Rede auf der 171. Pegida in Dresden

Wolfgang Taufkirch (Pegida) zu Kohleausstieg & Energieversorgung

Von WOLFGANG TAUFKIRCH* | Wir alle kennen Waren mit der Aufschrift „Made in Germany“. Sie stehen für Qualität. Sie beinhalten das Bewusstsein nationaler Schaffenskraft und nationaler Stärke, man kann es gleichsetzen mit patriotischem Bewusstsein.

Wie schaut es mit dem gelebten Patriotismus aus? Wir haben Handys. Die Dinger kommen aus Amerika oder Südkorea, unsere Klamotten aus Taiwan, das Spielzeug aus Hong Kong, viele haben Autos aus Japan oder Fernost, sogar unsere Granitpflastersteine kommen aus China.

Und nun geben wir auch noch den letzten großen eigenen Energieträger „Made in Germany“ auf, unsere Braunkohle.

Unser Ministerpräsident Kretschmer, wo man ja eigentlich dachte, er setzt sich ein für die Lausitz, seine Region, für die er 15 Jahre im Reichstag gesessen ist. Der hat jetzt eine schlüssige Erklärung für den Ausstieg: Sein Zitat: „Jeder weiß, Kohle ist endlich“.

Jeder weiß aber auch, Erdgas, Öl und sogar Sonnenenergie sind endlich, wir sollten nach der Logik Kretschmers auch hier schnellstmöglich aussteigen. Es gibt in der Lausitz noch 12,1 Mrd. Tonnen Lagerstättenvorrat an Braunkohle, pro Jahr werden im Lausitzer Revier 55,7 Mio. Tonnen abgebaut.

Herr Kretschmer, Sie sagen Kohle ist endlich, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie das Ende des Lausitzer Braunkohlevorkommens noch erleben. Würden wir weiter, wie bisher in der Lausitz fördern, wären Sie, wenn das letzte Stück unter dem Absingen des Steigerliedes abtransportiert wird, glatte 260 Jahre alt.

Ich glaube und hoffe, dieser Mann merkt das selber, welchen unfassbaren Blödsinn er von sich gibt. Gut, Kretschmer hat sein Land und sein Volk verraten, das war erwartbar, steigen wir also um auf Windenergie, wir brauchen also ein paar Windräder mehr, man nennt die Dinger bestimmt bald „die Bäume der Grünen“.

Wir bauen sie am besten entlang der Autobahnen, da stören sie nicht so. Sieht ja auch recht technisch aus, wenn man Richtung Ostsee will, gibt es keinen Autobahnkilometer, an dem man KEIN Windrad sieht, übrigens auch, wenn man nach Frankfurt, München oder Hamburg will.

Früher sah man ganz oft Greifvögel auf den Zaunpfosten neben der Autobahn sitzen. Das ist meist der Mäusebussard. Wann habt ihr zuletzt einen gesehen? Die Jagdhöhe, von wo er seine Beute ausmacht, liegt blöderweise genau im Rotorradius eines Windrades. Er hat jetzt die Wahl, entweder verhungert er oder er wird in der Luft erschlagen, genauso, wie es vielen Zugvögeln auf der Reise durch das umweltfreundliche Deutschland geht.

Windenergie ist ja an sich eine saubere Sache. Die hat nur den Haken, dass wir nur dann Strom bekommen, wenn auch die Luft strömt und nicht wenn wir ihn brauchen. Ein weiterer Haken ist der, dass das Geschäft mit den Windrädern subventioniert wird, Strom verteuert sich also. Noch ein Haken wäre, dass die Dinger aus Stahl sind und eine 2MW Anlage ein Gewicht von 260 t hat, alleine der Rotor wiegt 25 t, das Maschinenhaus 80 t.

Für die Herstellung einer Tonne Roheisen braucht man ca. 20 Gigajoule, was 5.600 kWh sind. Die Weiterverarbeitung zu geformtem Stahl erfordert nochmal durchschnittlich 6.000 kWh. Über den Daumen gerechnet braucht man für die Herstellung von 10 kWh 1 kg Kohle. Das heißt: nur für die Herstellung eines Windrades benötigt man 3 Mio. kWh und damit 300 Tonnen Kohle.

