Bouffier bei Trauerfeier für ermordeten Jungen von Gleis 7

Die politische Mystifizierung des Kindermords

Von WOLFGANG HÜBNER | Das wissen wir inzwischen schon: Bei besonders schweren Verbrechen von Ausländern gegen Deutsche ist die Sorge des politisch-medialen Komplexes, die Tat könne von „Rechten“ instrumentalisiert werden, größer als die Sorge über die Tat selbst. Und deshalb gilt es, nach Möglichkeit keine Namen und keine Bilder des oder der Opfer zu verbreiten. Denn Opfer, die Namen und Gesichter bekommen, wecken andere Emotionen als solche ohne Namen und Gesichter. Der Kindermord im Frankfurter Hauptbahnhof am 29. Juli und seine Folgen zeigen exemplarisch, dass es sich bei diesen Feststellungen nicht um wirre Verschwörungstheorien handelt, sondern um eine nüchterne Feststellung.

Seit dem Wochenende wissen wir nun auch, wer diese schreckliche Tat eines in der Schweiz ansässigen Eritreers tatsächlich instrumentalisiert und wie das geschieht. Und es waren nicht die „Rechten“, die das taten, sondern kein Geringerer als der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er nahm mit seiner Frau an einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in Glashütten, dem Wohnort des Opfers, teil, zu dem Medienvertreter nicht zugelassen waren, aber einige wohl doch dabei waren. Schon mit dieser Teilnahme gab Bouffier dem Geschehen die politische Bedeutung, die zum Beispiel einer AfD-Stellungnahme zur Tat sehr übel genommen wurde.

Denn selbstverständlich nimmt ein hessischer Ministerpräsident normaler Weise nicht an Gedenkfeiern für Mordopfer teil. Aber Bouffier ist nur zu bewusst, welche politische Brisanz diese Tat hatte und hat. Seine Aufgabe als prominenter Parteifreund der Grenzöffnerin im Kanzleramt ist die möglichst maximale Entschärfung dieser Brisanz. Dafür bot ihm der Gedenkgottesdienst die Gelegenheit. Es war zu erwarten, dass die Vertreter der Amtskirchen der verzweifelten Familie des ermordeten Jungen, den geschockten und trauernden Nachbarn, Mitschülern und Mitbürgern in Glashütten auf ihre Weise Trost zu spenden versuchten.

Dabei fielen in den Predigten Worte wie „schrecklich“, „unfassbar“, „böser Traum“ oder „unendliche Leere“. Wenn das den Versammelten geholfen hat, soll das hier nicht hinterfragt werden. Aber können die Hinterbliebenen, können wir wirklich Trost darin finden, wenn Bouffier in der Kirche sagt: „Wir sind fassungslos über das Böse, zu dem ein Mensch fähig ist“? Nein, das können zumindest diejenigen nicht, die sich weigern zu verdrängen, auf welchen Wegen der Täter nach Frankfurt gelangte, um dort Mutter und Sohn in mörderischer Absicht vor einen einfahrenden Zug zu stoßen.

Nein, zu verdrängen ist auch nicht die Frage, ob bei dem großen westeuropäischen Menschenexperiment einer historisch beispiellosen politisch gewollten Bevölkerungsumwandlung solche Reaktionen psychisch und sozial vielleicht total überforderter Menschen wie des afrikanischen Täters zum Risiko dieses Großexperiments gehören. Von verantwortlichen Politikern ist jedenfalls zu verlangen, sich nicht in Mystifikationen eines angeblich „Bösen“ zu flüchten, sondern sich den Problemen zu stellen, die sie selbst mitverursacht haben.

Das ist allerdings von einem wie Bouffier nicht zu erwarten. Umso dringlicher ist es, darauf zu bestehen, dass die Motive und die Entstehung dieser bestialischen Tat geklärt werden. Das „Böse“ hat Ursachen, auch und gerade in diesem Fall. Nicht nur die lebenslänglich zutiefst leidende Familie und traumatisierte Augenzeugen des Mords – ein ganzes Volk hat das Recht, diese Ursachen zu erfahren. Bouffiers Mystifizierung der Tat und des Täters hilft nicht weiter, sondern vernebelt das Verbrechen.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.