Buchtipp

Anatomie einer Denunzianten-Republik

Manchmal braucht man Analysen, Darstellungen, Argumentationshilfen. Und manchmal – seien wir ehrlich – braucht man Bestätigung, Rückenstärkung und Gewissheit. Gewissheit, nicht auf der falschen Seite zu stehen, Gewissheit, dass man nicht selbst der Verrückte ist. Sondern dass dieses Land verrückt geworden ist.

Günter Scholdt, Literaturwissenschaftler aus der schönen Saarregion, liefert uns nun diese Gewissheit frei Haus. Sein neues Buch „Anatomie einer Denunzianten-Republik“ ist bestärkend, es macht einen – trotz der traurigen Thematik eines rotgrün entrückten Landes – phasenweise sogar fröhlich.

Scholdt versteht es wie kaum ein Zweiter, die Lage in der Meinungsdiktatur zu beschreiben, das Bewusstsein der Unfreiheit darzustellen. Das Schöne: Er fällt nicht ins Jammertal, sondern baut auf und richtet den Kompass wieder aus. Er begradigt und spottet, ja er spottet auch dort, wo der Gegner einen einlädt!

Beiläufig schreibt der Autor ein Psychogramm der neuen bunten Bundesrepublik. Ob „Wahnhafter Denunziant“ oder „Sadist“, ob „Zyniker“ oder „Selbstbelüger“ – Scholdt hat alle beispielhaften Gattungen unseres einst so bezaubernden Heimatlandes erfasst und gibt sie mit anschaulichen Beispielen wieder.

Natürlich ist einem auch bei einem heiter-klugen und eloquenten Buch wie dem Vorliegenden nicht immer zum Schmunzeln zu Mute: Scholdts Beschreibung des „Kampfes gegen Rechts“ tut weh, weil wieder einmal bewusst wird, was hier eigentlich auf wessen Kosten passiert!

Aber insgesamt überwiegt bei Scholdts Buch das Stärkende. Seine Auflistung und Vorstellung der bundesrepublikanisch „Unerwünschten“ – von Sarrazin bis Walser, von Hermann bis Sieferle – zeigt: Man ist nicht alleine, man hat zum Teil die besten auf seiner Seite! Auf der politisch-inkorrekten Seite.

Dieses Buch ist daher für alle, die manchmal verzweifeln an ihrem Land, ein toller Fund. Für alle, die sich oft alleingelassen fühlen mit dieser Verzweiflung. Für alle, die ab und an doch Verstärkung im Geiste benötigen und sich nicht schämen, zuzugeben: Ja, ich bin Gegner dieser Denunzianten-Republik. Aber ja, ich will es mit gutem Gewissen und den besten Argumenten sein.

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