Über den Dächern Aachens (v.l.): MdL Dr. Martin Vincentz, der Vlaams-Belang-Vorsitzende Tom Van Grieken, die langjährige Flandern-Korrespondentin der Jungen Freiheit Irmhild Bosdorf und MdL Roger Beckamp.

Von MARKUS WIENER | Der Vlaams Belang – die traditionelle Wahlpartei der flämischen Patrioten in unserem Nachbarland Belgien – hat diese Woche eine mehrtägige Klausurtagung mit rund 40 Abgeordneten aus dem flämischen Parlament, der belgischen Abgeordnetenkammer und dem Europaparlament in der alten Kaiserstadt Aachen durchgeführt. Ein symbolträchtiger Konferenzort im Länderdreieck zwischen Deutschland, Belgien und Holland, der wie kaum ein anderer für die gemeinsame Geschichte und Verbundenheit von Flamen und Deutschen seit der Frankenzeit bis zur Moderne steht.

Eine Verbundenheit, die heute von den patriotischen Parteien beider Völker wieder bewusst gepflegt wird. So war auf Einladung des Vorsitzenden des Vlaams Belang, dem jungen Sympathieträger Tom Van Grieken, am Dienstagabend auch eine Delegation der nordrhein-westfälischen AfD-Landtagsfraktion unter Führung der Abgeordneten Dr. Martin Vincentz und Roger Beckamp vor Ort. In Grußworten und zahlreichen Gesprächen wurden Gemeinsamkeiten ausgelotet und ein künftig noch engeres Zusammenwirken besprochen.

„Wir von der AfD sind froh, mit dem Vlaams Belang einen starken und verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben“, äußerte sich Beckamp nach dem Treffen. Die beiden Parteien verbindet nicht nur die Ablehnung einer Islamisierung Europas oder einer unkontrollierten außereupäischen Masseneinwanderung. AfD und Vlaams Belang stehen in vielen Fragen vor ähnlichen Problemen – mit Möglichkeiten zur Erarbeitung gemeinsamer Lösungen und Vorgehensweisen. Eine Aufgabe, für die der nordrhein-westfälische AfD-Landesverband nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage prädestiniert erscheint.

Die Abgeordneten des Vlaams Belang hatten neben eines straffen Arbeitsprogramms auch Zeit und Grund für ein geselliges Kennenlernen untereinander. Schließlich waren dank der starken Wahlerfolge im Frühjahr 2019 neben Urgesteinen wie dem Antwerpener Lokalhelden Filip Dewinter zahlreiche neue Gesichter in den Reihen der Parlamentarier vertreten. Der Vlaams Belang konnte bei sämtlichen Wahlen im Mai diesen Jahres seine Wahlergebnisse verdreifachen: Von ca. sechs Prozent auf über 18 Prozent bei der flämischen Regionalwahl und von ca. vier Prozent auf 12 Prozent bei der belgischen Parlamentswahl sowie der Europawahl. Ein fulminantes Comeback einer der traditionsreichsten Formationen innerhalb der patriotischen Parteienfamilie Europas, die nun erfreulicherweise auch wieder eine gemeinsame Fraktion im Europaparlament gebildet hat.

Dabei hat es der Vlaams Belang geschafft, neben der Reaktivierung früherer Stammwähler auch viele Jung- und Erstwähler zu gewinnen. So haben laut den Ausführungen des selbst erst 32-jährigen Parteivorsitzenden Tom Van Grieken rund 40 Prozent der Jungwähler im Landesteil Flandern für den Vlaams Belang gestimmt! Auf der anderen Seite gibt es kaum eine andere demokratische Rechtspartei in Europa mit einer so langen Geschichte. Der Vlaams Belang kann in diesem Jahr bereits sein 40-jähriges Bestehen feiern. Gegründet 1979, damals noch unter dem Namen Vlaams Blok, und dann vier Jahrzehnte ein wichtiger Faktor in der flämischen und belgischen Politik. Mit Höhen und Tiefen, aber zur Zeit zum Glück wieder in einer absoluten Hochphase.

Mit ein Grund für diese Beständigkeit ist sicher auch die Verwurzelung des Vlaams Belang in der flämischen Unabhängigkeitsbewegung, die weit über die Partei hinaus reicht. Der Vlaams Belang dient für diese Bewegung als politisches Sprachrohr und parlamentarische Interessensvertretung. Umgekehrt profitiert auch der Vlaams Belang von diesem großen Vor- und Umfeld.

