Freude deutscher Linksmedien wohl verfrüht

Wem schadet „Ibiza“? Kanzler Kurz, der FPÖ oder sogar der AfD?

Von KEWIL | Die gleichgeschalteten, aber in Sachen Österreich völlig ahnungslosen großdeutschen Linksmedien sind total aus dem Häuschen und freuen sich darauf, dass die rechtskonservativen Parteien der EU am Wochenende einen herbei halluzinierten Einbruch bei den Wählerstimmen erleiden. Die Talkshow-Hennen des öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehens dito. Ist das so?

Nun das Strache-Video aus Ibiza kennt in Frankreich und Italien kein Mensch, und kein Ungar oder Holländer interessiert sich dafür. Auch die AfD hat damit nicht das Geringste zu tun. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Alternative deshalb Stimmen verliert, zumal die konservative, rechte Wählerbasis der AfD in letzter Zeit ziemlich stabil zu sein scheint.

Anders sieht es in Österreich aus. Bei der Nationalratswahl 2017 erzielte die FPÖ knapp 26 Prozent der Stimmen und bei der EU-Wahl 2014 knapp 20 Prozent und damit 4 Sitze. Selbst wenn die FPÖ aber von ihrem Höhenflug 2017 sechs Prozent verliert, wäre sie wieder auf dem Stand von 2014 und könnte ihre 4 Sitze behalten. Niederlagen sehen anders aus. Und der beliebte neue FPÖ-Chef Norbert Hofer kriegte bei der Bundespräsidentenwahl 2016 fast die Hälfte aller Wählerstimmen. Warum sollte ausgerechnet er jetzt nur 10 Prozent kriegen?

Anders sieht es für Kanzler Sebastian Kurz aus. Anstatt nach dem Rücktritt von Strache und Gudenus die erfolgreiche Koalition mit der FPÖ fortzuführen, witterte er offenbar eine Chance, den politisch erfolgreichen, konsequent agierenden Innenminister Kickl (FPÖ) mit zu entsorgen. Die FPÖ machte aber nicht mit und lässt die Regierung zerbrechen. Was will Kurz jetzt machen?

Er wird von der FPÖ verlassen und kann sich auf keinen Fall mit der abgewirtschafteten    SPÖ verbünden. Ein solch rabiater Korrekturwechsel wäre für die ÖVP fatal. Die Grünen sind aus dem Parlament geflogen, was die deutsche Journaille offenbar gar nicht weiß, und der grüne Abspalter Peter Pilz mit der Liste Pilz hatte „jetzt“ zwischenzeitlich ein Problem mit Busengrapscherei, was die großdeutsche Presse auch nicht weiß. Blieben für Kurz die NEOS mit fünf Prozent. Es sind aber alles Splitterparteien, selbst wenn die Grünen wegen dem „Klimawandel“ wieder in den Nationalrat kommen.

Und dieses Problem wird Kanzler Kurz für die Zwischenzeit bis zu Neuwahlen im September und danach bleiben. Er wird für seine ÖVP-Liste Kurz die absolute Mehrheit anstreben, die er allein nicht erreicht (siehe Leser-Kommentare in der Krone und anderen Presseorganen), und mit wem will er dann regieren? Er hat sich selbst verschuldet ein großes Problem an den Hals gehängt, anstatt mit den Freiheitlichen weiter gute Politik zu machen.