PI-NEWS-Kolumne von Martin E. Renner

Obst ist frisch, knackig und gesund!!! Immer!!!

Von MARTIN E. RENNER | Es gibt Tage, an denen der politische Irrsinn dieser Tage einem geradewegs ins Gesicht springt. Und wenn man ganz genau hinschaut, so kann man nicht anders, als auf der Fratze des sich abzeichnenden Totalitarismus das höhnische Grinsen zu erkennen.

Es ist Sommer, es ist tolles Wetter, es ist heiß. Auf ins nächste Freibad. Über viele Jahrzehnte ein völlig normaler Vorgang in Deutschland. Heute nicht mehr. Als Kölner könnte man an dieser Stelle auch schreiben: Es ist Silvester, es ist kurz vor Mitternacht – raus auf die Domplatte zum Feiern.

Man muss einfach nur zwei Wörter in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben: „Ärger“ und „Freibad“. Die angezeigte Liste der Suchergebnisse zeigt bereits auf den ersten Blick, warum das Wort „Integration“ in Politik und Medien in Deutschland nahezu kaum noch fällt. Weil nahezu jedes Ergebnis dieser Suchanfrage ein Beweis für das glatte Gegenteil ist. Für Nicht-Integration, für Parallelgesellschaft, für Dystopie, für Chaos, für Barbarei, für die Dysfunktionalität der dritten Welt. Und das in unserem einstmals schönen und sicheren Deutschland.

Irrationalität, Ideologie und Idiotie

Heute ereignen sich in unserem Land nahezu täglich Vorkommnisse und Geschehnisse, die es hier noch vor 20 Jahren so nie gegeben hat. Nicht in der Quantität. Nicht in der erschreckenden Qualität. Das muss man den jüngeren Generationen immer wieder sagen. Denn das Erleben von und der tägliche Umgang mit archaischen Gesellschaftsstrukturen gehört für die Jugend heute zum Alltag. Die Älteren wundern sich und lernen, die Jüngeren (er-)wehren sich – so gut es eben geht. Oder sind gezwungen, sich möglichst anzupassen – als Unterworfene eben.

Wer an dieser Stelle auf „Hilfe“ aus der Politik und / oder der Gesellschaft schielt, der hofft vergebens. In der aktuellen Politik hat das Bemühen für und um das eigene Volk längst den Status bereits vergessener Legenden, Legenden unserer Altvorderen. In der Politik der etablierten Parteien hat die Irrationalität, die blanke, weltfremde Ideologie und mitunter auch irgendetwas knapp unterhalb der Schwelle zur bloßen Idiotie in erschreckendem Ausmaß die Oberhand gewonnen.

Genau wie Sprache, Verhalten und Gebaren importierter Clan-Strukturen auf unsere Jugend abfärbt – so färbt das maximal weltfremde, ideologisch-basierte und moralisierend vorgetragene „One-World-Phantasma“ unserer Alt-Parteien auf die Gesellschaft ab. Dies ist allerdings nur eine kleine, aber wesentliche Schnitte aus der uns zugedachten, jedoch vergifteten und unverdaulichen Ideologie-Torte.

Motto „Widerstand ist zwecklos“

Gerade aber, weil diese Schnitte für den freien, denkenden Bürger schlichtweg ungenießbar ist, hilft man nach. Nach dem Motto „Widerstand ist zwecklos“ wird jeder Kritiker massenmedial in den gesellschaftlichen Hades geschrieben. Auch noch so berechtigte und fundierte Kritik erzeugt in Windeseile regelrechte Monsterwellen öffentlicher Empörung. Beschworen und herbeigeschrieben von „Haltungsjournalisten“, die vermutlich weder die Grundrechte aufzuzählen, noch das Wort „Demokratie“ buchstabieren zu können in der Lage sind. Dieses schwierige Phänomen „Demokratie“ mit Inhalt zu füllen, stellt eine absolut unerreichbare Forderung für diesen einstmals ehrenvollen Berufsstand dar.

