer und seine Schwester Muslime, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Mutmaßlicher Hintergrund der Tat dürfte der Umstand sein, dass der Beschuldigte und das Opfer unterschiedlichen Konfessionen angehören“, betonte Staatsanwalt Hans Christian Wolters.  Der dringende Tatverdacht gegen ihn speist sich „aus einer Fülle von Indizien“, erklärte Wolters. Vermutlich war es dem Syrer ein Dorn im Auge, dass seine Schwester mit einem „Ungläubigen“ zusammen war. Derzeit prüfen die Ermittler deshalb auch, ob die Familie des mutmaßlichen Täters in den „Ehren-Mord“ miteingebunden war.

SEK-Einsatz gegen „Familie“

Die Tatwaffe wurde bislang nicht sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um eine Kurzwaffe, eine Pistole oder einen Revolver handelt. Ein Zeuge hatte die Schussfolge als schnell geschildert, was auf eine halbautomatische Pistole hindeuten könnte.

Eine 20-köpfige Sonderkommission der Polizei machte sich auf die Suche nach dem Täter. Der 33-Jährige rückte früh in den Fokus der Ermittler. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt drei Einsätze durch Spezialkräfte, die die Wohnung des Beschuldigten sowie seiner Angehörigen durchsuchten. Weil davon auszugehen war, dass der Verdächtige bewaffnet ist, wurde das SEK dazu gerufen, erläuterte Wolters.

Zeugen, die Beobachtungen zur Tat am Samstagabend gegen 20.30 Uhr gemacht haben, oder zu Dingen, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion in Salzgitter zu melden (Telefon 05341/ 1897-0).