Bürgermeister kennt eigene Pfändungs-Ratschläge nicht

Närrisches Treiben um „Ahlener Mops“ geht weiter

Von REALSATIRE | Jetzt wird der Hund in der Pfanne verrückt, denn das närrische Treiben im Ahlener Rathaus geht lustig weiter. Bürgermeister Dr. Alexander Berger (parteilos) nennt die Versteigerung der Mopsdame Edda bei Ebay-Kleinanzeigen „kreativ“ und missachtet eigene Pfändungs-Ratschläge.

Wie PI-NEWS berichtete hatte ein übereifriger Mitarbeiter der Stadtkasse Ahlen bei einem Gerichtsvollziehertermin den Kuckuck auf den Mops geklebt und später über Ebay an eine Polizistin verkauft. Grund: Die kinderreiche Hundehalterfamilie konnte unter anderem ihre Hundesteuern nicht bezahlen.

Dabei hätte Jurist Berger wissen müssen, dass das Haustier nicht bei Ebay hätte versteigert werden dürfen, wie ihm das NRW-Innenministerium im Nachgang bescheinigte. Mittlerweile schwant ihm wohl, dass er unter seinen juristischen Möglichkeiten geblieben ist. Er möchte Pfändung und Verkauf möglichst rückabwickeln, wie er öffentlich erklärte. Doch die Käuferin fühlt sich vielfach gelinkt und will davon nichts wissen. Sie hat die Stadt verklagt.

Stand alles auf Bürgermeisters Webseite

Im übrigen hätte Ahlens Bürgermeister den Fehler vermeiden können, wenn er auf seiner eigenen Webseite gesucht hätte. Das Ergebnis steht schon nach 1,275 Sekunden fest und rät unter „Leserservice“, was man tun muss, wenn die Pfändung „durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung oder Immobilienverlust droht“.

Gläubiger hätten nicht ungehindert Zugriff auf Einkommen und Sachwerte, heißt es da: „Wer sich gut informiert, womit bei einer Zwangsvollstreckung gerechnet werden muss und welche Werte unantastbar sind, kann dafür sorgen, dass seine Notlage nicht ausgenutzt wird und das Existenzminimum gesichert bleibt“.

Der Ratgeber kostet 11,90 Euro und ist in der örtlichen Beratungsstelle Ahlen, Rathaus, 1. Etage, Westenmauer 10, der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro (Porto und Versand) wird er auch nach Hause geliefert.