Alptraum für Gregor Grillemeier

Duisburg: Ex-Fußball-Profi gibt wegen „Osteuropäern“ Geschäft auf

Gregor Grillemeier – Spitzname „Grille“ -, geboren 1959 in Duisburg, verdiente zwischen 1978 und 1991 sein Geld als Fußballprofi unter anderem beim MSV Duisburg, bei Hertha BSC Berlin und bei Hannover 96. Anschließend war er als Trainer tätig und betrieb gleichzeitig ein Sportgeschäft in Duisburg. Ein typischer Lebenslauf eines normalen Profi-Fußballers. Geschenkt wurde ihm nichts, bis zuletzt.

Doch zu der normalen Arbeit, die ein Geschäft eben mit sich bringt, kamen in den letzten Jahren Belastungen, die lange Zeit in diese Form untypisch für Deutschland waren. Der FOCUS berichtet von unnötigen neuen „Herausforderungen“:

Der ehemalige Fußballprofi Gregor Grillemeier führte 23 Jahre lang erfolgreich den Sportartikelladen „Grilles-Sport-Shop“ nahe des Hamborner Altmarkts in Duisburg – bis er sich Ende des Jahres 2018 zum Umzug gezwungen sah. Der Grund: Seit mehreren Jahren zögen kinderreiche Familien aus Osteuropa in die Gegend und machten dem Ex-Torjäger das Leben schwer. […]

Sowohl Kinder als auch Erwachsene der Familien hätten es sich regelmäßig vor und neben dem Sportgeschäft in der Emscherstraße im Duisburger Stadtteil Alt-Hamborn gemütlich gemacht. Abends und nachts wäre dies sogar direkt im Eingang des Geschäfts der Fall gewesen, als sie sich auf mitgebrachten Holzbänken niederließen.

Zurück blieben am nächsten Morgen nichts als Überreste wie „Pappbecher, Kerne, Papier, Essensreste“ und „viel Spucke“, die „absolut ekelhaft und eine Zumutung“ gewesen wären, so Grillemeier weiter zur „WAZ“. Auch tagsüber hätte der Alptraum kein Ende genommen.

Kinder, die nicht in die Schule gingen, machten ihm das Leben schwer, indem sie vor dem Geschäft herumlungerten, sagte Grillemeier. Sie hätten sogar nicht davor zurückgeschreckt, ihren Müll in den Eingang des Ladens zu werfen und das Geschäft praktisch zu plündern.

Die Version von Grillemeier wird von Nachbarn und Anwohnern aus der Straße des Sportgeschäfts bestätigt, wie die „WAZ“ schreibt. Sie hätten mitbekommen, dass der ehemalige Torjäger regelmäßig „heimgesucht“ worden sei und es anderen nur nicht genauso erging, weil sie Gitter vor den Geschäften hatten und in höheren Stockwerken wohnten.

Grillemeier wandte sich an das Ordnungsamt und auch an die Politik, ohne Wirkung. In der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres beschloss er, den Laden dicht zu machen. Nach der Schließung des Sportgeschäfts in Alt-Hamborn am 19. Dezember eröffnete er es am 1. Januar 2019 neu in Rumeln-Kaldenhausen, rechtzeitig vor seinem 60. Geburtstag am 17. Februar.

Der Stadt und der Lokalpolitik kann’s egal sein. Der verlassene Stadtteil wird weiter verdrecken, aber Grillemeier wird weiterarbeiten und die Stadt und ihre Politiker werden so weiter die Gewerbesteuer kassieren. Eine andere Verwendung als der Schutz der heimischen Gewerbetreibenden wird sich dafür allemal finden.