Wessi Nikolaus vs. Ossi Christian

AfD-Hammer im Osten – BILD-Beben in der Birne

Von PETER BARTELS | Bei BILD hatten sie nach dem AfD-Siegen im Osten eine Idee. Neiiin, nicht, wie das Blatt vielleicht doch noch gerettet werden könnte, dass sie linientreu von über fünf auf unter eine Millionen gemeuchelt haben. Nuuur, wie die letzten Leser im Westen noch mal richtig verarscht werden können. Im Osten gibt’s ja so gut wie keine mehr. Die allerletzten sind allesamt importierte Wessis …

Die grandiose Idee: „Wahlbeben im Osten! Dürfen die Wessis sauer sein?“ Dann: „In Sachsen liegt die AfD nur knapp unter der 30-Prozent-Marke. In Brandenburg weit über 20 Prozent. Werte, von denen die AfD im Westen nur träumen kann. Darf man im Westen … sauer sein, wenn im Osten zwei Bundesländer die AfD fast zur stärksten Partei machen?“

• Nikolaus WESSI Blome (55): „Das denkt man im Westen“
• Christian OSSI Langbehn (36): „Das denkt man im Osten“

Wessi Blome first …

„Eine AfD, die gegen alles Fremde und „den Westen“ Stimmung macht, die mit Putin flirtet – und Deutschland mit der DDR gleichsetzt …? Ja, liebe „Ossis“, da darf man sauer sein.“ … So beginnt Schäl Blome, geliebter Backpfeifen-August (Staats-TV PHOENIX) von „Tünnes“ Jakob, dem Kuckuckskind von Rudolf Augstein. Dann schleimt Männeken Pieps:

„Dankbarkeit gibt es nicht in der Politik … Warum eigentlich nicht? Die Wiedervereinigung hat Freiheit, Rechtsstaat, D-Mark und Umweltschutz in die kaputte DDR gebracht … Billionen … Gerade erst wurden neun Milliarden Euro für den Ausstieg aus der Braunkohle beschlossen … Deshalb muss niemand auf offener Straße dauernd „danke, danke“ rufen. Aber eine Partei wählen, die das alles verlacht und verleugnet, das muss auch nicht sein … Eine Partei, die mit Neonazis mehr als nur kokettiert …“

Wut ist stärker als Scham…

Gelügelt bis gelogen? BILD-Banause Blome kann’s noch linientreuer: „Dass die Wut so vieler Bürgern stärker ist als die Scham, so eine Partei zu wählen, das ist rational nicht zu erklären: Die Arbeitslosigkeit im Osten ist nahe an West-Niveau. Löhne und Renten steigen, die …“ Und dann greint er: „Verzicht auf … Handynetz, Busverkehr, Polizeidienststelle, Bäckerei … gibt’s auch in Westdeutschland – sie wählen nur bei Weitem nicht so stark und flächendeckend AfD. Warum, zum Teufel … in Scharen eine Partei, die Andersdenkenden, Andersartigen jeden Respekt verweigert … Das erklär mir mal einer.“

Das Kerlchen listet tatsächlich ein paar Gründe auf, warum der Osten nicht GRÜN wählt, warum er rot sieht, wenn er an den Westen denkt, Blau, AfD, wählt. Und verschweigt natürlich in voreilendem Gehorsam weiter die wahren Gründe: Der Ossi will Deutscher in Deutschland bleiben; schließlich hat er 40 Jahre nicht nur auf Bananen gewartet … Der Ossi will Vater, Mutter und Kind… Der Ossi will weder Röckchen tragen, noch Moslem werden. Der Ossi will lieber seine braune Kohle, weil die auch dann wärmt, wenn die grüne Sonne nicht scheint … Der Ossi will seine Wälder nicht für die 150 Meter hohen Vögel-Massenmörder der grünroten Öko-Götzen abholzen lassen, wie die Wessis Grimms Märchenwald …