Diese flämische Unabhängigkeitsbewegung ist der Zusammenfassung von zwei so unterschiedlichen Volksstämmen wie den Flamen und Wallonen in einem Staatsgebilde geschuldet. Das daraus resultierende Konstrukt namens Belgien ist eine Herausforderung für alle Beteiligten und wäre in etwa so, als ob Deutsche und Franzosen sich einen Nationalstaat teilen müssten. Dass man angesichts dieser Lage über eine noch weitergehende Föderalisierung oder sogar zwei komplett unabhängige Staaten innerhalb der Europäischen Union nachdenkt, ist nachvollziehbar, aber natürlich ein ständiger Streit- und Angelpunkt in der belgischen Politik.


Markus Wiener.
Markus Wiener.

PI-NEWS-Autor Markus Wiener schreibt bevorzugt zu Kölner und tagespolitischen Themen für diesen Blog. Der 43-jährige Politologe und gelernte Journalist ist parteiloses Mitglied des Kölner Stadtrates und der Bezirksvertretung Chorweiler. Seit über 20 Jahren widmet er sein politisches und publizistisches Engagement der patriotischen Erneuerung Deutschlands. Der gebürtige Bayer und dreifache Familienvater ist über seine Facebook-Seite erreichbar.

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20 KOMMENTARE

  1. Scbapsdrossel Junker hat wirder „Rückenschmerzen“, Für den ist europäischer Lebensstil Rääächtssss. Hat wohl wieder etwas zu viel „Schmerztropfen“ geschluckt.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article200211430/Schutz-unseres-Lebensstils-Juncker-kritisiert-neue-Bezeichnung-des-EU-Migrationsressorts.html
    Juncker kritisiert neue Bezeichnung des EU-Migrationsressorts

    „….von der Leyen den Vorwurf eingebracht, sie biedere sich der extremen Rechten an. „

  2. Die AFD braucht erstmal mehr Rückhalt im eigenen Land. Macht das Programm bekannt und zeigt, was die AFD für deutsche tun will.

  3. Ein 3-er Verbund im Länderdreieck Belgien. Holland, NRW wird der AfD NRW Auftrieb geben. Man könnte zum Beispiel größere Veranstaltungen organisieren. Langsam kann die AfD NRW sich auch vom neoliberalen Balast aus Luckes Pretzell Zeiten befreien.

  4. Belgisches Bier ist gut .
    Hoffentlich ham sich die Damen und Herren auch orndlich ein
    reingetutet.
    Grund zum feiern gab es genug!
    ;-D

  5. Dortmunder1 12. September 2019 at 19:10

    Scbapsdrossel Junker hat wirder „Rückenschmerzen“, Für den ist europäischer Lebensstil Rääächtssss. Hat wohl wieder etwas zu viel „Schmerztropfen“ geschluckt.

    Eher zuwenig.
    Wenn er genug hat, begrabbelt er seinen Kleiderständer, schnullert zufrieden am geleerten Fläschchen, gluckst vor sich hin und gibt Ruhe, anstatt anständigen Leuten auf den S…enkel zu gehen.

  6. Roger Beckamp klasse Typ. Müsste mehr von der Sorte geben. Auch genial wie er die Linksfaschisten immer mundtot macht und lächerlich dastehen lässt bis ihnen nichts weiter übrig bleibt als : ES GIBT KEIN RECHT AUF NAZIPROPAGANDA zu schreien oder sich beleidigt wegzudrehen. Ein hoch auf Roger…

  7. @sagrotan du sagst Flamen sind Germanen. Das grosse Rätselraten welche Germanenstämme die Ur- und Frühzeit besiedelten liegt etwas zurück. Wo die Römer wohnten ist viel bekannter. Auch über die Griechen wissen wir mehr. Vermute den römischen Einfluss in Belgien viel höher, sind fast alle römisch katholisch. Belgier sind Katholiken. Aus Germanen Katholiken zu machen war bestimmt nie einfach oder aus Japanern Muslime. Falls der Fingerzeig Richtung NS-Zeit ging, ja die Niederländer und Belgier hatten auch ihre Division in der deutschen Armee, da ja so argumentiert. Sogar die Türken und Spanier hielten sich für Germanen, viele bis heute. Stimmt vermutlich auch. In den Jahren waren die Germanen ja viel unterwegs.

  8. Belgien, Pralinen, Pommes und gutes Bier, so sehen Deutsche das, kulinarisch. Deutschland, Moffen, Bosches und Scheissdeutsche (auch das ist polizeibelegt in der DG), so sehen Belgier das, antideutsch.
    Schön, wenn das Mal nicht der Tenor ist, wie auf dem Foto aus Aachen.

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