Und wieder: Ungarn macht’s vor

Abgelehnte Afghanen konnten wählen: Serbien oder nach Hause

Von CHEVROLET | Was tun mit abgelehnten Asylbewerbern, also solchen, die keinerlei Recht auf Asyl haben? In Deutschland ist das klar: hier behalten für immer, schön durchfüttern und verwöhnen. Gerade wenn sie kriminell werden, besteht das geringe Risiko, doch raus zu müssen.

In Ungarn beschreitet man jetzt einen anderen Weg. Drei Familien aus Afghanistan, die in Ungarn Asyl erbettelten, also trotz Grenzsicherung nach Ungarn kamen, beantragten Asyl. Das ist erlaubt, aber Asylanträge der Afghanen wurden sofort abgelehnt.

Und das bedeutet, dass sie weg müssen. Alle drei Familien wurden vor die Alternative gestellt, nach Serbien zu gehen, wo sie her kamen, oder in ihre Heimat Afghanistan ausgeflogen zu werden. Aber, oh Wunder, nach Afghanistan wollte keiner. Natürlich nur, weil es dort so gefährlich ist, oder vielleicht, weil man von Serbien aus einen neuen Versuch starten kann nach Ungarn und in die EU einzudringen?

Jedenfalls veranstalteten die Familien moslemtypisch ein großes Theater, als es um ihre Deportation ging, meldet die BBC. Als am Dienstag die eine Familie nach Serbien deportiert wurde, schrie die Mutter wild herum: „Das ist das schlimmste Land meines Lebens. Eines Tages werdet ihr Flüchtlinge sein wie wir und dann erinnert ihr euch an uns“, keifte sie die Polizisten an.

Eine alleinreisende Mutter mit vier Kindern schickte der BBC eine Video-Nachricht aus einem Internierungslager in Ungarn: „Wir sind legal hierher gekommen und jetzt sagen sie uns, nach Serbien zurückzugehen, obwohl Serbien uns nicht will.“ Eine 35 Jahre alte schwangere Mutter mit drei Kindern fiel zweckmäßigerweise genau beim Auftauchen der ungarischen Polizei in Ohnmacht. Die Beamten wollten sie, ihre Kinder und ihren Mann, zur Rückführung nach Serbien abholen.

Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, während der Mann und die Kinder im Lager bleiben mussten. Wenige Stunden später wurde die Familie dann doch nach Serbien gebracht.

Eine dritte Familie aus Afghanistan wurde mit einem Gefangentransporter an die Grenze gebracht und an Serbien übergeben. Dort kamen alle in Lager für illegale Migranten.

Ungarn erlaubt pro Tag nur zwei Asylanträge. Entsprechend mussten die versorgungssuchenden Afghanen zwei Jahre in serbischen Camps warten, bis sie nach Ungarn zur Antragstellung durften. Allerdings besagt ein weiteres Gesetz, dass Asylanträge von Personen, die aus sicheren Drittstaaten kommen, generell abgelehnt werden. Und Serbien ist natürlich ein sicherer Staat.

Entsprechend laut ist wieder einmal der Aufschrei der „Hilfsorganisationen“ und Gutmenschen, die die Rückführung als Bruch von ungarischem und Völkerrecht bezeichnen. Während die BBC behauptet, die Rückführung nach Afghanistan sei gescheitert, gilt wohl eher abgewandelt der Merkel-Satz: „Nun sind sie halt weg“. Das ist in diesem Fall die Hauptsache.

Von einer Flüchtlings-Feindlichkeit kann in Ungarn aber keine Rede sein. Bereits 350 Flüchtlinge aus Venezuela hat das Land aufgenommen, weitere 750 sollen folgen. Allesamt sind es Venezolaner mit ungarischen Vorfahren, denn es gab eine Einwanderungswelle von Ungarn nach Venezuela nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Ungarn-Aufstand 1956.

Dass Deutschland Venezolaner mit deutschen Wurzeln als Flüchtlinge aufgenommen hat, ist bislang nicht bekannt geworden.