Vier Gründe

Warum George Soros so erfolgreich ist

Von DR. VIKTOR HEESE | Die schädlichen Aktivitäten der mit 18 Milliarden US-Dollar Startkapital ausgestatteten Soros-Stiftung Open-Society (OSF), sind hinreichend bekannt. Informative Einzelheiten sind hier zu finden, in dem auch kurz auf die Erfolge des Börsenspekulanten eingegangen wird.

Unklar bleibt, warum ein Drittligist unter den Milliardären mit „so wenig Geld“ – Soros steht auf der 2019er-Liste auf Platz 190 – in der globalen Politik so kräftig mitmischt. Andererseits ist das OSF-Kapital im Vergleich zu dem Budget aller deutschen parteinahen Stiftungen von 600 Millionen Euro gewaltig.

Betrachtet ein Börsianer die OFS als einen gewerblichen Propaganda-Konzern, so fallen ihm als Erklärung vier Kernpunkte auf:

1. Zentralisierung der Mittel, Dezentralisierung der Aktivitäten

Wenngleich es acht Einzelstiftungen gibt, die in 100 Ländern aktiv sind, liegt die Macht allein in Soros‘ Händen. Der Patron darf die Finanzmittel zu den aktuellen Brennpunkten nach Belieben verschieben. Dieser wird wohl das alte Prinzip des preußischen Generals Helmuth von Moltke „Getrennt marschieren, vereint zuschlagen“ gelten lassen. In einem realwirtschaftlichen Konzern übernimmt ganz ähnlich die Holding-Mutter die strategische und die Finanzsteuerung, während die vielen In- und Auslandstöchter primär zum Geldverdienen da sind.

2. Verschachtelung der Aktivitäten

So manche Konzerne verbergen ihre Finanzströme und Handlungen in verschachtelten, wenig transparenten Netzwerken von direkten und indirekten Beteiligungen. Soros macht es ganz ähnlich über das weit verzweigte Netz von NGO’s und Regionalbüros. An wen und in welcher Höhe sein Geld fließt, muss erst im Einzelfall mühsam herausgefunden werden.

Die Verschachtelungen der OSF.
Im Unterschied zu den Stiftungen unterliegen allerdings große Kapitalgesellschaften der öffentlichen Kontrolle seitens der Börsenaufsicht (in Deutschland BaFin), der Steuerämter und der Aktionäre. Im Endeffekt wird das Beteiligungsgeheimnis von Experten immer entwirrt, bei Stiftungen weniger. Auch die Begünstigten werden auf Anordnung schweigen, weil sie es dürfen und es müssen.

3. Informationsverbreitung ist billig – OSF nutzt die willige Leistung der „Gutmenschen“

Exkurs: Wer die Medien- und die Nachrichtenwelt kontrolliert, beeinflusst die Gesellschaft stärker als mächtige Wirtschaftsbosse oder Immobilienmagnaten. Das wird schon sichtbar, wenn ein Portalbetreiber über eine einfache Homepage mehr Menschen mobilisiert als eine bekannte Persönlichkeit. Im Endeffekt gilt es, die Massen junger Leute zu gewinnen – für welche Ziele auch immer. In diesem Kontext wäre zu erwarten, dass Medienkonzerne, die dutzende Verlage, Werbeagenturen und Fernsehstationen im Portfolio haben, die mächtigsten Börsen-Player sind. Dieser Eindruck ist falsch. Die wahren Giganten gehören der Realwirtschaft an.

Zuguterletzt sind die globalen Mediengiganten, wie die News Corporation von Rupert Murdoch (Australien/USA) oder von Bertelsmann (Deutschland) nicht börsennotiert. Zudem vollzieht sich die Meinungsbildung über Netzwerke der Social Media (Facebook & Co.), die Millionen von Portalen, die sehr häufig mit wenig Aufwand von Idealisten betrieben werden. Auch für Unternehmensgründungen in diesem Bereich wird nicht viel Eigenkapital notwendig sein.

Das hat George Soros längst erkannt. Er weiß, dass die Steuerung der Aktivisten und Seitenbetreiber durch verdeckte, von keiner Börsenaufsicht kontrollierte Finanzierungen billiger und zielführender ist als der Erwerb von Medienaktien. Selbst mit 18 Milliarden US-Dollar wäre dort kein Blumentopf zu gewinnen. Umgekehrt fühlen sich die Geförderten geehrt, einen potenten Unterstützer im Rücken zu haben. Eine klassische Win/Win-Situation.

4. Fehlende Konkurrenz macht die Sache ebenfalls einfacher

Soros wird gleichermaßen bewundert (unterstützt), wie gehasst (bekämpft). Das letzte ist für den alten Mann ungefährlich. Die meisten Milliardäre, die einzeln oder als Gruppe das Kleingeld für eine „Gegenstiftung“ hätten, sind entweder apolitisch oder zu knausrig oder so abgehoben, dass sie glauben, sich für Geld jede Sicherheit kaufen zu können. Gut möglich, dass einige deutsche Superreiche in der Tat die von Migranten ausgehende Gefahr nicht ernst nehmen und an das „Wir schaffen das!“ glauben. In Osteuropa schützen dortige Regierungen ihre Bürger vor dieser Gefahr, wenn es sein muss durch Grenzzäune wie in Ungarn. Für sie macht eine „Gegenstiftung“ keinen Sinn. Die Russen mit ihren vielen Oligarchen müssen ohnehin nichts befürchten. Übrig bliebe wieder der deutsche Michel, der schon misstrauisch wird, wenn er ein paar Euro für ein alternatives Portal spenden soll.

Fazit:

Soros ist nicht nur deshalb so erfolgreich, weil er clever agiert, sondern auch, weil ihn niemand hindert. Dennoch wäre sein Modell kopierbar. Würden seine Gegner sich vereinen oder es nur ernsthaft versuchen, könnte viele Aktionen des falschen Philanthropen erfolgreich verhindert werden.


(Der Autor Dr. Viktor Heese kommt aus Masuren und lebt seit über 40 Jahren in Köln. Er betreibt die Blogs prawda24.com und finanzer.eu)