Über eine CO2-Bilanz von sauberem Strom brauchen wir, glaube ich, gar nicht erst reden. Die wissenschaftlichen Nasen, die den Abschlussbericht der Kohlekommission verfasst haben, haben davon übrigens auch nichts geschrieben.

Aber jetzt sind sie halt da, die vielen Windräder, ist mir doch egal, würde Merkel sagen, aber sie leisten kaum etwas, auch da gibt es Gemeinsamkeiten. Windenergie ist eine Mogelpackung. Ca. 10 Mrd. Euro werden jährlich in Windkraft investiert in die Errichtung und den Betrieb der Anlagen.

Die installierte jährliche Leistung, also der technisch machbare Ertrag beträgt bundesweit aktuell etwas mehr als 56.000 Megawatt. Die tatsächliche jährliche Leistung beträgt jedoch nur knapp 10.000 Megawatt. Das sind nur 19 % der Energie, die machbar wäre.

Die Gründe für diese mickrige Ausbeute sind:

– keine Transporttrassen
– kein Abnahmebedarf wegen Überangebot bei starkem Wind
– defekte Anlagen

Und diese milliardenteure Technologie soll den Ausstieg aus der Kohle und der Kernkraft kompensieren und gleichzeitig noch den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor hin zur E-Mobilität vollziehen?

Und wie so oft, das Beste zum Schluss: Allein in den kommenden fünf Jahren würden 30 % aller Anlagen bereits 20 Jahre alt und fielen damit aus der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Betreiber erhielten dann pro Kilowattstunde statt bis zu 9,10 Cent nur noch Marktpreise von 3,0 Cent bis 3,5 Cent und dann rentiert es sich für sie nicht mehr. Sie schalten ab.

Wir sehen bei dieser Energiepolitik buchstäblich schwarz und wundern uns gar nicht, wenn in unserm Staat die Lichter ausgehen. Der Black out wird kommen, erst im Januar standen wir wieder ganz knapp davor und nur weil die Stahlwerke in NRW zurückgefahren haben, konnte er verhindert werden. Der Produktionsausfall wird übrigens durch Steuergelder beglichen.

Jeden dritten Tag hilft die Linz AG mit dem Linzer Gaskraftwerk den Deutschen wegen Unregelmäßigkeiten im deutschen Netz aus. Es gibt da eine Seite, www.agora-energiewende.de, da kann man den täglichen Stromverbrauch und die Kosten im Stundentakt nachvollziehen. Z.B. am 22. Juni 2018 ging früh um 4 Uhr offenbar der Wind recht stark, wir hatten Überproduktion und exportierten den Strom. Der Durchschnittspreis pro GW wird ca. mit 32 € gehandelt.

Wir haben das GW für 4,45 € verkauft, das ist NICHT kostendeckend. Oft nehmen uns die Schweizer den Strom ab, das ist alles aus der Grafik herauszulesen und pumpen das Wasser auf ihre Berge. Eine Woche später, am 29. Juni hat sich das Wetter scheinbar beruhigt, wir brauchten gegen Mittag Strom, die Schweizer öffneten ihre Pump-Speicher und verkauften uns die Energie für 55,85 € / GW.

Wir sagen ganz klar: eine Nation darf die Energieversorgung nicht dem Wetter oder den Nachbarländern überlassen, wenn die Rohstoffe im eigenen Land verfügbar sind. Alternative Energiequellen dürfen bei zunehmendem Bedarf nicht fehlen, sollten aber nur als Ergänzung und nicht als Hauptlieferant eingesetzt werden.

Und deswegen, liebe Freunde, bringen wir bei PEGIDA kein Windrad mit, sondern setzen auf fossile Energieträger und ein zuverlässiges Stromaggregat, damit wir gut beleuchtet, laut und deutlich auf die Missstände in unsern Land hinweisen können.

Ich danke euch fürs zuhören.


*Die Rede von Wolfgang Taufkirch wurde am 11. Februar im Rahmen der 171. Pegida Dresden gehalten.