Zentrum Automobil auf Tour in Hessen

Alternative Gewerkschaft kämpft für den Diesel und Arbeitsplätze

Dem Diesel wurde der Krieg erklärt. In Stuttgart und anderen Städten gelten mittlerweile Fahrverbote gegen alle Dieselmodelle bis einschließlich der Euro 4-Norm. Spätestens ab 1. Juli soll auch die nächste Generation der Selbstzünder in der Südwestmetropole verboten werden, nachdem die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer Klage erfolgreich war (PI-NEWS berichtete).

Darum ist es umso dringender, dass der Protest gegen die Enteignung von Dieselfahrern und die damit verbundene Arbeitsplatzvernichtung sichtbar und größer wird. Die alternative Gewerkschaft Zentrum Automobil reiste deshalb vergangenen Samstag nach Friedberg in Hessen, um die AfD im Europawahlkampf zu unterstützen und für den Erhalt tausender Arbeitsplätze in der Automobilindustrie Flagge zu zeigen.

Gelbe Westen mit dem Gewerkschaftslogo, Fahnen und eine mitreissende Rede des Vorsitzenden Oliver Hilburger machten deutlich: es gibt eine Alternative für Arbeitnehmer im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Weiterer Profiteur dieses Kampfes ist auch der Verbraucher, der selbstbestimmt die Produkte kaufen kann, die er will – und nicht die, die ihm durch linke Ideologen vorgesetzt werden sollen, wie etwa das gar nicht so umweltfreundliche Elektroauto.

Gegen Internationalisierung – für eine starke alternative Gewerkschaft

Gleich zu Anfang seiner Rede gab es eine Kampfansage des alternativen Gewerkschaftsbosses in Richtung des DGB: „Wir werden nicht müde, uns überall auszubreiten“. Hilburger sagte zu den gegenwärtigen Fahrverboten, dass diese nicht vom Himmel gefallen seien. „Die Grundlagen dafür wurden in Brüssel gesetzt.“ Bezüglich der vollkommen willkürlich festgesetzten Schadstoffgrenzwerte führte Hilburger aus: „Es geht hier weder um Umweltschutz noch um Gesundheitsschutz, es ist nackte Ideologie, die uns in den Ruin treiben soll.“ Er griff die Grünen frontal an und legte dar, dass diese schon immer gegen den Individualverkehr Politik machten und machen.

Andreas Lichert (l., MdL Hessen) und das Markenzeichen der Stuttgarter Dieseldemos, der Dudelsackspieler mit Schottenrock und gelber Weste.

Hinsichtlich der Verantwortung der Gewerkschaften stellte der alternative Gewerkschafter fest: „Die IG-Metall ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems in Deutschland“. Er legte Widersprüche linker Gewerkschaften offen, ging auf die Folgen gegenwärtiger Politik ein, die unter anderem zu Altersarmut führt. Gerade dem Versuch linker Gewerkschaften wie dem DGB, die Sozialstandards in Europa anzugleichen und zu internationalisieren, attestierte Hilburger eine „Milchmädchenrechnung“. Entlarvend legte er in diesem Zusammenhang dar, dass es bisher noch nicht einmal geschafft wurde, die Löhne zwischen Ost- und Westdeutschland anzugleichen.

„Internationale Solidarität funktioniert nur in Diktaturen“

Hilburger: „Solidarität heißt: Es kann nur dann in einer Gesellschaft solidarisch zugehen, wenn die Leute ein inneres Band haben!“ Sein Fazit: „Der Nationalstaat ist die beste Idee, um eine Gesellschaft, die solidarisch sein möchte, ordnungsgemäß zu führen“. Bricht dies allerdings zusammen, dann herrscht Chaos, so Hilburger. Und internationale Solidarität funktioniere nur in Diktaturen und zwar nur so lange, wie diese das Volk unterdrücken kann, wie das Beispiel „Ostblock“ gezeigt hat, so der Gewerkschafter. „Überall begehren die Leistungsträger, die nicht mehr an die Segnungen der Globalisierung glauben, die die Realität erkennen, auf!“

Generalstreik statt Fridays For Future

Auch machte er den Umstehenden Mut: „Die Menschen sind im Kopf weiter, als wir spüren“. Soziologen und entsprechende Forschungsergebnisse dazu zeigen, dass die Arbeitnehmer, die soziale Mittelschicht, das tragende Element eines Systems, sich der etablierten Politik und auch von politisch gewerkschaftlichen Funktionsträgern entsagen, so Hilburger. Angesichts der Proteste von Fridays For Future regte Hilburger an, einmal darüber nachzudenken, stattdessen die Republik an einem Freitag mit einem Generalstreik von Arbeitnehmerseite aus lahm zu legen. Darauf gab es breite Zustimmung von den Kundgebungsteilnehmern. Im Anschluss an die Reden, die hier alle noch einmal angesehen werden können, zogen die Teilnehmer lautstark mit Bannern und Fahnen durch Friedberg.