Schnee am Lügemandscharo…

Die BILD-Mär vom sterbenden Eisbären

Von PETER BARTELS | Wie wird aus Lüge Wahrheit? Schweigen, Schwurbeln, Schwätzen: Griechenland, Fukushima, Facharbeiter, Menschengeschenke, Goldstücke, Chemnitz … Und Grönland, das gerade wieder mal Grünland wird. Und das schamloseste Beispiel für Labern und Lügen. Natürlich BILD. Wer sonst…

Da flennt ein Grappa-Greis allen Ernstes: „Ich habe drei Fotos im Archiv meines Herzens“. Und listet auf: Willy Brandt kniet im Ghetto… Osama lenkt die Urlauber-Jets ins World Trade Center… ein zweijähriger Flüchtlingsjunge im roten T-Shirt liegt tot am nassen Strand… Dann wird der Greis plump vertraulich: „Du, Eisbärin, bist das vierte Foto. Du bist so erbarmungswürdig. Du hast überhaupt nichts mehr von einem Eisbären. Du bist ein Wrack. Jeder Dackel würde Dich erschrecken…“

Oder Franz Josef Wagner. Und Nick Seeliger. Also BILD. Natürlich. Das Kerlchen Seeliger ist eigentlich Sportreporter (47). Er segelte mit der Frau, die Grappa-Greis Wagner das vierte große Lügen-Foto ins „Herz-Archiv“ knipste, nach Spitzbergen. Seeliger reiseselig: „Es ist ein Symbol des Kampfes gegen den Klimawandel. Man sieht es auf Protest-Plakaten rund um die Welt, auch bei den ‚Fridays for Future‘-Demos in Berlin: Eine Eisbärin, ausgehungert, abgemagert, schleppt sich über eine schmelzende Scholle in der Arktis.“

Dann die verlogenste aller Fragen: „Was steckt dahinter?“ Die noch verlogenere Antwort: „Kerstin Langenberger (37) ist Fotografin und Tour-Guide (Reiseführerin). Sie zeigt Touristen die zauberhafte Schönheit der Arktis… Sie stammt aus dem Rheinland, hat sich in die Pol-Regionen und deren Tierwelt verliebt: ‚Ich fühle mich schon manchmal wie eine Küstenseeschwalbe‘, sagt sie, während unser Dreimaster ‚Antigua‘ durch die eisigen Gewässer pflügt. ‚Den Sommer verbringe ich in der Arktis, den Winter in antarktischen Zonen.’“ Wo der Rubel sie halt hin rollt …

Chronistin des Klimawandels. Knips! Knips!

Ergriffen lauscht der BILD-Mann der cleveren Reiseführerin: „In der Arktis“ sei sie „zu einer Chronistin des Klimawandels“ geworden. Was uns zu ihrem berühmten Foto bringt, das sie im Sommer 2015 aufnahm: „Als wir durch die Ferngläser sahen, wie geschwächt die Bärin war, sind wir direkt abgedreht“, erinnert sich Langenberger. Sie wollte das todkranke Tier nicht aufscheuchen…“ Aber natürlich hat sie auf Teufel komm raus drauflos geknipst – nichts verkauft sich in der GRÜNEN Welt besser als sterbende graue Eisbären. Hach, was für ein Knipser-Glück aber auch… Dass die Eisbärin vielleicht einen Knochensplitter in den Zähnen hatte, nicht mehr kauen, nur noch lutschen konnte, oder vielleicht einfach nur zu alt geworden war … So what!!

Hier schlurfte die clevere Idee zu einer neuen Art von Willys Kniefall, Obamas Touri-Bombern. Natürlich nicht für den toten Jungen am „nassen“ Wagner-Strand. Den zeigt keiner mehr. Weil alle längst wissen, warum er wirklich starb: weil Papa nach der dritten Etappe seiner jahrelangen „Flucht“ von Merkel angelockt ins gelobte Germoney wollte; da gibt’s bis heute viel (!!) mehr Geld für viel wenig (Null) Arbeit… Sogar Kai Diekmann, der größte Totengräber der BILD-Geschichte, schweigt längst verschämt und ungehalten…

„Wir müssen umdenken“. Oder Gott?