Ossi Langbahn second …

BILD hat auch Ossis in der Redaktion, Christian Langbehn zum Beispiel. Hoffnung auf wahre Wahrheit? Vergeßt es. Wie die Blockwarte befehlen knallt er gehorsam die Hacken zusammen : „Ja, man darf sauer sein! Für mich ist und bleibt die AfD eine unwählbare Rechtsaußen-Partei … Das einzig Positive, was ich dem Teilerfolg dieser Populisten am Wochenende entnehmen kann: dass der Blick Richtung Osten endlich wieder geschärft ist.“ Dann bedankt er sich für die kürzliche Beförderung, weiß prompt und gehorsamst, warum die Ossis AfD wählen:

„Für einen Großteil war es schon immer „nur“ ein Ruf an die Parteien: Nehmt uns nicht als Bittsteller, nicht als Hilfesuchende wahr, sondern als Deutsche. Soli? Ich zahle ihn ja auch. Und gern.“ Das „Gefühl“ vieler Ossis das er anmahnt, klingt nach SED-LINKE: Abgehängt, überrumpelt … „Mit der Wende für Wessis haben sich (nur) die Postleitzahlen geändert, der Osten brach wie ein Kartenhaus zusammen.“

Dass der SED-Staat ein Kartenhaus w a r, könnte Langbehn heute kurz in der Neuen Zürcher Zeitung nachlesen. Aber das Bübchen, das bei der Wende sechs Jahre alt war, verfälscht lieber seine Helden-Biografie, wie Pastoren, die Präsidenten wurden, je nun; „WIR ( er schreibt „wir“!!) sind damals auf die Strasse gegangen, um für Freiheit zu kämpfen. Reisefreiheit.Pressefreiheit.Meinungsfreiheit („wir“, also er, war sechs!!)“

Wessi-Wagner widerspricht Wurzel-Ossi

Er merkt nicht mal, dass er genauso lügt, wie einst BILD-Totengräber Kai Diemann, der ins Blatt diktierte, die Hunderttausenden strammen, jungen Mäbnner, die er mit Merkel ins grenzenlose Germoney lockte, seien Ärzte, Ingenieure und Facharbeiter, die unsere Rente verdienen würden. Sie jobbten dann nur zu Silvester am Kölner Dom, aber heute täglich im Park …

Aber Ex-Ossi Langbehn weiß, wenn auch nur gefühlsmäßig, dass viele Ostbürger sich als Bürger zweiter Klasse fühlen. Natürlich n i c h t , weil sie, wie Merkels Gäste vom Gehalt bis zur Wohnung, zum bezahlten Heimaturlaub alles geliefert bekommen. Sondern nur, weil sie AfD wählen.Was nützen da die sanierten Sehenswürdigkeiten in den Städten, wenn man auf dem Land keine Arbeit findet? … Der geborene Besserwessi Wagner widerspricht dem Meldeamt-Wessi mit Ossi-Wurzeln unter rührseligen Grappa-Tränen: „Unser schönes Ostdeutschland mit seinen Seen, Flüssen, seinen Gebirgen, seinen prunkvollen Schlössern ist ein Kulturerbe. Kein AfD-Erbe.“

Zum Glück ist bei BILD noch ein offenbar unbeugsamer Ossi mit gesundem Menschenverstand (er war 24 bei der Wende): Ralf Schuler. Er hält heute die Grabrede auf die SPD (Sachsen 7,7 %): „Große Gaudi zum kleinen Preis: Die SPD hört die Signale – aber längst nicht mehr die der wegbleibenden Wähler … Die Roadshow zum Vorsitz … klingt bedrohlich nach jenem „letzten Gefecht“, von dem in der „Internationalen“ die Rede ist. Allerdings in eigener Sache.“

Immer weiter unverdrossen, Genossen … Die FDP ist schon weg … die SPD so gut wie … Und BILD bemüht die letzten Sprossen … Als nächstes ist Thüringen dran …AfD, weiter, ran!!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (hier bestellen!) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.