So haben selbst wir Älteren uns mittlerweile an die „Gruppen Jugendlicher“ gewöhnt. Oder an ominöse „junge Männer“. Weil die Medien sich per Selbstverpflichtung weigern, dem Bürger notwendige Informationen an die Hand zu geben. Was man heute als halbwegs gebildeter Mensch beim Blick in mediale Nachrichten ertragen muss, ist schlichtweg nicht mehr zumutbar. Das hat mit Informationsvermittlung, mit Berichterstattung oder gar mit demokratischem Auftrag nicht das Geringste mehr zu tun.

Das Gegenteil ist der Fall. Medien erzeugen einen politisch-gewollten, gesellschaftlichen Druck, der den Bürger regelrecht hindert, eins und eins zusammenzuzählen. Denn dazu bedarf er einer gewissen Regelmäßigkeit, um ein Muster zu erkennen. Wem beim wiederholten Griff in die Obstschale auffällt, dass die Weintrauben nicht mehr frisch sind, der wird wahlweise zu anderem Obst greifen. Oder vorerst ganz verzichten. Oder sich in irgendeiner Weise bemühen, ausschließlich für frisches Obst zu sorgen.

Der Griff in die Obstschale

Wer aber gar keine Wahl mehr hat – und wem alle Informationen fehlen, der kann das Rätsel unmöglich lösen. Das Ganze kombiniert mit der berechtigten Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung und damit einhergehend vor Verlust der beruflichen und sozialen Existenz – eh voilà, der Bürger greift beherzt in die vor ihm stehende Obstschale. Und lobt öffentlich sicht- und hörbar und überschwänglich die ganz ausgezeichnete Qualität des dargebotenen Obstes.

Wer hier nicht das fertige, bereits ausgehärtete Fundament für ein durch und durch totalitäres Konstrukt erkennt, der möge sich bitte ein anderes Betätigungsfeld als ausgerechnet Demokratie und Politik suchen. Oder sich wahlweise andere Zielländer aussuchen. Nordkorea beispielsweise.

Das Obst können und dürfen wir derzeit offenbar weder aussuchen, noch bemängeln. Aber wir können auf ein anderes Muster hinweisen, nämlich die tägliche mediale Berichterstattung. Aktuelles Stichwort: „Deutsche Vergewaltiger in Mallorca“. Spanische Zeitungen vor Ort schrieben offenbar von „türkischen Deutschen“. Bei uns heute bereits undenkbar. Das vermutete Motiv unserer Medien: Fakten sind potentiell rassistisch. Also denken Sie nicht einmal daran, gehen Sie einfach weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Stereotype darf es nicht geben. Wer Muster erkennt, der ist definitiv ein Demokratiefeind.

Königin unter den Obstsorten

Oh verkehrte Welt! Man stelle sich einmal vor, die ersten Menschen hätten nicht miteinander kommunizieren dürfen und nicht können: Diese Frucht nennt sich „Beere“ – leicht zu pflücken und sehr lecker. Die Frucht dort am Baum hingegen ist eine „Vogelbeere“. Ganz und gar nicht lecker – und dabei auch noch sehr, sehr giftig. Oder, anderes Beispiel: Diese Tiere nennt man „Schafe“. Leicht zu jagen und schmecken sehr, sehr lecker. Das andere Tier dort drüben aber nennt sich „Wolf“. Gar nicht lecker – und wenn Du nicht aufpasst, jagt es Dich, das liebe Wölflein.

Dürfen wir das in unserem ach so freiheitlichen und demokratischen Land überhaupt noch sagen: „Manche Weintrauben sind schlecht“? Ist das nicht schon arg ausgrenzend? Geradezu diffamierend? Zeigt das nicht eine bereits an Verachtung grenzende Grundeinstellung gegenüber den Weintrauben? Der Königin unter den Obstsorten. Denken wir besser nicht weiter darüber nach. Sie wissen ja: Obst ist frisch, knackig und gesund!!! Immer!!!

Gaga – einfach gaga. Vermutete Anleihen an die einstmals avantgardistische Kunstform des Dadaismus seien in diesem heutigen Aufsatz gerne eingestanden. Denn wir leben mittlerweile in einem dadaistischen Zustand, bei dem die Irrationalität des ursprünglichen Dadaismus fast schon als rationale Realität zu feiern wäre.


(Martin E. Renner ist Bundestagsabgeordneter der AfD. Er war Anfang 2013 einer der 16 Gründer der Partei in Oberursel. Seine Kolumne auf PI-NEWS erscheint alle zwei Wochen)