Alle gegen Höcke!

Der Hass des Machtblocks und das Gezänk der Patrioten

Von ROBERT ANDERS | Tagein, tagaus sind die Politiker des Parteienkartells sowie die Lohnschreiber und Lobredner des Machtblocks in den Medien angeblich zutiefst beunruhigt, besorgt und bekümmert um all den ihnen entgegengebrachten Hass in den Abgründen der sozialen Netzwerke. Doch nie war diese Empörung über kritische Stimmen aus dem Volk verlogener und heuchlerischer als in einer Gegenwart, die gekennzeichnet ist von einer wahren Hassorgie gegen alles und alle, die sich offen zu nationaler und kultureller Identität bekennen.

Der widerliche Höhepunkt dieser Hetzkampagne gegen Patrioten in Deutschland war der Karnevalswagen in Düsseldorf, der den thüringischen AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke als Ausgeburt des Nazipropagandisten Joseph Goebbels zeigte. Nur wenige Tage zuvor war bei der alljährlich vom Fernsehen übertragenen Sitzung der Mainzer Karnevalsvereine unter johlender Begeisterung eines offenbar vollständig verrohten wie gehirngelähmten Publikums US-Präsident Donald Trump als „Kanalratte“ beschimpft worden.

Gleichzeitig wurde am Staatsschauspiel Dresden unter dem Titel „Das Blaue Wunder“ eine dümmliche Agitation gegen die AfD und Pegida auf der Bühne inszeniert, der sogar ein darüber in der FAZ berichtender eingefleischter AfD- und Pegidafeind „plumpe Propaganda“ attestierte. Die Beispiele für die Hassorgie der angeblichen Hassverächter ließen sich schier endlos fortsetzen. Denn der tägliche Konsum von Presseerzeugnissen, TV-Sendungen und „kulturellen“ Veranstaltungen bietet immer neue Belege dafür, dass es in Deutschland tatsächlich gelungen ist, eine Pogromstimmung gegen alles patriotische Abweichlertum zu erzeugen.

Es fehlen nur noch die ersten diesem Hass geschuldeten Todesopfer, aber die kommen womöglich auch noch. In dieser Situation wäre es geradezu die Pflicht aller Rechtskonservativen und freiheitlichen Patrioten, trotz bestehender politischer Unterschiede zusammenzustehen und ihren Gegnern, die besser Feinde zu nennen sind, Paroli zu bieten.

Doch davon kann keine Rede sein: Der Herausgeber der „Jungen Freiheit“ attackiert Höcke wenige Monate vor der Landtagswahl in Thüringen im Antifa-Vernichtungsmodus; der Bundesvorsitzende und ein Landesvorsitzender der AfD verdächtigen fast die Hälfte der baden-württembergischen Parteidelegierten der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“; einer der beiden Landesvorsitzenden der nordrhein-westfälischen AfD weint sich ausgerechnet bei der FAZ und ihrem Chefermittler Justus Bender über die üblen Machenschaften des „Flügels“ und den in seinen Augen „gefährlichen Schwarmgeist“ Höcke aus – usw.

Im Blick von außen hat es oft den Anschein, als sei das Gerangel um aussichtsreiche Listenplätze für parlamentarische Futtertröge vielen „Alternativen“ wichtiger als die Zukunft des deutschen Volkes, die so oft beschworen wird. Selbstverständlich ist es gut, dass sich endlich auch in Deutschland eine konservativ-patriotisch gesinnte Partei durchgesetzt und in den Parlamenten etabliert hat. Doch wird das nur Bestand haben, wenn der alternative Anspruch nicht nur nach außen, sondern auch nach innen und solidarisch gegenüber parteiunabhängigen Patrioten und Bewegungen wie zum Beispiel den Identitären oder Pegida realisiert wird.

Für eine Nostalgie-CDU gibt es jedenfalls schon deshalb keinen Bedarf, weil sich viel zu viel verändert hat seit den großen Zeiten der Union im vergangenen Jahrhundert. Auch die Entwicklung der Grünen vom ökologisch-demokratischen Fundamentalismus der frühen Jahre zur geschmeidig angepassten Partei der Selbstversorger kann wahrlich kein Vorbild für die AfD sein. Dass schon jetzt viele Menschen als Abgeordnete oder Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt dieser Partei verdanken und natürlich Interesse an der Aufrechterhaltung dieser Situation haben, war und ist unvermeidlich.

Aber über die damit zusammenhängenden Gefährdungen und mögliche Gegenmaßnahmen muss offen diskutiert werden. Auf keinen Fall darf es zur Herausbildung eines geschlossenen Parteimilieus kommen, in dem unabhängige Stimmen und Aktionen als Störung empfunden werden. Ganz gleich, wie der Politiker Höcke eingeschätzt wird: Wenn einer wie er so aggressiv und bösartig zur Menschenjagd freigegeben wird, muss eine einheitliche und eindeutige Reaktion der Solidarisierung unter allen Patrioten erfolgen – ob nun in der AfD oder unabhängig. Wenn das nicht möglich ist, wird die Gegenseite leichtes Spiel haben.