Der selige BILD-Sport-Reporter im Angesicht der cleveren Reiseführerin: „Später postete sie das Bild auf Facebook, schrieb dazu einen flammenden Appell: ‚Wir müssen umdenken!’“ … Wir? Oder der liebe Gott?? … Denn: „’Der Klimawandel ist da!’“ Dann wird der Sportreporter zum heuchelnden Semantiker: „Kritiker hielten ihr vor, man wisse gar nicht, woran die magere Bärin wirklich gelitten habe.“ Und schrammt den nächsten Relotius-Preis der Spiegelbarone:

„Denn tatsächlich scheint es auch gesunde Tiere zu geben: Ein paar Monate zuvor kamen zwei Jungbären putzmunter direkt bis ans Schiff, knabberten entspannt am Tauwerk. Die Mutter beobachtete das alles aus sicherer Entfernung.“ Alles also halb so wild? Mitnichten. Immer seltener, sagt die Fotografin, sehe man fitte, wohlgenährte Jungbären.“ … Klar, die zeigt ja keiner, passen nicht in die GRÜNE Apokalypse …

Und dann wird BILD-Sportreporter auf Abenteuerurlaub zum Klimatologen: „Zweiter untrüglicher Beleg für den Klimawandel: das Eis. Besser: das Fehlen des Eises. „Seit 1970 ist die Temperatur in der Arktis im Schnitt um 2,3 Grad Celsius gestiegen“, sagt (die Fotografin!) Langenberger. „Jahr für Jahr schrumpfen die Gletscher. Das Türkis des alten Eises weicht leblosem Stein. Es ist super traurig.“

Fridays on Ice for Fun

Die Wikinger, die Grönland vor 1000 Jahren entdeckten, als es gerade mal wieder Grünland war, dagegen waren glücklich über die süßen, wilden Erdbeeren, die sie mampfen konnten. Der BILD-Klimatologe aus der Sportredaktion schnieft lieber: „Dass ihr Bild der sterbenden Bärin zu einer Ikone geworden ist, berührt die Fotografin. „Es war schon rührend, als ich im Fernsehen sah, wie das Foto bei einer ,Fridays for Future‘-Demo hochgehalten wurde.“

Und dann macht Seeliger auf Sven Hedin: „Wir legen auf Spitzbergen an. Wer bei der Tour keinen lebendigen Eisbären gesehen hat, kann sich hier einen toten kaufen: ein Eisbären-Fell kostet rund 12.265 Euro. Das Jagen der bedrohten Raubtiere ist hier zwar verboten, nicht aber die Einfuhr der Felle aus Kanada.“ Und dann läßt er seine „Expertin“, die Touristen-Knipserin, noch mal die Humboldt*in geben: „Es gibt in etwa so wenige Eisbären wie Nashörner“, schimpft Langenberger. „Dennoch wird über eine Erhöhung der Jagdquote diskutiert. Und das, obwohl Eisbären jetzt schon unter dem Schwund ihres Lebensraumes leiden. Das ist doch ein Unding!“

Glauben was wir sehen, schnief!

Dass die Jagdquote nur deshalb erhöht wurde, weil die Eisbär-Population in der Arktis in den letzten 30 Jahren explodiert ist, sich mehr als verdoppelt hat, passt natürlich nicht in die GRÜNE Apokalypse. Genauso wenig wie die Verdreifachung der Pinguine in der Antarktis. Und so darf der Grappa-Greis weiter mümmeln: „Die Erde erwärmt sich, das Wasser. Die Scholle, auf der der Eisbär steht, wird immer kleiner. Es gibt Fotos, die die Welt verändern. Die Eisbärin, die nur noch Haut und Knochen ist, wird die Welt verändern. Erst, was wir sehen, glauben wir.“

Genau das wussten auch schon Hitlers Goebbels und Honeckers Roter Baron. Wie Franz Josef Wagner, Nick Seeliger natürlich auch. Bilder lügen fast immer. BILD leider auch manchmal. Diesmal …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.