Heul doch!

Deniz Yücel ist aufgefallen, dass er gefoltert wurde

Eine Polemik von SARAH GOLDMANN | Alles ist relativ, auch Folter. Während in islamischen Ländern angebliche Ehebrecherinnen oder andere delinquente Frauen unter den notgeilen Blicken von männlichen Schaulustigen grausam ausgepeitscht oder mit Steinwürfen zu Tode gefoltert werden, wollte Deniz Yücel, „deutscher“ „Journalist“  auch mal gefoltert worden sein. Wegen dem Mitleid und der Aufmerksamkeit und so, die ja mittlerweile bei ihm wieder nachlassen.

Der Hype um ihn erreichte bekanntlich Anfang 2018 seinen Höhepunkt, kurz bevor er aus türkischer Haft freigelassen wurde – kein Politiker, der nicht mit dem Yücel im Mund seine eigenen linken Anerkennungswerte zu steigern versuchte. Das ist vorbei, für die Hyper und für den Yücel. Seitdem (wie auch schon immer zuvor) hat Yücel kein Stück Text hervorgebracht, das außer von ihm selbst als Journalismus hätte gewertet werden können.

Berühmt wurde der Yücel ja nur durch seine „journalistische“ Charakterisierung von Thilo Sarrazin als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“, der er einen erfolgreicheren Schlaganfall als beim ersten Mal wünschte. Oder durch seine hasserfüllte Freude darüber, dass das Deutschland, das ihm zur Freiheit verhalf, durch niedrige Geburtenraten ein ‚Völkersterben der schönsten Seite’ darstelle. Ähnlicher Rotz ist ihm seitdem nicht mehr aus der Nase gelaufen, sodass er die fehlende Aufmerksamkeit anders erreichen muss. Foltervorwurf, das geht immer. Ihm fiel also jetzt, über ein Jahr nach seiner Entlassung, folgendes auf: Er sei gefoltert worden, und zwar so:

– eine sechsköpfige Gruppe aus Vollzugsbeamten hätte ihn als „Vaterlandsverräter“ und als „deutschen Agenten“ beschimpft

– Später sei diese Gruppe in seine Zelle eingedrungen und habe ihn „erstmals auch körperlich mit Tritten gegen meine Füße und Schlägen auf Brust und Rücken angegangen“.

– Am folgenden Tag habe die Gewalt dann noch zugenommen. „Ein Aufseher aus der Gruppe schlug mir zweimal hart ins Gesicht, dann streichelte er über meine Wange, während ein anderer fragte: ‚Was zahlen dir die Deutschen dafür, dass du dein Vaterland verrätst? Sprich, oder ich reiße dir die Zunge raus.‘ Wie die anderen provokativen Fragen auch ließ ich auch diese unbeantwortet.“ Dieser Vollzugsbeamte habe dann gedroht: „Warte nur, diesen Finger, mit dem du auf mich gezeigt hast, werde ich dir erst in den Mund stecken und dann… ich weiß schon, wohin.“

Dass das, na ja, schon eine ziemliche Folter darstellt, gerade gegenüber einem edlen Linken, das ist allen Genossen klar. Bei weniger zart besaiteten Naturen, nur halblinks bis Mitte links, könnte das aber weniger grausam rüberkommen, als es für Yücel subjektiv und objektiv war. Deshalb schränkt der Yücel seine „Folter“ vom ersten Tag schon selbst etwas ein und erklärt es den Zweiflern:

„Das Maß der Gewalttätigkeit war nicht allzu hoch, weniger darauf ausgerichtet, mir körperliche Schmerzen zuzufügen, als darauf, mich zu erniedrigen und einzuschüchtern. Womöglich wollte man mich auch zu einer Reaktion provozieren. Doch auch so war dies ein Fall von Folter.“

Yücel beschwerte sich übrigens anschließend bei der deutschen Botschaft, was zur Folge hatte, dass die sechs Wärter, die ihm da gegen den Fuß getreten hatten, abgezogen wurden. Trotzdem ziemlich schlimm, sehr schlimm, findet er, der linke Journalist Deniz Yücel. Yücel erläutert:

 „Folter wird nicht allein durch das Maß der körperlichen Gewalt oder der Grausamkeiten bestimmt.“ Zur Folter gehöre auch, „dass die körperliche und seelische Unversehrtheit, letztlich die Sicherheit des Gefangenen allein in der Gewalt seiner Peiniger liegt“.

So so, die seelische oder körperliche Unversehrtheit liegt bei anderen. Der Yücel kann ja mal mit zu einer AfD-Kundgebung gehen, nachdem er sich vorher den prolligen Drei-Tage-Bart abrasiert hat und nicht mehr erkannt werden kann. Er soll dann mal mit durch ein Spalier von Linksfaschisten Spießruten laufen, die einen von beiden Seiten bespucken, schlagen oder ganz praktisch mit Ermordung drohen.

Da würde er, der sich bislang einer exklusiver Fürsorge durch den deutsche Staat sicher sein konnte, sich plötzlich auch einmal in der Gewalt von Peinigern sehen, von linken Sadisten, die ihre Aggressionen durch höhere Werte legitimiert sehen. So ähnlich wie seine Wärter in der Türkei.

Nur: Hier würde ihm keine Regierung zu Hilfe eilen. Sie stünde mit auf der anderen Seite. Und das würde so ein Salonlöwe wie der Deniz Yücel dann wohl doch nicht mehr überleben.

Er bekäme das, was er in seiner dreckigen „journalistischen“ Fantasie einem anderen Menschen gewünscht hatte, einen erfolgreichen Schlaganfall.

Es gibt Journalisten, die sind ehrlich, aufrichtig und mutig. Und es gibt solche, die sind moralisch verkommen, feige und wehleidig. Zu einer dieser Gruppen gehört Deniz Yücel. Aus rechtlichen Gründen sagen wir hier nicht, zu welcher.