Irres "Pippi"-Urteil in Hildesheim

Syrischer Messerstecher muss regelmäßig zur Urin-Kontrolle

Von H.G. | Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, sagt das Sprichwort. Das gilt wohl insbesondere für Hildesheim, bekanntermaßen Hotspot für IS-Terroristen, pädophile Priester und jetzt auch für eine äußerst milde Kuscheljustiz. Dort setzte der Vorsitzende Richter am Landgericht, Peter Peschka, einen gefährlichen Syrer (41) auf freien Fuß, der einem heute 31jährigen Hildesheimer auf offener Straße ein Küchenmesser in den Rücken gerammt hatte. Der unter Wahnvorstellungen leidende Flüchtling muss laut Schuldspruch nur Medikamente schlucken und regelmäßig seinen Urin testen lassen. Völlig irre: er hat vor dem Urteil schon mehrmals eine medizinische Behandlung abgebrochen.

Wie die realexistierende Justiz vielerorts in Deutschland tickt, zeigt das Hildesheimer „Pippi“-Urteil, aus dem Opfer wie Täter gleichermaßen Lehren ziehen können. Als mögliches Opfer: Wer sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Platz befindet, lebt zunehmend gefährlich in Deutschland. Insbesondere auch in Hildesheim, wo 2016 sogar schon mal ein Richter rücklings vom Rad gestochen wurde. Als Täter: Wahnhafte Zustände sind bei Flüchtlingen vor Gericht und bei Gutachtern offenbar regelmäßig erfolgreich, je oller, desto überzeugender.

Syrer hat „Gerät im Kopf“

Hier der Ablauf der irren Geschichte: im Februar dieses Jahres war der damals 30jährige Syrer mit einem Küchenmesser aus dem Haus gestürmt und rammte es unvermittelt einem 40jährigen Mann in den Rücken. Eine Stimme hätte ihm zugeflüstert, dass sich draußen ein IS-Terrorist befindet.

Der Täter und sein Vater waren Ende 2014 mithilfe von Schleppern nach Deutschland gelangt. Hier sollen sich verstärkt psychische Probleme eingestellt haben, ließ er einen Dolmetscher vor Gericht mitteilen. Er habe das Gefühl, „dass die Heizung zu mir spricht“. Oder: „Ein Gerät in meinem Kopf liest meine Gedanken“. Eine andere Stimme habe ihm eingeredet, er solle die Oppositionsführer-Rolle in Syrien übernehmen.

Dazu ist es ja bekanntlich nicht mehr gekommen. Stattdessen zum milden Urteil. Bereits der Gutachter hatte eine Gefängnisstrafe ausgeschlossen, weil der angeklagte Flüchtling unter einer paranoiden Schizophrenie leide und nicht schuldfähig sei. Aber auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik kam für das Landgericht nicht in Frage, das den Messerstecher nur wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt hatte.

Kein Wort zum Messer-Opfer

Richter Peschka gab dem Syrer lediglich auf, „sich regelmäßig in der Institutsambulanz des Hildesheimer Ameos-Klinik medikamentös behandeln zu lassen“, wie die örtliche Zeitung berichtete. Urinkontrollen sollen testen, ob der Messerstecher dies auch tut. Eine Ärztin der Klinik assistierte: der Patient sei gut eingestellt und habe seit Wochen keine Halluzinationen. Allerdings – wie eingangs berichtet – hat er schon mehrfach eine medizinische Behandlung in Krankenhäusern abgebrochen.

Für die Hildesheimer Bürger (und anderswo) stellen sich nach diesem Urteil folgende Fragen: Wie erkenne ich, wenn mir ein Mann südländischen Aussehens begegnet, ob dieser medikamentös „gut eingestellt“ ist oder nicht? Und: Wie geht es eigentlich dem Messer-Opfer? Ist ihm hinreichend Gerechtigkeit widerfahren, bekommt es Entschädigung? Hierauf ist Richter Peschka bisher die öffentliche Antwort schuldig geblieben.