TV-Kritik: ANNE WILL

Brexit: Tiki-Taka oder alles auf Anfang?

Von PETER BARTELS | Wie lange denn noch? Die Frage von Anne Will hörte sich wie Greinen an: „Das Ringen um den Brexit“. Ja, wie lange noch? Auch Josef Nyary und sein Talkshow-Publikum stöhnten Sonntag Abend mal wieder nach dem bekloppten TATORT …

Der alte Mann von BILD seufzte anschließend in Laptop und präseniles Kissen, wie der alte Mann von PI-NEWS: „Kann dauern … Noch nicht mal über das dritte Tor von Wembley 1966 sind wir uns jemals einig geworden…“ Man könnte natürlich den faulen, fantasielosen Schnarchsäcken von Anne Wills ARD-Redaktion in den Arsch treten. Aber … die Weltenretter in ihrem Lauf halten weder maulende, noch flüchtende Zuschauer auf: „Es wird geschluckt, was auf die Glotze kommt! Basta!!“

Gut, die ARD-Pfeifen haben schon „ihr“ Amerika vor Trump nicht retten können, warum also EU-ropa vor England?! Trost für uns Zwing-Zwerge der jährlich acht Milliarden-Euro Alimente-Abräumer: Irgendwann lässt der Schmerz nach. Außerdem: Auf Youtube gibt’s fast immer was Interessantes zu entdecken. Zur Zeit die wunderbar ehrliche und gute Rede vom AfD-Steiger Guido Reil in Offenburg

Also da capo Brexit bei Anne Will, heute besonders gewidmet einem schon geflüchteten deutschen Gaucho in Argentinien. Natürlich auch den PI-NEWS-Freunden in Finnland, Russland oder Israel, die sehnsüchtig warten …

Die Schottin Philippa Whitford (60) macht sich Sorgen um die Sorgen der anderen: Beim Brexit könnte es wieder Krieg in Nord-Irland geben; typische Symptome galoppierender German-Ängst? What’s wonder: Die nette Pancakin ist mit einem Deutschen verheiratet. Nyary: „Sie würde lieber aus Großbritannien aussteigen als aus der EU.“

Bei Kita-Kampfministerin Ursula von der Leyen helfen weder Schminke noch Milchglasscheibe; gut, nicht jede kann mit 60 so jung wie Jane Fonda mit 80 aussehen. Allerdings: Flinten-Luschi (dasselbe Wort mit M verkneifen wir uns höflich!) hat mit dem Brexit soviel zu tun wie ihre verrosteten Panzer bei der NATO, ihre schielenden Piffpaffs für die Sicherheit in Afghanistan …

Günter Verheugen (74), ewiger FDP-Renegat, auf dem SPD-Ticket todsicher auf dem Weg in die Ewigen Jagdgründe der Politik, die fette EU-„Rente ist junkerseidank sissscher“: „Den Ball immer wieder nach London zurückzuspielen ist Quatsch … Die Wirtschaftskraft Großbritanniens ist so groß wie die von 20 anderen EU-Staaten. Wir verlieren nicht einen, sondern 20 Staaten!“ Spanisch für Anfänger: Nicht mehr Tiki-Taka, sonder auf Verheugen: „Alles auf Anfang!“

Greg Hands (53), Konservativer, Ex-Staatssekretär im britischen Außenhandelsministerium: „Wir müssen einen harten Brexit verhindern … Großbritannien ist Europas wichtigster Handelspartner nach Amerika, weit vor China!“ … Dann kickt der Brite den deutschen EU-Rettern der ARD endgültig das 5.Wembley-Tor in den Kasten (und das ist wirklich drin!): „Ein zweites Referendum wäre eine schlechte Idee! …Wenn die Leute jetzt wieder gefragt werden, sind sie noch mehr gegen die EU als beim letztenmal. Denn ihre Meinung über Brüssel ist durch die Verhandlungen noch viel schlechter geworden!“ Durch das arrogante Kapitulations-Diktat der Fresssäcke in Babylon, hat der Brit very höflich nicht ergänzt …

Annette Dittert (56), Londoner ARD-Studioleiterin mit dem Pony, hat längst Schwierigkeiten zu kapieren, was Theresa May, die nur an Maggie Thatcher erinnert, weil die auch eine Frau war, da macht oder machen will: „Das ist alles wie auf Autopilot!“ Anne Will, mehr Herrenmenschin geht nicht: „Wie oft denken Sie, die haben einen Dachschaden?“ Annette nicht mehr nett, aber kühl auf den Solarplexus: „Gar nicht! Der Brexit ist nun mal ein schwieriges Thema!“ Och …

Natürlich kommt das Kita-Knittermündchen Uscherl auch. Natürlich wieder mal mit einer Polit-Plattitüde, wie von der Raute gekupfert: „May hat wieder Bewegung in die Sache gebracht.“ Was den Brexit-Briten („raus!“) Greg Hands im Kalender seiner Königin blättern läßt: „Zum Tango gehören zwei!“ … Allez hopp, Babylon Brüssel? Das Uschi jetzt auf Adenauer („Ich sage nur: China!“ Brüllendes Sozi-Gelächter…): „Wir dürfen die wichtigen, großen Themen der Welt nicht verlieren: „China, Russland, den Terror…“ Und wieder staunt der alte PI-NEWS-Mann: Och …

Verheugen auf den Punkt: „Wenn einer gehen will, haben die anderen das zu respektieren! … Keine Rachegelüste … Schließlich, wie alle alten Männer (früher war alles besser): „Probleme wie Nordirland hatten wir zu Dutzenden – sie wurden alle gelöst“ … Und: „Die Probleme liegen nicht auf britischer Seite, sondern auf der Seite der EU, deren Bedingungen sind für Großbritannien einfach nicht akzeptabel.“

Der Mann muß wissen, wovon er spricht: Er war EU-Erweiterungs-Kommissar. Gut, zu seiner Zeit mußte man Heilig Abend, Silvester, Ostersonntag oder Pfingsten noch nicht abbeiten, wie später SPD-Bestman und Stechuhr-Stecher Martin Schulz …

Josef Nyary, mein Mit-Nightrider von der anderen Feldpostnummer at its best: „Verheugen weigerte sich wacker, das deutsche Mantra von den spleenigen Engländern mitzubeten.“

PI-NEWS: Rule Britannia!!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite und seinen Blog bartels-news.de!