Zum Interview mit einem Frankfurter Klima-Aktivisten

Siebzehn Jahr, kein Gefahr?

Von WOLFGANG HÜBNER | Emil Wohlfahrt ist 17 Jahre alt und besucht die Abschlussklasse der Europäischen Schule in Frankfurt am Main. Das Bild von ihm zeigt einen netten Jüngling mit sanftem Blick und braunem Wuschelkopf, der sicher gute Chancen beim weiblichen Geschlecht haben sollte. Doch mehr als an diesem dürfte Emils Aufmerksamkeit derzeit seinen Aktivitäten als Organisator in der „Fridays for Future“-Bewegung (FFF) gehören. Denn es steht ja die Aktionswoche mit Demonstrationen, Diskussionen und Blockaden unmittelbar bevor. Grund genug für die Rhein/Main-Ausgabe der FAZ, sich mit Emil einmal zu unterhalten. Grund genug wiederum, sich dieses Interview näher zu betrachten.

Wir erfahren, dass Emil seit Anfang 2019 für das Klimathema interessiert wurde und deshalb an der ersten Demonstration seines jungen Lebens teilnahm: „Das hat einen ganz schönen Adrenalinklick gegeben.“ Daraus habe sich sein besonderes Engagement für FFF entwickelt: „Bei Fridays for Future gibt es keine Aufnahmekriterien, keine Hierarchien, jeder kann mitmachen.“ Emil schildert die vielen Aktivitäten der Bewegung und antwortet auf die Frage: „Hört sich nach viel Arbeit an“ mit einem Lachen: „Das Rezept ist, einfach nicht mehr zu schlafen.“ Das dürfte gerade in einer Abschlussklasse nicht sonderlich leistungsförderlich sein, aber zu diesem Aspekt will der FAZ-Interviewer nichts weiter wissen.

Vielmehr fragt er nach Emils Motivation. Der sagt: „Das Bewusstsein für die akute Bedrohung hält auf Trab. Die Klimakrise kommt immer näher, aber wir wissen, dass wir noch etwas erreichen können, es ist noch nicht zu spät.“ Und der Europaschüler ist sich ganz sicher: „Es ist nun einmal die größte Bedrohung für die Menschheit, das muss man begreiflich machen.“ Emil verweist auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die zeigten, „welche globale Katastrophe auf uns zukommt.“

Bis zu diesem Punkt ist das Interview nicht weiter bemerkenswert, doch das wird ab der folgenden Frage anders: „Für die Frankfurter Aktionen zum globalen Klimastreik habt ihr das Motto ‚System Change not Climate Change‘. Was ist damit gemeint?“ Vor der Antwort Emils ein kleiner Einschub: Es ist ebenso interessant wie verräterisch, dass sich diese Bewegung fast ausschließlich in der Sprache von Donald Trump und Boris Johnson bewegt, jedenfalls ist das in Deutschland der Fall. Es handelt sich also zumindest sprachlich um eine kolonisierte Bewegung, die – wie übrigens auch der FAZ-Interviewer – keinerlei Rücksichten auf eventuell fehlende Kenntnisse der englischen Sprache kennt. Doch nun Emils Antwort: „Unser Wirtschaftssystem baut auf der Ausbeutung von Natur, aber auch auf der Ausbeutung des globalen Südens auf.“

Da ist die folgende Frage nach der Nähe von FFF zu Linksextremen fast zwingend. Und die Antwort des 17-Jährigen mit den sanften Augen ist eindeutig: “Es ist doch klar, dass sich unser System ändern muss. Die Art, wie wir leben, wie wir wirtschaften und wie wir denken, muss sich ändern… Kapitalismuskritik ist dabei ein fester Teil dieser Perspektiven.“ Hier nun wäre für einen kritischen, also professionellen Journalisten aller Anlass gegeben, bei Emil nachzufragen, wie weit der Einfluss der Linksextremen bei FFF schon reicht. Doch der FAZ-Interviewer namens Matthias Trautsch will das lieber nicht so genau wissen, bohrt also nicht nach.

Das würde er allerdings gewiss tun, wenn ihm ein Schüler Auskunft geben sollte, der sich in einer Gruppe gegen Klimahysterie organisiert hätte und es selbstverständlich fände, auf einer geplanten Demonstration auch Mitglieder der Jugendorganisation der AfD oder der Identitären Bewegung zu akzeptieren. Wahrscheinlich würde sich ein solches Interview sogar ausschließlich um diesen Aspekt drehen. Immerhin stellt der Journalist mit dem eingeschränkten Interesse gegen Ende noch eine nicht ganz unwichtige Frage: „Hat sich durch Fridays for Future auch etwas in deinem eigenen Konsumverhalten verändert?“

Emils aufschlussreiche Antwort in voller Länge: „Nicht wirklich, denn mein politisches Engagement hat weniger mit dem individuellen Konsum Einzelner, sondern viel mit unserer Wirtschaftsweise und Klimapolitik zu tun. Solange Profit und Interessen der Wirtschaft immer noch wichtiger sind als die Klimakrise, kommt es nicht aufs Individuum, sondern auf unsere Wirtschaftsweise an.“ In der Antwort dokumentiert die elitäre Haltung des Europaschülers, nicht etwa sein Konsumverhalten zu verändern, sondern mal eben die Marktwirtschaft samt bürgerliche Gesellschaft radikal umzuwälzen zu wollen.

Gewiss, Emil Wohlfahrt ist sehr jung. Da kann sich noch vieles in seinem vom Kapitalismus ermöglichten Wohlstandsleben und seinen Anschauungen verändern. Schließlich ist ja schon Saulus zum Paulus geworden. Aber das intolerant geprägte, das totalitäre, also zutiefst demokratiefeindliche Denken und Handeln der FFF-Bewegung ist vorerst tief in ihm eingepflanzt. Er wird in der nächsten Woche deshalb überhaupt keine Hemmungen haben, den Verkehr in Frankfurt zu blockieren, SUV-Besitzer zu brandmarken und gewaltbereiten Linksextremisten Bühne wie Schutz zu bieten. Erst 17 Jahr, also keine Gefahr? Da sollte niemand so sicher sein.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.